Aktienverlust verrechnen

Wertpapiergeschäfte: Verluste richtig verrechnen | 12.11.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Verluste beim Handeln mit Aktien oder Anleihen sind ärgerlich genug. Gut, wenn dann wenigstens der Fiskus beteiligt werden kann. Doch es gilt, einige Regeln zu beachten.

Das Jahr 2020 hat so manch üble Überraschung für Anleger gebracht. So brachen während der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr die Kurse an den Börsen massiv ein. Wer etwa in Papiere des inzwischen insolventen ehemaligen Dax-Konzerns Wirecard investiert hat, besitzt jetzt nur noch einen Pennystock – herbe Verluste waren bei den meisten wohl die Folge.

Abgeltungssteuer bei Wertpapiergewinnen durch -verluste mindern

Ein kleiner Trost dürfte daher für Wertpapieranleger sein, dass ein an den Finanzmärkten realisierter Verlust – also nach dem Verkauf eines Wertpapiers unter dem Einstandskurs – mit realisierten Gewinnen bei der Berechnung der Kapitalertragsteuer berücksichtigt werden kann. Reine Kursverluste auf dem Papier können nicht berücksichtigt werden. „Wichtig ist allerdings, dass Verluste aus Kapitalanlagen auch nur mit Gewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden dürfen“, sagt Udo Reuß, Steuerexperte beim Geldratgeber Finanztip.de.
 
Steuern für Gewinne aus dem Verkauf eines Mietobjekts können dadurch beispielsweise nicht gemindert werden. Zudem gilt: Ein Minus aus einem Aktiengeschäft wird nur bei Gewinnen aus dem Handel mit ebensolchen Wertpapieren berücksichtigt. Ein Aktienverlust kann also nur mit einem Aktiengewinn verrechnet werden. Es sind aber noch Verfahren dagegen vor dem Bundesfinanzhof (Az. VIII R 11/18) anhängig.
 
Zum einen gibt es einen Aktienverlustverrechnungstopf und zum anderen den Allgemeinen Verlustverrechnungstopf.
 
Aktienverlustverrechnungstopf:

  • Gewinne aus Aktien
  • Verluste aus Aktien

Allgemeiner Verlustverrechnungstopf:

  • Gewinne & Verluste aus den übrigen Assetklassen
  • Zinsen
  • Dividenden

Frist: 15. Dezember

Wer Wertpapierverluste und Wertpapiergewinne bei unterschiedlichen Kreditinstituten erzielt hat und diese steuerlich miteinander verrechnen möchte, sollte die Anlage KAP bei seiner Steuererklärung ausfüllen und die realisierten Verluste beim Finanzamt nachweisen können. „Verluste und Gewinne, die Sie als Anleger bei einer einzigen Bank machen, werden automatisch miteinander verrechnet“, sagt Reuß. Die entsprechenden Beträge sind in der jährlichen Steuerbescheinigung enthalten, die die Geldhäuser an ihre Kunden verschicken. Wer allerdings Depots bei unterschiedlichen Banken oder Brokern hat, muss bei realisierten Verlusten eine sogenannte Verlustbescheinigung beantragen. Reuß: „Dies muss bis zum 15. Dezember eines Jahres geschehen.“ So können über die Steuererklärung die darin bescheinigten Verluste mit den entsprechend bescheinigten positiven Kapitalerträgen von anderen Kreditinstituten verrechnet werden.

Zweite Chance auf Anerkennung eines Minus

Aber keine Sorge: Verluste gehen Ihnen nicht verloren. Sollte keine Verlustbescheinigung innerhalb der Frist beantragt worden sein, trägt das Finanzinstitut die bis Jahresende noch nicht verrechneten Verluste ins neue Jahr vor. „Wer 2021 einen steuerpflichtigen Gewinn erzielt, bei dem zieht die Bank vor dem Abzug der Abgeltungsteuer den Verlust ab“, betont der Finanztip-Steuerexperte. Dies gilt nur dann, wenndie Voraussetzungen für die Verrechnung mit Verlusten erfüllt sind und beispielsweise aus dem Vorjahr übernommene Aktienverluste mit aktuellen Aktiengewinnen verrechnet werden können. Und diese Abgabe wird für die meisten Kapitalerträge fällig. Banken behalten pauschal 25 Prozent Abgeltungsteuer für Kapitalerträge wie beispielsweise Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Aktien- und Fondsverkäufen ein. Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent, und bei Mitgliedern einer Kirche zudem die Kirchensteuer. Die Kirchensteuer hingegen wird auf die Kapitalertragsteuer angerechnet, so dass sich die Höhe der pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent entsprechend je nach Höhe der Kirchensteuer verringert. Die Geldhäuser leiten die Abgaben an den Fiskus weiter. Wer neben verlustreichen Wertpapiergeschäften den Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro je Anleger (1.602 Euro für zusammenveranlagte Ehepaare) nicht beantragt oder ausgeschöpft hat, kann beides durch die Abgabe der bereits erwähnten Anlage KAP nachholen.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (107)


Kommentare

ING

15.02.2021

Hallo Sara, eigentlich werden Verluste und Gewinne im gleichen Jahr verrechnet. Sie können Verluste mit ins nächste Jahr nehmen, auf Bankenebene ist eine Verrechnung mit dem Vorjahr aber nicht möglich. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Johannes Scheifer

14.02.2021

Hallo Herr Rentel,
wie kann ich "Verluste" durch delisting von Aktien berücksichtigen lassen? Viele Grüße Johannes


Sara

13.02.2021

Sollte ich in diesem Jahr Verluste machen, können diese mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnet werden? Danke.


ING

12.02.2021

Hallo Herr Rentel, lassen Sie Ihre Aktien wertlos ausbuchen, kann der entstandene Verlust leider nicht in Ihren Verlustverrechnungstöpfen berücksichtigt werden. Hierzu ist ein regulärer Verkauf erforderlich. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Manfred Rentel

11.02.2021

Ich habe in meinem Depot zwei Aktien mit einem Kaufpreis von ca. 1.250 €. Der Kurs dieser beiden Aktien ist auf einem Wert von 0,00 € gefallen. Kann ich den Verlust in den Verlusttopf übertragen. Wenn ja, wie muss ich vorgehen?


ING

10.02.2021

Hallo Herr Rentel, ja, diese Möglichkeit besteht natürlich. Den aktuellen Stand Ihrer Verlustverrechnungstöpfe können Sie im Internetbanking sehen. Gehen Sie dazu nach dem Log-in auf Service > Steuern > Daten & Bescheinigungen > Verlustverrechnungstöpfe > Verrechnungstöpfe > Details. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Manfred Rentel

10.02.2021

Hat man die Möglichkeit den aktuellen Stand im „ Aktienverlustverrechnungstopf“ einzusehen?


ING

08.02.2021

Hallo Herr Jäger, das klappt in Ihrem Internetbanking, unter Service - Daten - Steuern & Bescheinigungen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ING

08.02.2021

Hallo G.Z., am besten ist, Sie schicken uns dazu kurz eine schriftliche Anfrage - ganz einfach über das Kontaktformular ganz unten auf dieser Homepage. Unsere Kolleg*innen prüfen dann gern, wie Sie Ihnen helfen können, und antworten Ihnen schnell. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Dietmar Jäger

06.02.2021

Kann man seine Töpfe "z.B. Aktienverlustverrechnungstopf" einsehen?


G.Z.

05.02.2021

Kann man sich Depotumsätze vor 2016 anzeigen lassen?


