ETFs oder Mischfonds?

Vor- und Nachteile beider Anlageformen | 07.02.2020

ETFs oder Mischfonds?

Börsengehandelte Indexfonds (ETF) gelten als günstig, bei einem Mischfonds legen Profis das Geld an. Beide Investmentprodukte haben Vor- und Nachteile.

Eine der Grundregeln der Geldanlage heißt: Um das Risiko zu minimieren, sollten Investitionen breit gestreut werden. Der Grund? Wer sein Geld in viele unterschiedliche Anlageklassen steckt, wird von Kursschwankungen eines Produkts nicht so stark getroffen wie beispielsweise ein reiner Aktieninvestor. Die Kurse von Anleihen eines Industriestaats wie Deutschland oder USA verzeichnen meist nicht so große Ausschläge nach oben oder unten wie einzelne Aktien. Doch wie kann ein Privatkunde eine breit gestreute Geldanlage finden, ohne sich mit hunderten von einzelnen Wertpapieren beschäftigen zu müssen? Der Markt bietet dafür in erster Linie zwei Möglichkeiten: Aktiv gemanagte Fonds und börsennotierte Fonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs).

Hier kümmert sich das Fondsmanagement

Bei aktiv gemanagten Fonds müssen die Anleger in der Regel nur entscheiden, welcher Risikotyp sie sind, z.B. konservativ, spekulativ oder risikobewusst. Dann können Sie sich entspannt zurücklehnen, denn das Fondsmanagement kümmert sich je nach Zusammensetzung des Fonds um die Aufteilung in Anlageklassen wie z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Zudem kann das Fondmanagement bei Kursschwankungen eingreifen. So können in einem Fonds riskantere Aktien mit risikoärmeren Anleihen gemischt werden, sagt Sylvie Ernoult vom Bundesverband deutscher Banken (BdB).

Fonds: Beliebt für langfristige Anlage

Fonds eignen sich vor allem für die langfristige Geldanlage. „Wie bei Aktien oder Fonds auch, sollten Schwankungen ausgesessen werden können und der Anlagehorizont weit gezogen sein“, betont Ernoult. Wie beliebt Mischfonds und ETFs sind, zeigen die Daten des BVI Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI). Demnach stieg das Nettovermögen von Mischfonds hierzulande in den vergangenen drei Jahren um gut ein Drittel auf mehr als 296 Milliarden Euro.

ETFs: So gut wie ihr Index

ETFs sind passiv gemangte Indexfonds. Sie bilden einen zugrundeliegenden Index, wie z.B. den DAX, ab und verteilen das investierte Kapital automatisch auch auf alle im Index enthaltenen Wertpapiere. Anleger können so direkt und kostengünstig an der Wertentwicklung eines Index wie z.B. dem DAX teilhaben. Der starre Indexbezug von ETFs kann auch Nachteile haben: ETFs können nie besser laufen als der zugrunde liegende Markt. Das tut ihrer Beliebtheit keinen Abbruch: Laut BVI legte das Nettovermögen von ETFs in den letzten drei Jahren um fast 38% auf mehr als 143 Milliarden Euro zu. Dass ETFs so beliebt sind, liegt auch daran, dass sie relativ kostengünstig sind. Während für Fonds beim Kauf oft ein Ausgabeaufschlag von 5% erhoben wird, entfällt dieser in der Regel bei ETFs. Auch bei den jährlichen Verwaltungsgebühren schneiden die ETFs in der Regel besser ab als Fonds. Nach Berechnungen von finanztip.de werden bei ETFs bis zu 0,5% jährlich fällig. Bei Mischfonds sind es laut Verbraucherschützern mindestens 1,5% – Entgelte von mehr als 2% sind aber auch möglich.

ETFs werden in der Regel nicht aktiv gemanagt

Zur Risikominimierung können Anleger verschiedene ETFs mischen. Zum Beispiel kann ein ETF auf einen weltweiten Aktienindex mit einem Renten-ETF kombiniert werden. Darum muss sich der Privatanleger selbst kümmern – ETFs sind passiv gemangte Indexfonds. Im Vergleich zu aktiv gemangten Fonds kümmert sich hier kein Fondsmanagement. Daher auch die geringeren Kosten. Wer gerne in ETFs investieren möchte, ohne sich groß darum zu kümmern, kann das mit einer Online-Vermögensverwaltung für Privatanleger machen, die das Risikomanagement übernehmen, wie z.B. Scalable Capital. Das ist schon ab 5.000 Euro möglich.

