Finanzfrage des Monats

Wem gehört der Personalausweis? | 14.07.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Ob in der Hand- oder in der Brieftasche – viele tragen ihren Personalausweis immer bei sich. Auch online kommt er zum Einsatz. Doch wem gehört der „Perso“ eigentlich? Darum dreht sich alles in unserer Finanzfrage des Monats.

Ihren Personalausweis, bitte! Mitarbeiter bestimmter Behörden – Beamte von Polizei, Zoll, Ordnungsamt und Steuerfahndung – dürfen sich das Dokument vorzeigen lassen, um die Identität einer Person zu überprüfen. Der „Perso“ führt Name, Geburtsdatum und -ort, Augenfarbe, Größe, Adresse und weitere wichtige Fakten auf. Man bezahlt dafür, sich das Dokument ausstellen zu lassen, es enthält sensible persönliche Daten – und dennoch ist es Eigentum des Staates. Stimmt das? Das ist unsere Finanzfrage des Monats. Die Antwort lautet: Ja, es stimmt. Personalausweise sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.

Ihre Meinung zählt!

Lichtbild: Bitte nicht lächeln!

Jeder Bundesbürger muss ab Vollendung des 16. Lebensjahres über einen amtlichen Identitätsnachweis verfügen – sowohl der Personalausweis als auch der Reisepass erfüllen diese Funktion. Der „Perso“ hat die Größe einer Scheckkarte, ist mit einem digitalen Lichtbild versehen – und wer will, kann seine Fingerabdrücke dort hinterlassen. Auch online ist er nutzbar: Aufgrund eines eingebauten Chips ist es möglich, sich bei Online-Geschäften und an Automaten auszuweisen.

Wer den Personalausweis beantragt, muss auf eigene Kosten Lichtbilder erstellen lassen. Laut Bundesinnenministerium gibt es bestimmte Anforderungen an Passbilder:

  • Aktuelle Aufnahme
  • Frontalaufnahme, kein Halbprofil
  • Augen offen und deutlich sichtbar
  • Bitte nicht lächeln: Mund geschlossen, neutraler Gesichtsausdruck
  • Gesicht zentriert auf dem Foto

Ein aktueller Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht unter anderem vor, dass Fotos für Personalausweis oder Pass künftig in digitaler Form vorgelegt werden müssen. Die Bürger sollen aber wählen können, ob sie sich für eine Gebühr von sechs Euro bei der Behörde ablichten lassen oder in einem Fotogeschäft. Das Fotogeschäft müsste dann gewährleisten, dass es die Fotos mit einem sicheren Transfer an die Passbehörde weiterleitet.
 
Für den Personalausweis selbst fallen ebenfalls Kosten an. Der Gesetzgeber hat sie in der „Verordnung über Gebühren für Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis“ (PAuswGebV) festgelegt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums kostet der Ausweis 28,80 Euro für Personen ab 24 Jahren und 22,80 Euro für alle jüngeren Personen. Bedürftige können ganz oder teilweise von den Kosten befreit werden. Die Entscheidung darüber liegt – dem Ministerium zufolge – im Ermessen der Kommune.

Der „Perso“ gehört dem Staat

Doch auch, wenn man Gebühren für ihn bezahlt: der „Perso“ ist Eigentum des Staates. Gesetzliche Grundlage ist das Personalausweisgesetz. Unter Paragraph vier, Absatz eins ist dort zu lesen: „Niemand darf mehr als einen auf seine Person ausgestellten gültigen Ausweis der Bundesrepublik Deutschland besitzen.“ Und Absatz zwei des gleichen Paragraphen erläutert: „Ausweise sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.“
 
Im Klartext heißt das: Mit der Aushändigung des Personalausweises wird man Inhaber des Dokuments, Eigentümer bleibt jedoch die Bundesrepublik Deutschland. Damit soll Missbräuchen - etwa der Verpfändung des Ausweises oder der Hinterlegung des Dokuments zur Sicherung von Forderungen - ein Riegel vorgeschoben werden.
 