ING

04.02.2021

Hallo HansMeier, auch wenn das von Ihnen angesprochene Entgelt gern "Strafzinsen" genannt wird, handelt es sich (zumindest bei uns) um ein Verwahrentgelt. Somit ist uns keine steuerliche Verrechnung - vor allem in der Verlustverrechnung - bekannt. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


HansMeier

04.02.2021

Können eigentlich Strafzinsen, von hohen Kapitalanlagen, als Verluste steuerlich geltend gemacht werden. Für Guthabenszinsen lang der Fiskus ja auch ordendlich hin?


ING

04.02.2021

Hallo A.K., Einkünfte aus Kapitalerträgen sind von der neuen Regelung zum Solidaritätszuschlag ausgenommen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


A.K.

04.02.2021

Hallo, ich habe einen Teilverkauf "Thyssenkrupp Aktien" getätigt.
Warum wird mir 5,5% Slidaritätszuschlag abgezogen.
Warum???? Den gibt es doch garnicht mehr, außer für ganz hohe Einkommen. Da falle ich nu wirklich nicht drunter,


Hilla

02.02.2021

Hallo ING,
ich schließe mich Madi an: das muss dringend geändert werden. Bitte geben sie das an die zuständigen Stellen weiter. Eine eindeutige jahresübergreifende und nachvollziehbare Gewinn/-Verlustverrechnung für Kauf und Verkauf des Aktientopfes sollte für jeden Kunden nachvollziehbar und transparent erstellt werden. Das kann man durch eine professionelle Programmierung verbessern. Wenn sich das nicht ändert werde ich auch mit meinem gesamten "Topf" wechseln.


ING

02.02.2021

Hallo Madi, danke für Ihr offenes Feedback - dieses geben wir gerne an die Kollegen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Madi

02.02.2021

Hallo ING,
ich muss mich hier Mario anschließen, Ihre Führung des Verrechnungstopfes für Aktien ist eine Katastrophe. Bei mir steht da nie ein Betrag drinnen, egal ob Verlust oder Gewinn realisiert worden ist. Der "Topf" wird auch nicht Jahresübergreifend fortgeführt wie bei anderen Banken. Die Abrechnungen Verkauf/sind schlecht, hier findet man nie den Anschaffungskurs usw. ..da kann sich die ING bei der comdirect Bank was abschauen, werde dahin auch wieder zurück wechseln.. alles sehr undurchsichtig und nicht nachvollziehbar wechseln


ING

01.02.2021

Hallo Dres Isensee, haben Sie eine konkrete Frage zur Verlustverrechnung? Dann schauen Sie doch vielleicht einfach einmal hier vorbei: www.ing.de/hilfe/steuern/abgeltungsteuer/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Dres Isensee

30.01.2021

Kommen Die zur Sache und erzählen Sie nicht blumisch drumherum!. Eine wirklich valable Antwort auf die Frage, wie Erträge gegen Verlusvorträgen verrechnet werden, sucht man Studieren Ihre Schönerzählereien vergeblich . Alles unbrauchbarer Rubbish !


ING

29.01.2021

Hallo Mario, grundsätzlich verstehen Sie das richtig. Wir müssen uns aber im Einzelfall anschauen, was da passiert ist. Bitte rufen Sie uns dazu kurz unter 069 / 50 60 30 50 an (mit Zugangsnummer und Telebanking PIN). Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Mario

29.01.2021

Hallo ING,

Ich habe nur ein Depot bei der ING und hatte hohe Verluste in 2020, die zu einem Verlustvortrag von 20.000 EUR geführt haben.

Ich habe in 2021 Aktien mit einem Gewinn von 10.000 verkauft (Differenzmethode) und es wurden auf den Gewinn die Verlustvorträge von 2020 nicht angerechnet. Ich hätte erwartet, dass der Verlustvortrag von 20.000 auf 10.000 reduziert wird und daher keine KapESt auf die 10.000 Gewinn anfallen.

Verstehe ich da etwas falsch?

BG
Mario


ING

22.01.2021

Hallo Emilie, damit die Verluste und Gewinne bei unterschiedlichen Instituten miteinander verrechnet werden kann, ist eine Verlustbescheinigung erforderlich, die Sie bei den betreffenden Banken beantragen können. Zu Ihrer konkreten Frage jedoch noch ein Hinweis: Verluste aus dem Verkauf von Aktien können nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden. Weitere Infos haben wir Ihnen übrigens hier zusammengestellt: www.ing.de/hilfe/steuern/abgeltungsteuer/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ING

22.01.2021

Hallo Andreas, wenn Sie uns einen gemeinschaftlichen Freistellungsauftrag erteilt haben, führen wir für Sie automatisch eine ehegattenübergreifende Verlustverrechnung durch. Dies passiert einmal jährlich bis spätestens Anfang Februar. Wenn Sie bei mehreren Banken Depots haben, können Sie jeweils die nicht verrechnete Verluste und nicht verrechnete Gewinne der verschiedenen Kreditinstitute in ihrer Steuererklärung vom Finanzamt verrechnen lassen. Hierzu können Sie eine Verlustbescheinigung von Ihrer depotführenden Bank anfordern. Detaillierte Fragen zu Ihrer steuerlichen Situation können Sie am besten mit Ihrem Steuerberater/-in klären. Viele Grüße. Ihr Social Media Team.


Emilie

22.01.2021

Mein Mann hat ein Fond und ich Aktien, bei unterschiedlichen Instituten. Meine Frage; werden bei der Steuer meine Aktienverluste gegen die Fondgewinne verrechnet ?


Andreas

21.01.2021

Werden bei gemeinsamer Steuerveranlagung Verluste des einen Ehepartners mit Gewinnen des anderen verrechnet ?


ING

08.01.2021

Hallo Jarek, genau! Wenn Sie nach einem Gewinn einen Verlust realisieren, erhalten Sie die zuviel gezahlten Steuern im Rahmen der nachträglichen Verlustverrechnung von uns erstattet. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Jarek

08.01.2021

Meine Frage war ganz konkret. Bitte beantworten Sie mir diese Frage: Alles im 2021: Abgeltungssteuer auf Aktiengewinne bereits bezahlt - 2500 EUR. Jetzt möchte ich Verluste realisieren. Die belufen sich auf ca. 2500 EUR. Wenn ich Verluste realisiere, wird sich der Aktienverlust um die Summe aus bereits bezahlten Steuern aus Aktiengewinnen verringern?


Jarek

08.01.2021

Ich habe Aktien "A" mit Gewinn verkauft. Von diesen Gewinn wurden automatisch 25% Abgeltungssteuer zzgl. Solizuschlag abgezogen. Wenn ich Aktien "B" mit Verlust verkaufe, wird der Verlust automatisch von der Bank mit den vorher abgezogenen Steuern aus dem Aktiengewinn verrechnet (der Verlust würde dann geringer ausfallen)?


ING

08.01.2021

Hallo Phil, Verluste aus dem Verkauf von Aktien dürfen wir nur mit Aktiengewinnen verrechnen. Wenn nach der Verrechnung mit Verlusten noch ein Gewinn übrig ist, rechnen wir darauf Ihren vorliegenden Sparer-Pauschbetrag an. Positive Erträge, die nach der Verrechnung noch übrig sind, belasten wir mit 25% Abgeltungsteuer zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag. (Kirchensteuerabzüge verringern die Abgeltungsteuer). Viele Grüße, Ihr Social Media Team.


ING

08.01.2021

Hallo Mike, bei der Bank ist nichts falsch und muss bzw. kann auch nichts rückgängig gemacht werden. Einmal bescheinigte Verluste können bei der Bank nicht mehr eingebucht werden.
D. h. in diesem Fall ist eine Verrechnung mit den Aktienverlusten nur im Rahmen der Steuererklärung möglich. Das Finanzamt stellt dann die Allgemeinen Verluste sowie die Aktienverluste neu fest. Wie das im Detail funktioniert, müssten Sie bitte ggf. mit einem Steuerberater klären. Wir können und dürfen Ihnen dabei keine Unterstützung bieten. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Phil

08.01.2021

Werden die Verluste komplett gegen gerechnet oder nur die jeweiligen Steuern ? Sprich bei einem Verlust von 1000€ werden nur die 25% plus Soli verrechnet ?