Bei Pleite: ETF- und Mischfonds-Anleger sind gleichermaßen geschützt

Was ETFs und Mischfonds gemeinsam haben: Sollte der Emittent zahlungsunfähig werden, ist in beiden Fällen das jeweilige Fondsvermögen geschützt. Es gilt als Sondervermögen und gehört dem Investor. Und noch eine Gemeinsamkeit: Man kann mit beiden – ETFs und Fonds – klein anfangen. Schon ab 50 Euro im Monat können Sie einen ETF- oder Fonds-Sparplan einrichten.
 
Bevor Sie Wertpapiere kaufen, informieren Sie sich bitte über die Risiken. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zu Verlusten des eingesetzten Kapitals führen.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (23)


Kommentare

ING

24.07.2020

Hallo Herr Buchmeier, schön, dass Sie sich für ein Investment in Wertpapiere interessieren. Voraussetzung für den Erwerb von ETFs, Fonds und allen anderen Arten ist allerdings ein Wertpapier-Depot. Ihr Girokonto können Sie gerne als Verrechnungskonto für das Depot hinterlegen, von dem aus dann die Käufe erfolgen und auf dem evtl. Gutschriften verbucht werden. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie hier: www.ing.de/wertpapiere/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Buchmeier Georg

24.07.2020

Ich habe ein Girokto. bei der DIBA!
Wie kann ich diese für EFT/Mischfonds nutzen ?


ING

21.07.2020

Hallo Herr Michaelis, im Überblick der Fonds auf der Homepage werden unten rechts Alternativen zu dem ausgewählten Fonds angezeigt. Dabei werden sowohl Fonds als auch ETFs angezeigt. Möchten Sie weitere Alternativen finden, können Sie das über die Suche - sie ist unter „mehr Alternativen“ verlinkt. Einen direkten Vergleich zwischen Fonds und ETFs gibt es nicht. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


B.

24.03.2020

Sie sollten in Ihrem Artikel fairerweise erwähnen, dass für Scalable Capital eine Gebühr von mindestens 0,75% fällig wird (zuzüglich zu den Gebühren der ETFs).


ING

20.03.2020

Hallo Herr Schulz, alles Wichtige dazu finden Sie hier: www.ing.de/wertpapiere/etf/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


diethelm schulz

20.03.2020

Ich habe ein Girokonto bei der ING-Diba. Ich möchte kostengünstig ETFs kaufen. Wie gehe ich vor?


Franz

19.03.2020

Vor- und Nachteile beider Anlageformen | 07.02.2020!!

Wie sehen denn die Vor- u. Nachteile per 17.03.2020 aus?
Was macht der Anleger z.Z. bei 50% minus im Fonds-Depot?


Chrispa

19.03.2020

Hallo Herr Cleeves,
wenn ich das aber richtig verstanden habe, heisst Pleite des Anbieters nicht, das mein voller Einsatz auch noch da ist. Denn es gibt ja Kursschwankungen, die nicht so schnell ausgeglichen werden.


Rendite

09.03.2020

Das mit der Rendite dürfte sich heute geklärt haben. Es sei denn, Ihr behaltet alles länger als 8 bis 10 Jahre.


Paul

06.03.2020

Die eigentlich spannende Frage blieb aus: Was auf lange Sicht im Durchschnitt bessere Rendite abwirft: ETFs oder aktiv gemanagte Fonds?

Das sind dann meist (all world) ETFs, nur sehr wenige, "glückliche" aktive gemanagte Fonds performanen auf Dauer besser als der Markt und machen auch noch die Kosten gut. Auf ein Robo Advice zieht auf lange Sicht den kürzeren gegenüber einem eigenem ETF Portfolio, macht dieser doch nichts anderes aber legt noch ordentlich Gebühren drauf. Kann man natürlich nicht schreiben, ohne den eigenen Partner Scalable zu verkraulen....


ING

06.03.2020

Hallo Wurdereingelegt von der bank, vielen Dank für Ihren Kommentar. Vielleicht möchten Sie uns Ihre Beschwerde noch mal detailliert per E-Mail an die info@ing.de schicken, dann schauen sich das die Kollegen gern an und nehmen Stellung dazu.
Sowohl die Kosten zur Online-Vermögensverwaltung bei Scalable, als auch die Kosten zum Direkt-Depot finden Sie u.a. auf unserer Homepage hier: www.ing.de/wertpapiere/
Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Wurdereingelegt von der bank

05.03.2020

Ich würde nicht in ETF´s oder Aktien investieren auch würde ich dem Bankhaus zugehörigen Finanzberaterhaus Scalabel nicht vertrauen.
Die sind nicht so billig da muss man schon mehr als 5000 Peanuts haben um zu Gewinnen.
Die Bank verdient Dicke an dem Beraterhaus. Die Kassieren zweimal die Bank und der Berater!