Und warum kostet der Personalausweis den Inhaber Geld? Ganz klar: Nicht das eigentliche Dokument kauft der Bürger. Er bezahlt lediglich eine Gebühr für die damit verbundene Service-Leistung.

Hotels haben kein Recht auf Ausweis-Kopien

Wichtig zu wissen: Auch wenn es viele tun, besteht laut Bundesinnenministerium keine Pflicht, den Personalausweis ständig mit sich zu führen. Hotels verweisen gerne auf das Melderecht und wollen die Ausweise ihrer Gäste sehen oder gar kopieren. Ein Recht dazu haben sie aber nicht. Sie können auf einem Meldeschein persönliche Angaben wie die Adresse des Gastes notieren.
 
Darf man selbst den eigenen Personalausweis kopieren? Aus Sicht des Kölner Rechtsanwalts Christian Solmecke ist das „eine heikle Angelegenheit“. Zwar seien Bürger berechtigt, Kopien des eigenen „Persos“ herzustellen oder anfertigen zu lassen. Diese müssten aber als solche erkennbar sein, betont Solmecke. Wer auf Nummer sicher gehen will, schwärzt sensible Informationen wie die Zugangs- und Seriennummer, die maschinenlesbare Zone und den personalisierten 

Ausweis als Pfand – nicht für Vermieter

Ausschließlich Behörden, die zur Identitätsfeststellung befugt sind, dürfen von Ausweisinhabern verlangen, dass sie ihren „Perso“ herausrücken – berechtigt dazu sind Beamte von Polizei, Zoll, Ordnungsamt und Steuerfahndung. „Sollten Pfandleiher oder Vermieter Kunden also auffordern, ihren Ausweis als Pfand zu hinterlegen, können sie das verweigern und auf andere Wertgegenstände verweisen“, erklärt Solmecke.
 
Weitere Infos dazu finden Sie im Personalausweisportal.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (38)


Kommentare

ATCler

04.08.2020

Wie sagte der Kabaretist Volker Piepers so treffend:

Während in anderen Ländern es eine ID-Card gibt, gibt es bei uns einen Personalausweis.

Ein Dokument, das dem Inhaber bescheinigt, zum Personal der Bundesrepublik Deutschland zu gehören.

Man sieht also schon hier die Wertschätzung des Bürgers in Deutschland: Er ist Personal!! ;-)


ING

27.07.2020

Hallo Frau Behring, genau, auch der Reisepass ist ein Ausweisdokument und damit Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


günther

27.07.2020

Wenn ich schon "Abzocke" lese, dann denke ich sofort an Ignoranz, schlichte Unkenntnis oder Nörgelei als Breitensport.


Realitätsfern

26.07.2020

Im Text fehlt die Wahrheit, nämlich daß sich Hinz und Kunz den Ausweis "zeigen" lassen dürfen: Händler, Zugbegleiter und alle möglichen Privatpersonen ohne jede Amtsbefugnis. Und da auch die Post keine staatliche Einrichtung mehr ist, wird es mit dem PostIdent genauso schwierig. Aber es wäre ja auch zu schön, wenn mal ein Gesetz ohne Haken und Ösen bestünde ...


Ellen Behring

25.07.2020

Danke für den Bericht zum Personalausweis. So wird es dann wohl auch sein für den Reisepass.....oder?


Malcolmix

23.07.2020

@egal
Ich weise Sie auf § 273 StGB "Verändern von amtlichen Ausweisen" hin. Der Sinn eines Personalausweises ist die Feststellung der Identität. Das war komischerweise schon zu Adenauers Zeiten so und nicht wie Sie unterstellen erst unter Merkel. Keine Ahnung, ob auf der youtube-Universität solch merkwürdige Rechtsauffassungen vermittelt werden. Wäre der Personalausweis ihr Eigentum, so könnte dieser nach Belieben verändert werden.

Die Kosten für den Personalausweis beinhalten auch nicht den Erwerb des Ausweises, sondern es deckt lediglich die Herstellungskosten. Sollten diese nicht mehr vom Inhaber selbst gedeckt werden, müßte halt der Steuerzahler zahlen und Klagen über die Steuern werden wieder laut...