Mike

07.01.2021

Hallo,

ich habe beim Finanzamt einen Aktienverlustverrechnungstopf über 20.000 Euro und habe und bei der Bank einen Allgemeinen Verlustverrechnungstopf über 15.000 Euro.
Wenn ich jetzt 10.000 Gewinn in 2021 nur mit Aktien bei der Bank mache, werden diese Gewinne bei der Bank ja automatisch mit dem Allgemeinen Verlustverrechnungstopf
verrechnet, obwohl normalerweise ja zuerst mit dem Aktienverlustverrechnungstopf verrechnet werden müsste. Ist das dann falsch und man muss dies rückgängig machen ?

Wenn ich für 2021 dann eine Verlustbescheinigung anfordern würde, würde dann die entstandene Verlustverrechnung automatisch rückgängig gemacht und mir würde Abgeltungssteuer abgezogen werden ?


ING

04.01.2021

Hallo Daniel, ja, nicht verbrauchte Verluste werden generell in das Folgejahr übertragen - sofern Sie keine Verlustbescheinigung bei uns beantragen. Viele Grüße und einen guten Start ins neue Jahr, Ihr Social Media Team


ING

04.01.2021

Hallo Rudolf, beträgt die Steuergutschrift 50 Euro oder mehr, erledigen wir die Steuerverprobung und Gutschrift über Nacht für Sie. Nur, falls der Betrag darunterliegt, erfolgt am Jahresende eine "Endverprobung". Informationen zum Stand Ihrer Verlustverrechungstöpfe und des Freistellungsauftrags finden Sie immer aktuell in Ihrem Internetbanking oder auf Ihren Wertpapier-Abrechnungen. Viele Grüße und alles Gute für das neue Jahr, Ihr Social Media Team


Daniel

01.01.2021

Hallo,

werden die Verluste automatisch mit ins Jahr 2021 übertragen?


mainengine

31.12.2020

zu Peter:
zur wertlosen Ausbuchung gibt es eine richterliche Entscheidung:
Martina Schäfer schrieb dazu am 15.5.2019 auf
https://www.haufe.de/finance/steuern-finanzen/steuerlicher-verlustabzug-bei-ausbuchung-wertloser-aktien_190_489852.html


Rudolf

31.12.2020

Warum macht Diba keine unterjährige Verlustverrechnung und bietet auch keine Übersicht über die im Laufe eines Jahres aufgelaufenen Gewinne/Verlust und die Inanspruchnahme des Freistellungsbetrages?


ING

30.12.2020

Hallo Stefan, die Rückrechnung in das jeweilige Vorjahr ist leider nicht möglich. Viele Grüße und einen guten Start ins neue Jahr, Ihr Social Media Team


Stefan

30.12.2020

Liebes Team,
geht das Ganze auch anders herum?
Ich habe in 2020 Gewinne aus Aktien, wofür Steuern abgeführt wurden, habe aber nicht entsprechend hohe Verluste aus Aktien im gleichen Jahr. Kann ich eventuelle Verluste aus Aktien in 2021 mit den Gewinnen aus 2020 verrechnen?


ING

30.12.2020

Hallo Sebastian, einen Höchstbetrag gibt es hier nicht - der gesamte Verlust wird in das Folgejahr übertragen. Erzielen Sie 2021 nicht genügend Gewinne, können die dann noch verbleibenden Verluste in 2022 übertragen werden. Viele Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr, Ihr Social Media Team


Sebastian

30.12.2020

ich habe eine Frage:

wie viel Verlust aus dem Aktienverkauf von 2020 (kein Totalverlust/keine Insolvenz)kann maximal auf 2021 übertragen werden, so dass ich bei möglichen Gewinnen in 2021 keine Steuern zahle ?
Gibt es da eine Grenze z.B 10.000 Euro pro Jahr ?
Oder wird der gesamte Verlust übertragen ? Wird der Verlust dann auch noch auf 2022 übertragen wenn man 2021 keine Gewinne macht ?


ING

30.12.2020

Hallo Peter, bei einer Ausbuchung eintretende Verluste können steuerlich nicht geltend gemacht werden. Sie werden deshalb nicht in Ihrem Verlustverrechnungstopf berücksichtigt und können mit eventuellen Gewinnen nicht verrechnet werden. Viele Grüße und einen guten Rutsch in ein hoffentlich gesundes und glückliches 2021, Ihr Social Media Team


Peter

30.12.2020

Ich habe Fragen bezüglich der Ausbuchung von Aktien, die wertlos geworden sind.

1. Wird der "Verlust" mit AKtiengewinnen im aktuellen Jahr verrechnet?
2. Wird der (Rest-) Verlust aus der Ausbuchung dann wie bei normalen Aktienverlusten auch automatisch ins nächste Jahr übertragen?

Konkretes Beispiel:
-Ausbuchung einer Aktie, die einen Einstandskurs von 4000 € hatte.
-Aktiengewinn im laufenden Jahr 3000 €.
Frage:
Werden die 3000 € im laufenden Jahr mit den ausgebuchten 4000 € verrechnet, und der Rest (1000€) als Verlust automatisch in das nächste Jahr übertragen?


ING

29.12.2020

Hallo Pittiplatsch, im Aktien-Verlustverrechnungstopf werden nur Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Aktien verrechnet. Optionsscheine zählen nicht dazu. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ING

29.12.2020

Hallo Bernd, normalerweise werden Aktienverluste auch nachträglich mit Aktiengewinnen verrechnet. Am besten rufen Sie mal unsere Kollegen unter 069 / 50 60 30 50 an. Die können schauen, wie genau der Verbrauch Ihres Freistellungsauftrags zustande kommt. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Bernd

29.12.2020

Ich habe den Sparerfreibetrag durch Kursgewinne(Aktien) ausgenutzt.
Danach aber Kursverluste gemacht. Nun eine Zinszahlung erhalten und darauf 25% Steuern bezahlt. Kann ich den Sparerfreibetrag nicht für die später erhaltenen Zinsen verwenden, damit ich Verluste verrechnen kann. Oder ist es gerecht, dass die Höhe der Steuern vom Auszahlungszeitpunkt abhängt? Hätte ich erst die Zinszahlung erhalten hätte ich den Freibetrag darauf anwenden können und später Verluste verrechnen können. Macht 400 Euro aus.


ING

29.12.2020

Hallo Uli, lassen Sie sich keine Bescheinigung zur Veranlagung der Verluste ausstellen, werden die Verluste in das Folgejahr übertragen. Somit werden sie mit den Erträgen 2021 automatisch verrechnet. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Pittiplatsch

29.12.2020

Liebe ING, danke für die schöne Aufbereitung der Informationen auf dieser Seite. Meine Frage hierzu ist, ob Gewinne/Verluste aus dem Handel mit Optionsscheinen - z.B. auch ein Verlust durch Knock-out, mit im Aktien-Topf verrechnet werden?


Uli

29.12.2020

Liebe ING, verstanden zur Verlustverrechnung. Nur eine Frage zur Mechanik: Wenn ich einen Verlust im Jahr 2020 habe, erfolgt die Verrechnung mit Gewinnen im Jahr 2021 bei Aktienverkauf durch Euch automatisch oder wird das Verrechnungssaldo 2021 wieder auf null gestellt und ich kann den Verlustvortrag erst in der Steuererklärung geltend machen ?


