A new ETF is born

Von der Entstehung eines ETFs | 09.10.2019

20150624_Baukosten_artikel

© ING

ETFs sind bei Anlegern beliebt und werden für ihre hohe Handelsliquidität, große Transparenz und geringen Gebühren geschätzt. Diese Vorzüge sind nicht zuletzt auf den Entstehungsprozess zurückzuführen.

Wie kaum ein anderes Investmentprodukt verzeichnen ETFs seit vielen Jahren eine immer größere Aufmerksamkeit, immer häufiger greifen Anleger zu einem ETF-Sparplan. Deren Erfolgsformel lautet: Einfach, transparent und kostengünstig – per ETF lässt sich leicht ein gut diversifiziertes Portfolio zusammenstellen. Das zur Verfügung stehende Angebot und die Vielfalt der Produkte nehmen stetig zu, Fondsgesellschaften bauen ihr ETF-Portfolio kontinuierlich aus.

Physische oder synthetische Replikation?

Im Rahmen des ETF-Erschaffungsprozesses stehen der Fondsgesellschaft unterschiedliche Möglichkeiten der Indexabbildung zur Verfügung. Entscheidet sie sich für die physische, volle Replikation, wird der zugrundeliegende Index 1:1 nachgebildet. Das bedeutet es werden alle Index-Titel gemäß ihrer jeweiligen Indexgewichtung gekauft. Während diese Variante häufig bei Indizes mit einer hohen Liquidität und einem einfachen Marktzugang bevorzugt wird, können weniger liquide Indizes (z.B. aus Schwellenländern) auch über eine repräsentative Auswahl an Indexwertpapieren abgebildet werden. Dabei wird in erster Linie auf die überdurchschnittlich stark gehandelten und hochkapitalisierten Titel im Index gesetzt. Eine dritte Möglichkeit der Nachbildung ist die synthetische Replikation, bei der der Aktienkorb mit völlig anderen Wertpapieren außerhalb des Index bestückt sein kann. Hinzu kommt ein sogenanntes Swap-Geschäft. Dabei handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien darüber, in der Zukunft bestimmte Zahlungsströme auszutauschen, im vorliegenden Fall die Performance des Aktienkorbes und die Performance des dem ETF zugrunde liegenden Index. Die Gegenpartei des Swap-Geschäfts, die häufig eine Investmentbank ist, garantiert mit diesem Tauschgeschäft, dass die eigentliche Indexrendite nachvollzogen wird und erhält dafür zusätzlich zur Rendite des Aktienkorbes auch eine (Swap-)Gebühr. Per synthetischer Replikation lassen sich auch auf exotischere Indizes leichter ETF-Produkte anbieten.

Der Creation/Redemption-Prozess

Möchte eine Fondsgesellschaft einen neuen ETF auf einen zugrunde liegenden Index auflegen, nimmt sie Kontakt zu einem Market Maker oder anderen autorisierten Marktteilnehmern auf. Diese kaufen für den ETF Aktien des abzubildenden Index und tauschen diese beim Fondsanbieter gegen ETF-Anteile ein, die damit für den regulären Handel an der Börse zur Verfügung stehen. Dieser Tauschvorgang wird als „Creation“-Prozess bezeichnet, bei dem letztlich die ETF-Anteile geschaffen werden. Gibt der Market Maker Anteile am ETF an die Fondsgesellschaft zurück, spricht man vom „Redemption“-Prozess. Hierbei erhält der Market Maker für die ETF-Anteile den entsprechenden Aktienkorb zurück und kann diesen über den Aktienmarkt verkaufen. Die Geschäfte zwischen ETF-Gesellschaft und dem Market Maker bzw. autorisierten Marktteilnehmern werden auf dem Primärmarkt außerhalb der Börse abgewickelt. Der Market Maker kann die von der ETF-Gesellschaft erworbenen Anteile ebenso privaten und institutionellen Investoren zum Kauf anbieten. Diese Geschäfte werden über die Börse, also den Sekundärmarkt abgewickelt.