Malcolmix

23.07.2020

@Pierre - das ist so nicht richtig. Ich kaufe fast immer in den gleichen Geschäften ein. Eine PIN mußte ich schon sehr lange nicht mehr eingeben. Ganz sicher hatte ich auch mehr als 5 PayWave-Zahlungen, ohne zwischendurch Bargeld abzuheben. Der Händler und sein Kartenlesegerät spielen definitiv auch eine Rolle. Von daher ist die Antwort der ING am 20.7. bezüglich der gelegentlichen kontaktbasierten Zahlung ohne Angabe einer Frequenz vollkommen korrekt.


Der Personalienmann

22.07.2020

Ist die Abgabe der Fingerabdrücke für den neuen Personalausweis ab 2020 nicht verpflichtend?
Im Text steht "und wer will, kann seine Fingerabdrücke dort hinterlassen."

"Mitarbeiter bestimmter Behörden [...] dürfen sich das Dokument vorzeigen lassen, um die Identität einer Person zu überprüfen."

Hier fehlt die wichtige Information, dass das nur bei Angabe eines Grundes möglich ist. Es muss also vorher angegeben werden, warum man den Perso vorzeigen soll und warum die Identität überprüft wird.
s. Strafprozessordnung


Wessels

22.07.2020

M.E. steht das AGG den unterschiedlich hohen Gebühren, die an das Alter des Personalausweisinhabers gekoppelt sind, entgegen. Nach dem AGG darf niemand aufgrund seines Alters diskriminiert werden. Die Tarifvertragsparteien haben z. B. dieselhalb die Höhe des Urlaubsanspruches vom Alter der Beschäftigten abgekoppelt.


Trollinger

22.07.2020

Der Staat, das sind wir, die Bürgerinnen und Bürger die eine deutsche Staatsbürgerschaft inne halten.
Von daher gehört alles was dem Staatswesen Bundesrepublik Deutschland gehört anteilig jedem Staatsbürger, jeder Staatsbürgerin jeglichen alters.
Die Auslegungen des Grundgesetzes belegen dies wenn auch nicht unbedingt klar und unmissverständlich.
Das ist mein Verständnis von einer förderalen Demokratie die diesem Staatswesen zu Grunde liegt.


Roland Thoma

22.07.2020

In unserer grossen Kreisstadt 88250 Weingarten ist ein renomierter Metallhändler. Dort wird verlangt, wenn er Metalle ankauft, dass man den Perso vorzeigt, damit die Herkunft der Rohstoffe nachweisbar bleibt. Wer seinen Perso nicht vorzeigt, dem wird das Metall nicht angekauft.


Pierre

21.07.2020

Schlechte Antwort von ING am 20.7.2020. Es ist nicht ab und zu ( kein Zufallsgenerator ) sondern nach 5 kontaktlosen Bezahlen muß die Karte ins Bezahlgerät gesteckt werden mit PIN und Einzahlung, dann ist es wieder möglich kontaktlos und ohne PIN 5-mal zu bezahlen und so weiter.


Herr Uwe Kampa

21.07.2020

Und wieder ein Beispiel für die außerordentliche Kundenorientierung der ING ...


Dirk

21.07.2020

Hallo Hensi, wenn ich zum Fußball gehe mache ich dass weil ich es möchte und eine Leistung erwarte. Beim Perso bekomme ich keine von mir gewünschte Leistung, also warum soll ich hier zahlen???


egal

21.07.2020

Der Staat will, dass ich die Kosten übernehme, damit er meine Daten hat und ist Eigentümer. Das gibt es nur in Merkel-Deutschland.


erpeuker

21.07.2020

Zu Perso. Jürgen 20.07.2020
Ratschlag: Erst Gehirn einschalten, dann schreiben. Evtl sollte man dich retten.


Margit

20.07.2020

Na ja, ich habe den Perso nun und habe den stolzen Preis bezahlt, was soll es? Braucht man ihn? Ich denke wohl kaum, der wird nur ausgeführt.5


Rainer

20.07.2020

Obwohl Deutschland zu den Staaten gehört mit höherem Lebenstandard ist die Gebühr für unseren Perso die mit Abstand günstigste in ganz Europa ! in anderen Ländern kostet der Ausweis das Doppelte oder sogar das Vielfache davon ! Bitte also , bevor man meckert "( Schweinerei,Abzocke)", informieren und dankbar sein !!


