Finanzspritze zum Jahresende

Wer bekommt Weihnachtsgeld?

Weihnachten steht vor der Tür. Diese schöne Zeit im Jahr bedeutet leckeres Essen und Trinken – und kostspielige Ausgaben für Geschenke. Da ist ein kleiner Zuschuss vom Arbeitgeber hilfreich. Beim Weihnachtsgeld handelt es sich um eine Sonderzahlung des Arbeitgebers aus Anlass der Feiertage – zusätzlich zum regulären Gehalt. Der Arbeitgeber gewährt die Finanzspritze üblicherweise im November oder Dezember.

Wer bekommt Weihnachtsgeld?

Nicht jeder Arbeitnehmer erhält Weihnachtsgeld. Für ungefähr 53 Prozent der Beschäftigten in Deutschland winkt 2020 ein kleines Extra. Der Anspruch darauf ergibt sich normalerweise aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung, dem Arbeitsvertrag oder einer gesetzlichen Vorschrift, wie beispielsweise bei Beamten.

In Betrieben mit Tarifvertrag erhalten 87,4 Prozent der Mitarbeiter Weihnachtsgeld. Unterschiede existieren zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen Frauen und Männern: In Ostdeutschland erhalten 90 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, im Westen 87 Prozent.

Frauen bekommen mit 50 Prozent gegenüber 55 Prozent seltener Weihnachtsgeld als Männer. Die Höhe unterscheidet sich nach Branchen: Vor allem auf die Beschäftigten im Bereich „Gewinnung von Erdöl und Erdgas“, Rundfunkveranstalter und der Energieversorger erwartet ein hohes Weihnachtsgeld.

Unterschied zwischen Weihnachtsgeld und dreizehntem Gehalt

Die Finanzspritze in der Winterzeit hat unterschiedliche Namen. Die Ausdrücke „Weihnachtsgeld“ und „dreizehntes Gehalt“ meinen nicht zwangsläufig dasselbe. Das dreizehnte oder vierzehnte Monatsgehalt gilt als Sonderzahlung, das die Arbeitsleistung der Mitarbeiter belohnt. Es handelt sich in den häufigsten Fällen um ein volles Monatsgehalt, das der Arbeitgeber Ende des Jahres auszahlt. Dieses Gehalt fällt oft bei Fehlzeiten, beispielsweise bei längeren Krankheiten, dem Rotstift zum Opfer, falls dies der Arbeitsvertrag vorsieht.

Gilt das dreizehnte Gehalt als Weihnachtsgeld oder Gratifikation, dann geht es darum, die Betriebstreue, nicht die Arbeitsleistung des Mitarbeiters zu belohnen. Krankheits- und Fehltage wirken sich dementsprechend nicht negativ auf die Höhe aus.

Höhe, Zeitpunkt und Steuern

Die Höhe des weihnachtlichen Zuschusses richtet sich in der Regel nach Tarifverträgen. Oft berechnet er sich durch einen festen Prozentsatz des monatlichen Einkommens. Zahlt der Arbeitgeber freiwillig Weihnachtsgeld, legt er die Höhe fest.

Gesetzliche Vorgaben, zu welchem Zeitpunkt der Beschäftigte das Geld erhält, existieren nicht. Die meisten Arbeitgeber zahlen Ende November, um einen Vorlauf beim Geschenke-Shopping zu gewähren.

Der Beschäftigte steht in der Pflicht, das Sondergeld zu versteuern. Es gilt als „sonstiger Bezug“ – damit fällt keine Lohnsteuer an. Diese sonstigen Bezüge behandelt der Fiskus anders als den laufenden Arbeitslohn. Die gesamte Lohnsteuer berechnet sich aus der Differenz zwischen der Lohnsteuer des voraussichtlichen Jahresarbeitslohns und der Lohnsteuer des Jahresarbeitslohns mit inkludiertem Weihnachtsgeld. Der Steuersatz ist deshalb deutlich höher als beim regulären Monatslohn – die Steuerprogression steigt.

Autor: ING