ING

29.12.2020

Hallo Petra, Ihre Verlustverrechnung können Sie einfach stornieren: Im Internetbanking unter Service - Steuern - Daten und Bescheinigungen wählen Sie einfach bei der Verlustbescheinigung "nicht beantragen". Viele Grüße und einen guten Rutsch, Ihr Social Media Team


ING

29.12.2020

Hallo Kristina, dazu rufen Sie uns bitte kurz (mit Depotnummer und Telebanking PIN) unter 069 / 50 60 30 50 an - die Kollegen sprechen die Situation für dieses und nächstes Jahr gerne mit Ihnen durch. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Kristina

29.12.2020

Ich habe eine NV Bescheinigung hinterlegt, allerdings in 2020 hohe Aktienverluste realisiert. Es würde jetzt mehr Sinn machen, die Verluste mit in die kommenden Jahre zu nehmen. Kann ich heute/morgen die NV Bescheinigung noch löschen, so dass die Verluste in das nächste Jahr übernommen werden?


Petra

28.12.2020

Ich habe eine Verlustbescheinigung bei Ihnen angefordert. Diese ist aber nun doch nicht nötig, da ich keine Aktiengewinne in anderen Depots realisiert habe. Übernehmen Sie die Verluste dann ins nächste Jahr oder benötigen Sie dazu noch etwas von mir.


ING

28.12.2020

Hallo Josef, ganz herzlichen Dank für Ihr Feedback. Darüber freuen wir uns sehr. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Josef

28.12.2020

Liebe ING, Danke für die prompte und vor allem auch verständliche Antwort auf meine Frage! Und dass es auch noch gute News sind macht die Antwort noch besser! :)


ING

28.12.2020

Hallo Ben, die Verlustverrechnung erfolgt bei Aktiengeschäften weiterhin automatisch durch uns. Sie müssen sich diesbezüglich also um nichts kümmern. Einen wichtigen Hinweis möchten wir Ihnen noch geben: Verluste, die Sie mit dem Verkauf von Aktien erzielen, können wir nur mit Gewinnen aus dem Verkauf von Aktien verrechnen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ING

28.12.2020

Hallo Josef, die Änderungen ab 2021 beziehen sich vereinfacht gesagt "nur" auf den Handel mit Optionen oder auf Verluste aus der ganzen oder teilweisen Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung, aus der Ausbuchung wertloser Wirtschaftsgüter, aus der Übertragung wertloser Wirtschaftsgüter auf einen Dritten oder aus einem sonstigen Ausfall von Wirtschaftsgütern. An der grundsätzlichen Verlustverrechnung durch uns ändert sich darüber hinaus nichts. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Ben Mas

25.12.2020

Hallo, ich habe in diesem Jahr kleinere Gewinne realisiert, so dass mein Freistellungsauftrag nun fast erschöpft ist. Nun möchte ich Einzelaktien leider mit einem Verlust verkaufen. Nun meine Frage: Wie werden die Verluste mit den bereits realisierten Gewinnen verrechnet und was genau muss ich tun? Danke für den Support. Viele Grüße Ben


Josef

24.12.2020

Hallo zusammen, die Änderungen ab 2021 bzgl. der Höhe des Verlustvortrages und Anzahl der Verlusttöpfe ist mir soweit klar, meine Frage bezieht sich auf die autom. Verlustverrechnung an sich. So wie ich das verstehe erfolgt die Verrechnung nicht mehr autom. durch die Bank, sondern im Nachgang durch mich selbst über die Steuererklärung?
Das heisst, sobald ich meinen Pauschbetrag von 801,- ausgeschöpft habe zahle ich für jeden weiteren Euro Gewinn Kapitalertragssteuer/Soli obwohl ich noch einen entsprechenden Verlustvortrag hätte?
Die zuviel gezahlte Steuer kann ich mir erst im Folgejahr vom Finanzamt zurück holen?
Oder erfolgt die Verrechnung weiterhin autom. über die ING?
Vielen Dank für eure Nachrichten/Infos!


ING

23.12.2020

Hallo Hasenfuss, Ihre Verluste werden in der sog. Verlustverrechnung in Ihren Jahresendbelegen mit ausgewiesen und dann im Rahmen Ihrer Einkommensteuer verrechnet. Eine Ausnahme bilden hier Aktien Aktienverluste werden nur mit Aktiengewinnen verrechnet - aber da fallen Ihre Optionsscheine ja nicht rein. Viele Grüße und schöne Feiertage, Ihr Social Media Team


Hasenfuss

23.12.2020

Hallo ich habe wirecard Aktienverlust realisiert und nun einen Gewinn auf einen turbo call realisiert. Wird dieser nicht bei der Kapitalertragsteuer verrechnet?


ING

22.12.2020

Hallo Uli, auch Ihren Vorschlag leiten wir sehr gerne weiter! Vielen Dank dafür und viele Grüße, Ihr Social Media Team


Uli

21.12.2020

Verbesserungsvorschlag: ich wuensche mir beim Aktienkauf, also wenn ich die gewuenschte Aktie/Aktienanzahl/mein Limit etc eintrage, dass die entsprechenden Kosten der ING fuer diese Order auch zu sehen sind. Das waere fuer den Kaeufer viel transparenter. Vielleicht ist das mal machbar. Danke im voraus dafuer!


ING

17.12.2020

Hallo kafka, vielen Dank für Ihren Verbesserungsvorschlag für unsere App. Den geben wir gerne an unsere Kollegen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


kafka

17.12.2020

Viel Interessanter für Viele wäre, wenn die ING (aber auch gern Marktbegleiter), gerade bei ETFs den Leuten erklären, dass es sich um eine möglichst langfristige Anlage (5, besser 10 Jahre) handelt.

Noch ein Vorschlag zu eurer App... ist es möglich, dass man Standardmäßig NICHT den Saldo der Wertpapiere angezeigt bekommt? Gerade in eventuell längeren Verlustzeiten macht das viele Leute (gerade die "Anfänger") doch arg nervös.
Also eine simple Funktion, dass man um den Saldo angezeigt zu bekommt, antippen muss.


ING

16.12.2020

Hallo Claus, herzlichen Dank für Ihren Wunsch, diesen geben wir gerne an die Kollegen weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Claus

16.12.2020

Ich schließe mich den Wünschen des 'zufriedenen ING-Kunden' an und möchte Sie bitten - auch im Rahmen der Digitalisierung - von manuellen Aufzeichnungen der Gewinne/Verluste abzusehen und uns eine jederzeitige Übersicht dieser Zahlen im Depotkonto zu bieten.


MJF

15.12.2020

Guter Artikel, habe allerdings vermisst, dass auf die kommenden Änderungen aufmerksam gemacht wird. Verluste aus Derivaten z.B. Discount Zertifikate ab 2021.