Geringe Spreads, hohe Liquidität

Durch die ständigen „Creation“- und „Redemption“-Prozesse zwischen ETF-Anbieter und Market Maker auf dem Primärmarkt kann auf die jeweilige Nachfragesituation schnell reagiert werden, ohne dass sich hieraus in der Regel nennenswerte Auswirkungen auf die Kursstellung und Performance des ETFs ergeben. Dem Market Maker stehen stets ausreichend Anteile zur Verfügung, um auf dem Sekundärmarkt einen fortlaufenden Handel mit den Anlegern zu gewährleisten. An Banken angeschlossene Market Maker können dabei gerade bei gängigen Indizes häufig einen guten Teil der benötigten Wertpapiere aus den eigenen Handelsbüchern abdecken und so die Transaktionskosten für An- und Verkauf der Aktienkörbe gering halten. Gerade bei ETFs auf die großen und liquiden Indizes dürfen sich Anleger deshalb über besonders enge Spannen zwischen An- und Verkaufspreis (Spreads) an der Börse freuen. Etwas größere Spreads müssen Investoren dagegen beim Kauf eines ETFs auf exotischere Indizes in Kauf nehmen.

Neugierig auf ETFs geworden? Bei uns können Sie schon ab 50 Euro monatlich in ETFs investieren. Das Beste daran: Sie können sich auch noch die Kaufgebühren sparen und bei uns aus
64 kostenlosen ETF-Sparplänen und über 200 kostenlosen ETFs auswählen.

Aktualisiert am: 09.10.2019


Ihre Meinung

Kommentare (10)


Kommentare

Peter Hax

18.10.2019

Der Artikel ist sehr Fachlastig. Für Einsteiger und fortgeschrittene Nutzer von ETFs ist der Artikel nicht geeignet. Ziel verfehlt !


E. Röttger

18.10.2019

Die ETF (Exchange Trade Funds) finde ich interessant für Kleinanleger, die nicht viele verschiedene Aktien kaufen können.
Eine interssante Dokumentation zu dem ETF Anbieter Blackrock (IShares) gab es am 16.10.19 im ZDF; allerdings sehr spät , eigentlich 17.10./00:45.


ING

18.10.2019

Hallo Herr Hagendorn, vielen Dank für Ihren Kommentar! Sie haben ganz Recht: ETF ist eine Abkürzung und steht für Exchange Traded Funds. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Horst Hagendorn

18.10.2019

Interessanter Beitrag. Allerdings ist nirgendwo vermerkt, was ETF heißt. Ich denke es ist eine Abkürzung.


Herr Krause

18.10.2019

Schöner Artikel mit einigem brauchbaren Wissen. Hat mir auch nochmal vor Augen geführt warum in illiquiden Märkten fast nur synthetische ETF existieren. Begriffe wie "Market Maker" machen das Lesen für einen unerfahrenen Anleger aber schwer und man hätte hier und da auch mehr zum Thema ausführen können.


Hein Lib

17.10.2019

Das sind Erklärungen von Bankern die sih vom Kundendenken schon ziemlich weit entfernt haben.


Dr. Schachler

09.10.2019

Sorry, aber für Einsteiger und auch leicht fortgeschrittene Nutzer von ETFs ist der Artikel eher abschreckend als nützlich. Der Autor hat sicher das Wissen, allgemeinverständlicher zu schreiben. Außerdem-siehe unten Kommentar von Simonn Linden.
Fazit: Note ungenügend


ING

09.10.2019

Hallo Herr Braun, hallo Herr Linden, vielen Dank für Ihre Kommentare! Die Anregung zu einer Fortsetzung nehmen wir gerne auf. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Simon Linden

09.10.2019

@ Werner Braun,
Vielleicht verstehe ich Ihre Frage nicht richtig, aber im Abschnitt "Physische oder synthetische Replikation?" werden doch die drei Möglichkeiten der Nachbildung beschrieben...

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten der Nachbildung werden, wie Sie richtig erwähnen, in dem Artikel nicht näher beschrieben. Dafür ist wohl eine Recherche über einschlägige Suchmaschinen des Internets notwendig oder es gibt an dieser Stelle noch eine Fortsetzung...


Werner Braun

09.10.2019

Sie erwähnen 3 Möglichkeiten der Nachbildung, beschreiben aber nur eine. Ist eine Fortsetzung geplant? Interessieren würden mich auch die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten.