Urlaub & Reisen

Buchungsportale: Noch ein Schnäppchen im Corona-Jahr? | 12.10.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Wer trotz Corona noch kurzfristig eine Urlaubsreise machen und dabei ein Schnäppchen ergattern will, kann auf Buchungsportale zurückgreifen. Sie versprechen schnelle Hilfe – doch nicht immer erhalten Verbraucher wirklich die günstigsten Angebote.

Die Corona-Pandemie hat schon zahlreiche Urlaubspläne durchkreuzt – und noch immer bremst sie viele Reisewillige aus. Wer dennoch nicht zu Hause bleiben und vielleicht sogar recht kurzfristig die Koffer packen will, sucht gern online nach günstigen Angeboten. Buchungsportale bieten an, schnell und bequem von der Couch aus Schnäppchen zu finden. Doch welche Kostenfallen lauern hier? Und was müssen Verbraucher bei der Suche beachten?

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Achtung: Diese Tücken sollten Verbraucher kennen

Es scheint so unkompliziert: Verbraucher müssen nur das Urlaubsziel und ihre Reisedaten eingeben – und schon erhalten sie eine Übersicht der besten Unterkünfte, Flüge oder Mietwagen. Doch so praktisch Buchungsportale sind, sie haben auch ihre Tücken.

  • Unseriöse Anbieter: Zum Teil werden Fake-Unterkünfte auch bei großen Reiseanbietern präsentiert und sind schwer von seriösen Angeboten zu unterscheiden, wie die Verbraucherzentrale warnt. Geworben werde in der Regel mit besonders günstigen Preisen.
  • Künstliche Verknappung: „Nur noch ein Zimmer verfügbar!“ oder „Es sehen sich gerade noch 50 andere Personen diese Unterkunft an!“ - Sätze wie diese wollen sagen: Schnell buchen, sonst ist das Angebot weg! Doch von solchen Warnungen sollte man sich nicht verrückt machen lassen: „Die Angabe, wie viele Zimmer noch frei sind, bezieht sich auf das Kontingent des jeweiligen Buchungsportals, nicht auf die tatsächliche Anzahl der zur Verfügung stehenden Zimmer“, sagt Juristin Sabine Blanke vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ).
  • Achtung Kostenfallen: Mitunter werden laut EVZ zusätzliche Kosten - etwa für eine Service-Gebühr oder für Reiseversicherungen - erst während der Buchung angezeigt. Wer sich für Ferienwohnungen entscheidet, muss laut Verbraucherschützern außerdem mit Kosten für Zusatzleistungen wie einer Endreinigung rechnen.
  • Undurchsichtige Platzierungen: Welches Angebot ganz oben in den Suchergebnissen erscheint, hängt von mehreren Faktoren ab – und die sind für den Verbraucher nicht immer erkennbar. Manche Hotels bezahlten zum Beispiel für ihre Platzierung, heißt es auf der Seite der Stiftung Warentest.

Tipps für die Buchung über Onlineportale

Auch wenn an einigen Stellen getrickst wird: Verbraucher können trotzdem günstige und individuell passende Angebote finden, wenn sie ein paar Dinge beachten.

  • Für Buchungen während Corona: Viele Verbraucher sind sich gerade jetzt unsicher, ob sie einen Urlaub überhaupt buchen sollen und haben Angst, später auf den Kosten sitzen zu bleiben. Deshalb rät Blanke zur Filterauswahl bei der Suche: „Wir empfehlen in der Corona-Zeit außerdem unbedingt, eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit einzustellen.“
  • Eigene Such-Filter benutzen: Manchen Urlaubern ist ein Pool wichtig, anderen ein inbegriffenes Frühstück. Deshalb rät das EVZ dazu, den Empfehlungen des Portals nicht einfach blind zu vertrauen, sondern die Suchergebnisse nach eigenen Kriterien zu filtern. Ein Beispiel: Für Reisende ohne Auto sei etwa die Entfernung des Hotels zum Bahnhof interessant, sagt Blanke.
  • Cookies löschen: Je nachdem über welchen Browser oder welches Endgerät der Urlauber sucht, kann er unterschiedliche Angebote erhalten. Der Rat des EVZ: Den Browserverlauf löschen und auch mal mit einem anderen Gerät auf die Suche gehen.
  • Teure Zusatzoptionen streichen: Wer beim Buchen sparen will, kann bestimmte Optionen einfach weglassen. „Ein teures Frühstück zum Beispiel kann den Preis verfälschen“, empfiehlt Blanke.
  • Preise vergleichen: Es lohnt sich laut Juristin immer, auch auf der Seite des Anbieters nachzuschauen. Denn dort könne das Angebot sogar günstiger sein. „Gerade bei Flugbuchungen direkt über die Airline können Reisende sich sicher sein, dass keine Vermittlungsgebühr anfällt“, betont sie.
  • Seriöse Anbieter finden: Um nicht auf Betrüger reinzufallen, ist es laut Verbraucherschutzzentrale ratsam, vor der Buchung stets zu prüfen: Ist der Anbieter deutlich im Impressum zu identifizieren? Seine Finger solle man von Anbietern lassen, die nur ein Postfach oder eine 0900-Nummer für den telefonischen Kontakt angeben. Außerdem rät das EVZ zur Vorsicht, wenn von den Verbrauchern lange im Voraus etwa die komplette Miete gefordert wird oder die Buchung nicht über die offizielle Plattform erfolgen soll. Eine gute Idee: Die Adresse der Unterkunft über Suchmaschinen oder Satellitenansichten überprüfen.
  • Bewertungen genau ansehen: Hier lautet die Devise: Nicht nur auf die Gesamtbewertung schauen, rät das EVZ. Vor allem bei langen und übertrieben positiven Bewertungen solle man kritisch sein, schließlich können Bewertungen auch gekauft sein.

Autor: ING


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