ING

14.12.2020

Hallo Olaf, an dieser Stelle haben wir weitere Informationen dazu für unsere Kunden zusammengestellt: www.ing.de/hilfe/steuern/abgeltungsteuer/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ING

14.12.2020

Hallo Sabine, Sie liegen vollkommen richtig: Die ehegattenübergreifende Verlustverrechnung (eVV) findet nur 1x im Jahr statt, d.h. die nächste eVV findet zum 31.12.20 statt und dann erst wieder zum 31.12.21. Weitere Informationen zur Verlustrechnung finden Sie hier: www.ing.de/hilfe/steuern/abgeltungsteuer/ Detaillierte Fragen, bezogen auf Ihr persönliches Potential zur Steueroptimierung, wird Ihnen bestimmt Ihr Steuerberater gern beantworten. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Sabine

13.12.2020

wenn ich Aktien mit Gewinnen verkaufen will, macht es dann einen Unterschied, ob ich das dann noch dieses oder nächstes Jahr mache, wenn mein eigener Verrechnunsgstopf bereits auf null steht? Mein Mann hat noch Verluste bei Ing-Diba, die vertragskontoübergreifend verrechnet werden könnten, der gemeinsame Freistellungsauftrag wurde bereits ausgeschöpft, wenn ich erst 2021 verkaufe, geht dann der volle Gewinn zunächst in den Freistellungsauftrag rein, wenn ich keine eigenen Verluste mehr verrechnen kann? Eine automatische Verrechnung von Verlusten meines Mannes mit meinen Gewinnen erfolgt doch nur einmal jährlich zum Jahresende ?
e


Olaf

11.12.2020

Hallo. Ich wüsste gerne bis zu welchem Betrag die beiden Verlustverrechnungstöpfe jeweils mit ins nächste Jahr übernommen werden können?


ING

10.12.2020

Hallo Peter, meinen Sie mit "Verlustvortrag" den Bestand in Ihren Verlustverrechnungstöpfen bei uns? Dann haben Sie vollkommen Recht: Ihre bestehenden Verluste werden automatisch zusätzlich zum Sparerfreibetrag mit Ihren Gewinnen verrechnet. Wichtig: Aktiengewinne können nur mit Aktienverlusten, nicht aber mit Beständen im Allgemeinen Verlustverrechnungstopf verrechnet werden. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Peter

09.12.2020

Ich habe noch aus vorherigen Jahren den verbleibenden Verlustvortrag jährlich fortschreiben lassen. Angenommen dieser beträgt 1000 EUR.
Könnte ich dann 2021 z. B. zusätzlich zum Sparerfreibetrag von 801 EUR noch Aktien mit Gewinn bis 1000 EUR verkaufen ohne dafür Steuern zu bezahlen. Oder z.B. 700 EUR in 2020 und die restlichen 300 EUR in 2021? Vielen Dank für Ihre Antwort.


Rolf

07.12.2020

Ich suche auch gerade die Möglichkeit, kumulierte Veräußerungsgewinne und Verluste einzusehen. Gerade zum Jahresende ist dies wichtig und die Konkurrenz bietet jederzeitige Steuersimulationen. Bitte einführen!


ING

04.12.2020

Hallo Zufriedender ING-Kunde, vielen Dank für Ihre Wünsche. Die geben wir gern direkt an die Kollegen weiter. Viele Grüße, dein Social Media Team


Zufriedener ING-Kunde

04.12.2020

Hallo ING,
Wäre es nicht mal eine hilfreiche Verbesserung, wenn im Online-Banking auch die kumulierten Veräußerungsgewinne des laufenden Jahres, getrennt nach Wertpapierarten (Aktien, Allgemein) mitgerechnet und angezeigt würden? Das i-Tüpfelchen wären dann noch Tipps zur steuerlichen Optimierung in Richtung Jahresende (bspw. Empfehlung noch >= NNN EUR Veräußerungsgewinn mit Aktien zu erzielen), auch wenn das natürlich nicht in Steuerberatung münden soll und darf.


ING

03.12.2020

Hallo Michael, so ganz einfach ist das nicht. Die Verluste können Sie, wie von Joe beschrieben (danke!) über die Verrechnungstöpfe einsehen und natürlich die Gewinne im Rahmen Ihres verbrauchten Freistellungsauftrages. Außerhalb dessen müssten Sie die Veräußerungsgewinne aus den Verkaufsabrechnungen manuell addieren. Eine Aufstellung über alle Gewinne erhalten Sie erst mit den Jahresendbelegen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Joe @Michael

02.12.2020

Sie können unter Service / Steuern / Freistellungsauftrag den noch offenen Freistellungsbetrag anschauen, und ebenso unter Service / Steuern / Daten & Bescheinigungen gibt es die Übersicht der Verrechnungstöpfe. Am Jahresende sollte auf jeden Fall der Freistellungsauftrag auf 0 sein.


Michael

01.12.2020

Wo kann ich meine kumulierten VEräußerungsgewinne abfrage und damit planen, ob ich noch Aktien mit Verlust verkaufen sollte


ING

01.12.2020

Hallo Roland, ganz einfach und jederzeit aktuell in Ihrem Internetbanking. Gehen Sie dazu nach dem Log-in auf "Service" > "Steuern" > "Daten & Bescheinigungen" > "Verlustverrechnungstöpfe". Ein Klick auf "Details" zeigt Ihnen den aktuellen Stand. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Roland

01.12.2020

Hallo,
wo kann ich den aufgelaufenen aktuellen Veräußerungsverlust einsehen?


ING

25.11.2020

Hallo Volkher, sehr gerne! Ihre Frage haben Sie sich eigentlich bereits selbst beantwortet. Kleiner ergänzender Hinweis: Bestehende Aktienverluste dürfen ausschließlich mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Volkher

25.11.2020

Ich glaube es verstanden zu haben, moechte aber dennoch fragen :

Wenn ich im Jahr 2020 10.000 Euro Aktien Veraeusserungsverluste habe, dann werden 2021 auf alle Veraeusserungsgewinne keine Abzuege gemacht bis die 10.000 Euro erreicht sind ?
Vielen Dank fuer Aufklaerung und Danke ing fuer die Fragemoeglichkeit


ING

25.11.2020

Hallo Sabine, wenn Sie uns einen gemeinschaftlichen Freistellungsauftrag erteilt haben, führen wir für Sie automatisch eine ehegattenübergreifende Verlustverrechnung durch. Dies passiert einmal jährlich bis spätestens Anfang Februar. Möchten Sie noch mehr über dieses Thema erfahren, schauen Sie auch gerne einmal hier: www.ing.de/hilfe/steuern/abgeltungsteuer/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Sabine

24.11.2020

Mein Mann und ich haben einen gemeinsamen Freistellungsauftrag bei der IngDiba.
Können wir nun wechselseitig die Verrechnungstöpfe des Anderen verwenden, um Gewinne aus Aktienverkäufe steuerfrei zu nutzen?


ING

23.11.2020

Hallo Daniel, die Verluste werden automatisch ins nächste Jahr übertragen, es sei denn, Sie lassen sich die Verluste bescheinigen. Wenn Sie in 2021 Verluste bankenübergreifend verrechnen möchten, dann beantragen Sie die Verlustbescheinigung in 2021 bis zum 15.12.
Die Verluste werden dann bei uns in der Jahressteuerbescheinigung ausgewiesen und Sie können sie im Rahmen der Steuererklärung für 2021 verrechnen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: www.ing.de/hilfe/steuern/ (Suchbegriff: Verlustbescheinigung). Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Daniel

21.11.2020

Folgende Frage: Ist es auch möglich, die Verluste ins Folgejahr zu übertragen und dann in 2021 die übertragenen Verluste bei z.B. der ING mit Gewinnen in einem Depot einer anderen Bank zu verrechnen?


Hermjard

20.11.2020

Gezielte Verkäufe und Rückkäufe zur steuerlichen Optimierung und eine Buy & Hold Strategie schließen sich meines Erachtens nicht gegenseitig aus.

Und manchmal gibt's dabei sogar angenehme Überraschungen: Mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich Verlustverkäufe zunächst nur zur steuerlichen Optimierung initiiert habe, dann aber bei fallenden Kursen mit dem Rückkauf ein wenig gewartet habe. Sofern das Halten eines bestimmten Papiers prinzipiell nicht zur Diskussion steht, "überspringt" man auf diese Weise sogar noch einen Kursrutsch.

Sie haben mit dem Motto der Buy & Hold Anleger natürlich Recht: Es gibt keine schlechten Kurse, es gibt nur Nachkaufgelegenheiten. ;)

Und dafür benötigt man, wie Sie ebenfalls betont haben, genügend Liquiditätsreserven.


Zufriedener ING-Kunde

20.11.2020

Hallo Hermjard und Joe,
Die Kolumne hier heißt ja auch wissenswert. Insofern schön, dass man auch als Anleger mit fortgeschrittenen Wissen noch ab und zu was lernt :-)
Hermjard - aus Sicht der Verrechenbarkeit ist ein ETF natürlich viel universeller als eine Aktie, da Verluste aus ETF-Verkäufen mit (nahezu) allen Erträgen verrechnet werden können.
Mit einer langfristigen Anlagestrategie (Buy&Hold) und ETFs auf breite Indizes wie MSCI World sollte man sich ohnehin genau überlegen, ob man bei niedrigen Kursen wirklich verkaufen will und dadurch Verluste realisiert. Oder ob solche Kursrückgänge nicht viel mehr eine gute Gelegenheit zum Kauf bieten. Ich sehe da eher eine Chance zum Nachkauf und kann als langfristig orientierter Anleger Verlustphasen "aussitzen".
Das bedeutet natürlich, dass man immer genug Liquidität vorhalten sollte, um unvorhergesehene Ausgaben auch ohne (Not)Verkauf von Wertpapieren stemmen kann.
In diesem Sinne wünsche ich uns viel Anlegerglück und ein schönes Wochenende!


Hermjard

19.11.2020

Hallo zufriedener ING-Kunde,

ich muss zugeben, dass es sozusagen bei mir genau umgekehrt ist, wie bei Ihnen: Fast nur ETFs und einige wenige Aktien. Daher hatte ich Ihre Spezialfälle tatsächlich nicht im Blick. Aber gut zu wissen, falls ich meine Aktien mal mit Verlust verkaufen muss...

So gar nicht einleuchten will mir die gesetzliche Regelung, dass Aktienverkaufsverluste zwar nicht mit Aktiendividenden verrechenbar sind, aber sehr wohl ETF-Verkaufsverluste mit ETF-Dividenden. Hoffentlich schafft der BGH da Klarheit (in unserem Sinne).


Joe

19.11.2020

Das nenne ich mal qualifizierte Antworten. Vielen Dank Ihnen beiden, Hermjard und Zufriedener ING-Kunde.
Ich habe mich auch immer geärgert, dass nach jedem Aktienverkauf mit Verlust erst der (übertragbare) Verrechnungstopf gefüllt wurde und dann kurz danach eine Verlustverrechnung kam, die den Verrechnungstopf geleert und den bereits ausgeschöpften Sparerpauschbetrag wieder geöffnet hat.
In letzter Zeit war das nicht mehr so, der Sparerfreibetrag wurde nicht mehr reaktiviert, obwohl auf dem Verrechnungstopf Aktien noch ein Betrag steht. Ich habe das bisher nicht kapiert.
Auf Ihre Anregung hin habe ich das nochmal kontrolliert und festgestellt, dass Gewinne aus Fondsverkäufen und Dividenden den Sparerpauschbetrag aufbrauchen und dass er dann auf 0 bleibt. Vielen Dank für Ihre ausführliche Begründung, jetzt ist mir das endlich klar.


Zufriedener ING-Kunde

18.11.2020

Hallo Hermjard,
Anhand Ihrer Erläuterungen, sieht man, dass sie sich auch sehr gut in der Materie auskennen. Dennoch gibt es ein paar Sonderfälle bei denen diese nicht zutreffen:
"Und es gibt unter normalen Umständen KEINE Situation, wo Sie zwar einen Verrechnungstopf, aber keinen Sparerpauschbetrag mehr haben."
Solche Situationen gibt es schon - zumindest im Zusammenhang mit Aktienverlusten. Ich habe in einem meiner Depots noch einen mittleren vierstelligen Betrag an Aktienverlusten, u.a. auch als Ergebnis des Wirecard-Disasters :-/. Gleichzeitg ergibt die Summe der 2020er Erträge aus Dividenden und Fonds-Ausschüttungen ebenfalls einen vierstelligen Betrag (deutlich größer als der bestehende Sparerpauschbetrag). Aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Einschränkung, dass derartige Erträge nicht mit Aktienverlusten verrechnet werden dürfen, wurden diese folglich direkt mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet - der Verlustverrechnungstopf Aktien besteht somit unverändert und wird wohl auch ins nächste vorgetragen.
Da ich jedoch inzwischen meine Anlagestrategie in Richtung ETF verschoben habe, und das Aktiendepot sich nicht wirklich gut entwickelt hat, kann ich den Verlustbetrag leider nicht nutzen, um meine Kapitalertragssteuer zu senken. Ich wünsche mir deswegen, dass zukünftig auch Aktienverluste universeller mit anderen Ertragsarten verrechenbar sind - das wird ja bald vom BFH überprüft. Sofern mein Wunsch in Erfüllung geht, muss ich dann auch dran denken, dass ich in dem Jahr, ab dem das möglich ist, soviele Erträge realisiere, dass die Ertragssumme größer/gleich Summe aus Verlusttopf und Sparerpauschbetrag ist. Insofern war ihre Erläuterung da sehr hilfreich für mich. Ich hätte da möglicherweise nicht dran gedacht.

"Falls für Sie umgekehrt absehbar ist, mit dem Sparerpauschbetrag von 801 € für Ihre Gewinne nicht auszukommen, sind angemessene Verlustverkäufe und sofortige Wiederkäufe ein probates Mittel. "
Auch hier macht das Verbot das Verrechenbarkeit von Aktienverlusten einen Strich durch die Rechnung. Ich würde bspw. gerne noch ein paar Aktien, die derzeit im Minus sind, abstoßen. Aber da sich die daraus resultierenden Verluste nicht steuermindernd mit anderen wiederkehrenden Ertragsarten (Dividenden, Fonds-Ausschüttungen, Zinsen) verrechnen lassen, ist das eben keine gute Alternative.

"Meine gesamten Überlegungen unterstellen natürlich, dass Sie Ihren gesamten Sparerpauschbetrag der Bank mit Ihrem Wertpapierportfolio zugewiesen haben. Wenn Sie Ihren Sparerpauschbetrag ganz woanders und dort auch vollständig genutzt haben, dann, aber erst dann, können Verlustüberträge eine Überlegung wert sein."
Es ist zugegeben ein Sonderfall: Ich habe bei der ING zwei unabhängige Konten - siehe in einer meiner Beiträge hier in den Kommentaren. Der Sparerpauschbetrag, den ich zur ING allokiert habe, gilt übergreifend für beide Konten. Dass heißt Erträge in beiden Konten werden mit dem gleichen Betrag (Topf) verrechnet. Gleichzeitig werden die Verlustverrechnungstöpfe getrennt für beide Konten geführt. Ich habe bspw. im Verlustverrechnungstopf allgemein in Konto A noch einen verbleibenden Betrag. Erträge in Konto A werden dann aufgrund der Priorisierung mit dem Verlustverrechnungstopf verrechnet. Erträge in Konto B werden dann jedoch direkt mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet.
Laut Antwort von der ING, findet diese Kontenübergreifende Verrechnung der Verlusttöpfe jedoch am Jahresende statt. So eine Situation hatte ich bisher noch nicht - ich bin mal gespannt wie das abläuft.
In diesem Sinne - viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Erzielen von verrechenbaren Kapitalerträgen :)


Hermjard

17.11.2020

Hallo zufriedener ING-Kunde,

vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, Sie haben meine Erläuterungen noch nicht vollständig verstanden: Egal welche Strategie Sie fahren, es wird immer erst Ihr Verrechnungstopf (-> übertragbar) VOR dem Sparerpauschbetrag (-> nicht übertragbar) aufgebraucht. Und es gibt unter normalen Umständen KEINE Situation, wo Sie zwar einen Verrechnungstopf, aber keinen Sparerpauschbetrag mehr haben.

Wenn Sie also keine "Steuerverrechnungsverluste" machen wollen, bleibt Ihnen nur genau EINE "Strategie": Sie müssen Ihren Verrechnungstopf UND Ihren Sparerpauschbetrag innerhalb des Jahres vollständig aufbrauchen.

Indem Sie dies tun, hat sich jede Überlegung zu einem Verlustübertrag erübrigt. Denn in dem Moment, wo Sie einen Verlustübertrag ins nächste Jahr hätten, hätten Sie immer gleichzeitig einen "Steuerverrechnungsverlust" über ein Gewinnvolumen in Höhe von 801 €.

Verlustüberträge sind also keine "Chance", sondern eine Gefahr, die man möglichst meiden sollte. Genau das wird in diesem Artikel bedauerlicherweise nicht herausgearbeitet.

Um Verlustüberträge zu vermeiden und den Sparerpauschbetrag aufzubrauchen, und da haben Sie Recht, sind natürlich Gewinnverkäufe und sofortige Wiederkäufe ein wirksames Instrument - zum Preis der Transaktionskosten. Was nützt das? Ihre Papiere stehen dann zu einem höheren Einstandskurs in Ihrem Portfolio. Sie sparen bei einem zukünftigen Verkauf durch eine geringere "Gewinnspanne" also Steuern.

Falls für Sie umgekehrt absehbar ist, mit dem Sparerpauschbetrag von 801 € für Ihre Gewinne nicht auszukommen, sind angemessene Verlustverkäufe und sofortige Wiederkäufe ein probates Mittel. Wiederum zum Preis der Transaktionskosten. Aber keine zu großen Verluste machen, sonst bleiben Sie wieder auf dem Sparerpauschbetrag (oder einem Teil davon) sitzen!

Ferner vermeiden Sie dadurch nicht wirklich die Steuern, sondern schieben Sie nur auf die Zukunft auf: Denn die zum Verlust wieder zurückgekauften Papiere stehen nun in Ihrem Portfolio zu einem niedrigeren Einstandskurs, was bedeutet, dass Sie für sie bei einem zukünftigen Verkauf einen höheren Gewinn erzielen und damit genau die Steuern "nachzahlen", die sie vormals vermieden haben. Allerdings haben "Steuerstundungen" ja durch den Zinseszinseffekt einen Wert an sich.

Oder mit anderen Worten: Jeder zahlt die Steuern gerne so spät wie möglich, um so lange wie möglich mit dem Geld arbeiten zu können.

Und niemand verschenkt gerne die jährliche Steuerbefreiung in Höhe von 801 €.

Meine gesamten Überlegungen unterstellen natürlich, dass Sie Ihren gesamten Sparerpauschbetrag der Bank mit Ihrem Wertpapierportfolio zugewiesen haben. Wenn Sie Ihren Sparerpauschbetrag ganz woanders und dort auch vollständig genutzt haben, dann, aber erst dann, können Verlustüberträge eine Überlegung wert sein.


ING

17.11.2020

Hallo mainengine, bei allen Wertpapiere, die nach der Einführung der Abgeltungsteuer am 01.01.2009 erworben wurden, spielt die Haltedauer keine Rolle mehr für die steuerliche Behandlung der Gewinne bzw. Verluste. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


mainengine

16.11.2020

Ist der Zeitpunkt eines Verkaufes einer Aktie mit Verlust unerheblich oder gibt es noch die alte Frist von einem Jahr, innerhalb dessen der Verlust realisiert werden muß ?


Zufriedener ING-Kunde

16.11.2020

Hallo Volkan,
Solange sich die Gewinne und Verluste innerhalb der ING (bzw. einer anderen Bank) abspielen, kann und wird die Bank das natürlich miteinander verrechnen, ohne, dass man den Umweg über Steuererklärung/Finanzamt gehen muss.
In dem Fall braucht man auch keine Verlustbescheinigung von der Bank.
Wenn man aber bspw. bei der ING realisierte Verluste mit realisierten Gewinnen bei anderen Banken verrechnen will, dann geht das nur über die Steuererklärung. Da der Inhalt der Verrechnungstöpfe am Jahresende standardmäßig auf das nächste Jahr vorgetragen wird, bekommt das Finanzamt jedoch von den bestehenden verrechenbaren Verlusten nichts mit - dafür braucht es die Verlustbescheinigung.
Man ist natürlich nicht gezwungen, das so zu machen. Allerdings bezahlt man dann unter Umständen zu viel Kapitalertragssteuer.

@Uwe. Die ING hat im Artikel auf ein anhängiges Verfahren beim Bundesfinanzhof verwiesen (Az. VIII R 11/18). Wenn man dem Link folgt, steht auf der Webseite des BFH folgendes:
"Verfassungswidrige Benachteiligung von Aktienverlusten? (VIII R 11/18): Der Bundesfinanzhof wird die Bestimmung des § 20 Abs. 6 Satz 5 EStG alter Fassung einer verfassungsrechtlichen Prüfung unterziehen. Verluste aus der Veräußerung von Aktien dürfen danach nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden. Der Kläger wendet ein, es sei kein verfassungsrechtlich anzuerkennender Grund ersichtlich, weshalb allein die Aktienverluste von der Verrechnung mit anderen Kapitalerträgen ausgeschlossen sind."
Weiter oben steht, dass mit einer "Entscheidung im laufenden Jahr zu rechnen" ist.
Es besteht also noch Hoffnung, dass zukünftig auch andere Erträge wie bspw. Dividenden doch mit Aktienverlusten verrechnet werden können und dürfen. Ich drücke die Daumen, dass der BFH im Sinne des Klägers entscheidet :-)


Ein (jetzt noch) zufriedener(er) ING-Kunde

16.11.2020

Danke an das Social Media Term für die prompte Antwort!


Volkan

16.11.2020

Was ich bei dem Ganzen nicht verstehe, wahrend allen (positiven) Tradeprozessen werden doch die Kapitalertragssteuern direkt berechnet bzw. abgebucht, Verluste werden ebenfalls vermerkt.
Muss man alles nochmal selber in der Steuererklarung auflisten...

Der Broker oder Bankgesellschaft macht es doch eh...

Danke fur die Aufklarung

VG


Joe

16.11.2020

Volle Zustimmung an Hermjard und "Ein zufriedener ING-Kunde". Mich ärgert auch, dass der Sparerfreibetrag sofort wieder aufgefüllt wird wie bei Hermjards Beispiel 2 beschrieben. Das ist gesetzlich aber so vorgegeben.
Dagegen hilft nur, ständig den Überblick zu behalten und gelegentlich auch mal gezielt Aktien zu verkaufen, die im Plus sind, und evtl. gleich wieder zu kaufen. Das Ganze schiebe ich nicht auf bis zum Jahresende, denn wer weiß, ob sie dann noch im Plus sind. Ich habe viele Einzelaktien, da geht es recht gut, aber ärgerlich ist es trotzdem.


