Berufliche Weiterbildung

So bekommen Sie Unterstützung vom Staat  | 06.06.2017

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Weiterbildungen neben dem Berufsleben verlangen große Disziplin und Durchhaltevermögen. Da trifft es sich gut, dass man wenigstens Hilfe bei der finanziellen Belastung bekommt. Hier zwei Beispiele, wie die staatliche Unterstützung aussehen kann.

Meister-BAföG

Das Meister-BAföG, jetzt offiziell Aufstiegs-BAföG – kurz AFBG – genannt, fördert mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse, wie beispielsweise den Meister, Fachwirt, Techniker, Erzieher oder Betriebswirt. Dabei ist es unerheblich, ob die Fortbildung in Teil- oder Vollzeit absolviert wird und wie alt der Antragsteller ist. Da der angestrebte Abschluss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen muss, ist in der Regel eine abgeschlossene Erstausbildung Voraussetzung. Auch darf der Antragsteller keinen Hochschulabschluss über dem Bachelor besitzen. Ausländer sind unter bestimmten Bedingungen ebenfalls AFBG-berechtigt.
Die Förderung kann bis zu einer Summe von 15.000 Euro betragen. Davon erhält der Antragsteller 40% als Zuschuss vom Staat und 60% als Bankdarlehen von der KfW. Die Materialkosten für das Meisterprüfungsprojekt können bis zu 50% und einer Höhe von 2.000 Euro gefördert werden. Die jeweiligen Zuschüsse zum Unterhalt und zur Kinderbetreuung finden Sie hier.

Bildungsprämie

Wer berufliche Veränderung sucht und sich selbst um die Planung der Weiterbildung kümmert, für den ist die Bildungsprämie interessant. Dabei soll es um die eigenen Interessen, unabhängig vom derzeitigen Job und den Interessen des Arbeitgebers, gehen.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten: den Prämiengutschein und den Spargutschein (Weiterbildungssparen) – wobei auch beides miteinander kombiniert werden kann.

  • Einen Prämiengutschein erhält, wer älter als 25 Jahre ist, mindestens 15 Stunden pro Woche arbeitet oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befindet. Das zu versteuernde Jahreseinkommen (hier gehts zum Rechner) darf maximal 20.000 Euro bzw. bei gemeinsam Veranlagten 40.000 Euro betragen. Die Weiterbildung darf außerdem nicht mehr als 1.000 Euro kosten. Davon wird die Hälfte vom Staat bezuschusst. Diese Prämie kann alle zwei Jahre beantragt werden. Der Prozess ist denkbar einfach: Es muss lediglich ein Gespräch in einer der 530 Beratungsstellen vor Ort geführt werden. Wenn die formalen Kriterien erfüllt werden, wird der Prämiengutschein direkt vor Ort ausgegeben.
  • Mit dem Spargutschein können teurere und längerfristige Weiterbildungsmaßnahmen finanziert werden. Die Maßnahme muss lediglich 30 Euro übersteigen. Die Förderung ist unabhängig von dem Einkommen und den weiteren Förderbedingungen, die für den Prämiengutschein gelten. Voraussetzung für den Einsatz eines Spargutscheins ist ausschließlich das Vorhandensein einer entsprechenden Arbeitnehmersparzulage nach dem Vermögensbildungsgesetz. Das ist eine staatlich gewährte Geldzulage zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer. Das können beispielsweise Vermögenswirksame Leistungen oder unter Umständen ein Bausparvertrag sein. Der Spargutschein wird ebenfalls nach einem Beratungsgespräch in einer Bildungsprämien-Beratungsstelle ausgegeben.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Aufstiegs-BAföG, der Bildungsprämie und dem Spargutschein.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer beruflichen Weiterbildung.

Autor: Daniela Mayer


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