ING

05.03.2020

Hallo Peter, Riesterzuschüsse sind bei uns leider nicht möglich. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ING

05.03.2020

Hallo Dagmar, uns ist nicht bekannt, dass es schon einmal passiert ist. Weitere Infos zu dem Thema finden Sie hier: www.ing.de/wertpapiere/etf/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Fachkompetenz?

05.03.2020

Habe meine Zweifel bei der Fachkompetenz der Zeitschrift "Finanztipp".
Das ist nämlich jene Zeitschrift, die noch einen Tag vor der Pleite der 3 isländischen Banken diese 3 Banken den Deutschen als besten und sichersten Platz für Geldanlagen empfohlen hat. Mehr als 250 000 Bundesbürger kämpften dann 5 Jahre um Ihr Geld, viele verloren damals alles.


Andy

04.03.2020

Ich möchte euch mal aufklären, Anlage-höhe ist nicht berücksichtigt!!
Als Langfrist Anlage von über 10 Jahre kommt man an guten Aktien nicht vorbei, ich meine 10-15 verschiedene Aktien.
Es gibt kaum Fonds der den entsprechenden Index schlägt. Dann sind viele Fonds zu teuer bis zu 3% Kosten im Jahr.
Bei ETFs sieht das viel besser aus, aber in was oder welches Themen lege ich an. Keine Mischfonds wirken auf lange Sicht als Bremsklotz.
Das sind keine Empfehlungen, nur Denkanstösse z.B. Blackrock, Berkshire Hathaway
Wenn es zu einen Crash kommt leiden alle, aber gute Aktien erholen sich zügig.
Vertraut nicht den Banken und auch nicht den Staat mit seiner Riester-rente. Das war von vorherein ein Rohrkrepierer, verdienen nur die Banken an den hohen versteckten Kosten.
Natürlich möchten die Banken verdienen auch die ING. Die Bank ist gut ich bin sehr zufrieden.
Also Sparplan ETFs und oder gute Aktien.
Das ist nur meine Meinung und soll nur ein Denkanstoß sein.
Viel erfolg.


Peter

04.03.2020

Hallo zusammen,
habe nun einen ETF Sparplan angefangen; kann ich dazu bei der ING auch Riesterzuschüsse bekommen?


Dagmar

04.03.2020

Kann es passieren, das ein ETF zu "voll" wird. Könnte er theoretisch geschlossen werden?


Zacharias

03.03.2020

Hallo @ Anett,
Man kann sich was ETF angeht bei Youtube (Finanzfluss) https://www.youtube.com/channel/UCeARcCUiZg79SQQ-2_XNlXQ informieren.
Oder Finanztipp https://www.youtube.com/channel/UC-muQylmRx61Mt6U1oDSEVA.
Oder Börse Frankfurt https://www.boerse-frankfurt.de/wissen.
Oder Stiftung Warentest. Keine Angst bei den Steuern siehe Videos bei Finanzfluss da ist alles sehr gut erklärt .
Viel Spass beim Investieren.


ING

03.03.2020

Hallo Annett, schauen Sie doch gern mal auf unserer Homepage - hier haben wir viele Informationen rund um das Thema Wertpapiere und auch zu einzelnen Wertpapierarten zusammengetragen: www.ing.de/wertpapiere/wissen/ Zusätzlich finden Sie z.B. zu den ETFs auch hier weitere Informationen: www.ing.de/wertpapiere/etf/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Annett

03.03.2020

Wo kann ich mich über ETFs und Fonds informieren, damit ich das System verstehe. Im Moment ist das alles sehr undurchsichtig für mich.


ING

10.02.2020

Hallo Herr Cleeves, vereinfacht gesagt, ja! Die Fonds werden als Sondervermögen verwaltet, verbleiben im Eigentum der Anleger und werden im Fall der Fälle nicht angetastet. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Volker Cleeves

07.02.2020

Sehr geehrte Damen und Herren könnten Sie mir bitte Ihre folgende Aussage konkretisieren: Bei Pleite: ETF- und Mischfonds-Anleger sind gleichermaßen geschützt
Was ETFs und Mischfonds gemeinsam haben: Sollte der Emittent zahlungsunfähig werden, ist in beiden Fällen das jeweilige Fondsvermögen geschützt. Es gilt als Sondervermögen und gehört dem Investor.“ Zitat Ende
Bedeutet diese, wie es zu verstehen ist, dass meine Einlage gesichert ist?
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung mit freundlichen Grüßen Volker Cleeves