ING

16.11.2020

Hallo "Ein zufriedener ING-Kunde", gerne beantworten wir Ihre Fragen! Ja, auch der Bestand im allgemeinen Verlustverrechnungstopf wird von uns automatisch in das nächste Jahr übertragen. Und zu Beginn eines neuen Kalenderjahres erfolgt die sogenannte "ehegatten-/lebenspartnerübergreifende Verlustverrechung", bei der alle Konten berücksichtigt werden, sofern ein gemeinschaftlicher Freistellungsauftrag gestellt wurde. Ein von uns bescheinigter Verlust kann allerdings nicht wieder zurück an uns übertragen werden. Ob hier seitens des Finanzamtes immer automatisch ein Übertrag in das Folgejahr vorgenommen wird, erfragen Sie am besten direkt dort. Viele hilfreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie übrigens auch hier: www.ing.de/hilfe/steuern/abgeltungsteuer/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Uwe

16.11.2020

Es ist eine extrem ungerechte Sache mit den beiden Verlustverrechnungstöpfen. Verluste aus Aktien bleiben im Topf, während Verluste aus Fonds (z.B.), die Aktien beinhalten, gegen Dividenden aufgerechnet werden können.

Hier wird die eigene Aktienanlage als Anlageform steuerlich diskrimiert, und natürlich wird so eigentlich viel mehr an Steuern abgeschöpft als der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen gegenüber gerecht wäre.


Ein zufriedener ING-Kunde

16.11.2020

Hallo Hermjard,

Ihr Einwand ist plausibel - die Prorisierung (Verrechnung zuerst gegen Verlustverrechnungstopf und erst zweitrangig gegen Sparerpauschbetrag) gibt aber wahrscheinlich der Gesetzgeber vor. Zumindest denke ich nicht, dass das sich die ING ausgedacht hat..!?

Wenn man sich dieser Logik bewusst ist, kann man seine Anlagestrategie folglich danach ausrichten und optimieren.
D.h. dass man dafür sorgt, dass man im Jahr immer soviele Kapitalerträge hat, dass man mindestens den Sparerpauschbetrag vollständig ausschöpft, denn dieser wird nie vorgetragen (das lohnt auch in Jahren in denen keine Verluste realisiert werden).
Dazu sollte man entsprechend die Verluste auch versuchen so zu realisieren, dass man dann auch in diesen Jahren den Sparerpauschbetrag vollständig ausschöpft. Notfalls muss man dazu auch in der Gewinnzone befindliche Wertpapiere veräußern und direkt wieder kaufen, um verrechenbare Gewinne zu erzielen.
Natürlich verursacht das auch Kosten (den Spread zwischen Geld und Briefkurs sowie 2 x Ordergebühren) - die gesparte Steuer könnte dennoch höher sein.

Was mich an der ganzen Verrechnungstopflogik ungleich mehr stört, ist, dass sich Aktiendividenden nicht mit Akienverlusten verrechnen lassen, obwohl beides die gleiche Assetklasse betrifft. Wenn ich also bestehende Aktienverluste gerne mit Erträgen verrechnen möchte, bin ich gezwungen Aktien (ggf. vor der Ex-Dividende Datum) zu verkaufen und versuche dadurch wiederum Orderkosten und -aufwand. Wenn ich mir die Aktie nach Ex-Dividende wieder kaufe, habe ich de-facto den gleichen Gewinn erzielt, den ich verrechnen darf. Es wäre viel einfacher wenn sich auch Dividenden mit Aktienverlusten verrechnen lassen dürfen.


Ein zufriedener ING-Kunde

15.11.2020

Hallo ING-Team,
Interessanter Artikel! Ich hätte dazu mal noch 3 etwas speziellere Fragen - vielleicht lassen die sich ja einfach beantworten?...
1) Dass der Verlustverrechnungstopf für Aktien ins nächste Jahr vorgetragen wird, ist mir bekannt. Diesem Artikel nach geschieht das also auch mit dem allgemeinen Verlustverrechnungstopf, richtig? (wichtig, da ich den Restbetrag im Topf bis Jahresende vermutlich nicht ganz aufbrauchen werde).
2) Ich habe bei der ING zwei getrennte Kontenbereiche (jeweils mit Wertpapierdepots, ein Kontobereich läuft gemeinsam mit meiner Frau, der andere auf mich allein). Der Sparerpauschbetrag ist ja anscheinend für beide Kontenbereiche gültig, d.h. Erträge in beiden Konten reduzieren den verbleibenden gemeinsamen Sparerpauschbetrag. Für die Verlustverrechnungstöpfe scheint das aber nicht zu gelten, d.h. diese werden für beide Konten getrennt geführt. Findet hier am Jahresende eine Verrechnung über die beiden Konten hinweg statt? Bei mir ist es so, dass nach dem Verbrauch des Sparerpauschbetrages die Erträge im gemeinsamen Depot noch gegen bestehende Verluste im Verrechnungstopf allgemein verrechnet werden, während im anderen Depot von den laufenden Erträgen bereits Steuer einbehalten wird.
3) Wenn ich mit der Steuererklärung eine Verlustbescheinigung einer Bank einreiche und mit Erträgen aus einer anderen Bank verrechnen lasse, was passiert, wenn die Erträge niedriger sind, als der bescheinigte Verlust? Trägt das Finanzamt dann einen Verlustverrechnungstopf ins nächste Jahr fort oder kann ich den verbleibenden, nicht verrechenbaren Verlust zurück an die Bank übertragen lassen? Denn vermutlich wird bei der Bank mit dem Ausstellen der Verlustbescheinigung der Verlustverrechnungstopf ja wieder auf 0 gesetzt?

Herzlichen Dank schon vorab und VG!


A. M.

15.11.2020

Es fehlt der Hinweis auf die max. Verlustverrechnung von 10.000 Euro pro Jahr!


Hermjard

14.11.2020

Ein entscheidendes Detail bleibt in den obigen Erläuterungen unverständlicherweise völlig unerwähnt:

Verlustverrechnungstöpfe werden nur dann gebildet, wenn der Anleger noch keinen Cent seines Sparerfreibetrages angebrochen hat.

Hat der Anleger jedoch seinen Sparerfreibetrag ganz oder teilweise ausgeschöpft, so wird bei realisierten Verlusten zunächst der Sparerfreibetrag bis zum Maximum von 801 € wieder aufgefüllt. Erst darüber hinausgehende Verluste führen zur Bildung eines Verrechnungstopfes.

Und jetzt kommt der große Haken: Besitzt ein Anleger sowohl seinen vollen Sparerfreibetrag, als auch einen Verrechnungstopf, bspw. weil er im laufenden Kalenderjahr bislang mehr Verluste als Gewinne gemacht hatte, und macht er im weiteren Verlauf des Kalenderjahres Gewinne, so werden ihm diese unfairerweise zuerst auf den (übertragbaren) Verrechnungstopf angerechnet, anstatt auf den (nicht übertragbaren) Sparerfreibetrag. Mit anderen Worten, der Anleger verliert am Ende des Kalenderjahres im schlimmsten Falle Verlustüberträge in Höhe des Sparerpauschbetrages.

Ein Beispiel:
1. 04.04.2020: Veräußerungsgewinn von 600 € -> freier Sparerpauschbetrag sinkt auf 201 €.
2. 05.05.2020: Veräußerungsverlust von 1.000 € -> Sparerpauschbetrag wird auf 801 € wieder aufgefüllt und Verrechnungstopf i.H.v. 400 € wird gebildet.
3. 06.06.2020: Veräußerungsgewinn von 100 € -> Verrechnungstopf sinkt auf 300 €, Sparerpauschbetrag bleibt bei 801 €.
4. 01.01.2021: Verrechnungstopf i.H.v. 300 € wird aufs nächste Jahr übertragen, der "alte" Sparerfreibetrag ist hingegen verloren, da er sich über die Jahre nicht aufsummiert.

Ergebnis: Die 600 € Verlust, die in das Auffüllen des Sparerfreibetrages geflossen sind, sind steuerlich verloren und werden eben NICHT ins nächste Jahr übertragen.