.Jürgen

20.07.2020

Ich habe mich auch schon über diese Abzocke geärgert. Alten PA verlä
ngern ging nicht, also für PA und Bilder mal eben fast € 60 berappt. Eine einzige Frechheit ist das. Wenn der Staat es selbst bezahlen müsste, hätte es diese unverschämten Gebühren gar nicht gegeben, da gehe ich jede Wette ein. Den Bürger abzocken, das können sie und dann immer rein in die eigene Tasche. Die wähle ich nie wieder, weg mit denen auf den Müllplatz der Geschichte.


Harley

20.07.2020

Wem gehört der Personalausweis? | 14.07.2020 ist nicht ganz richtig !

§ 5 Ausweismuster; gespeicherte Daten
(1) Ausweise sind nach einheitlichen Mustern auszustellen.
(2) Der Personalausweis enthält neben der Angabe der ausstellenden Behörde, dem Tag der Ausstellung, dem letzten Tag der Gültigkeitsdauer, der Zugangsnummer und den in Absatz 4 Satz 2 genannten Daten ausschließlich folgende sichtbar aufgebrachte Angaben über den Ausweisinhaber:
1.
Familienname und Geburtsname = RICHTIG, ( bei Perso steht nur NAME = Falsch ) NAME ist die FRMA = Juristische Person ( eine Fiktion )

2.
Vornamen,
3.
Doktorgrad,


ING

20.07.2020

Hallo ingo-bingo, nein - unsere Karten sind nicht betroffen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ingo-bingo

20.07.2020

Hallo.....in der Presse war zu lesen, dass Kreditkarten/Girocards gehackt wurden....Bei Ihrem Mitbewerber (Coomerzbank) seien mehr als 600 Betroffene......Ist die IGN auch mit ihren Karten der Kunden betroffen?


Volker

20.07.2020

Vor einigen Jahren hatten die regionalen Verkehrsbetriebe einen Kundenausweis mit Foto erstellt. Zusammen mit der nicht übertragbaren Fahrkarte hatte man einen gültigen Fahrausweis. Der Kundenausweis in Papierform wurde abgelöst durch eine elektronisch auslesbare Kundenkarte. Bei aller Moderne hat man es nicht geschafft ein Foto abzubilden. Also ist man gezwungen den Perso „mitzuschleppen“ .


marie

20.07.2020

Brauch ich einen Personalausweis....? Der Pass erfüllt den gleichen Zweck...ewp22


Hensi

20.07.2020

Hier fragen viele warum der Ausweis bezahlt werden muss, wenn er nicht Eigentum ist.
Wer soll denn dafür aufkommen, es ist ein Aufwand und eine Leistung damit verknüpft.
Zahlt man nicht auch für den Zutritt ins Fußballstadion, da gehören ja die Aktiven sowie das Stadion auch nicht dem Einzelnen.


Arneg

20.07.2020

Schweinerei, 28,50€ ist eine Abzocke. Warum kann die Adresse nicht in der Reisepass eingetragen werden oder auf dem Führenschein, wie in der USA üblich?


Chris

20.07.2020

Es heißt:
„Niemand darf mehr als einen auf seine Person ausgestellten gültigen Ausweis der Bundesrepublik Deutschland besitzen.“

Verstoße ich dann gegen das Personalausweisgesetz, wenn ich zusätzlich zum Perso den Reisepass besitze oder zählt dieser nicht als Ausweis?
;-)


Dieter

20.07.2020

Beim Reisepass steht es drin: Eigentum der Bundes..... Earum
Nicht beim Personalausweis?c


Rudolf Kremer

20.07.2020

NEIN


Tobi

20.07.2020

Was nicht mir ist sollte ich auch nicht zahlen müssen!


gerd

20.07.2020

Immer nur gebühren, die macht geht vom Volk aus keinen interessiert es scheinbar.


Alex

20.07.2020

Zu: Wem gehört der Personalausweis?
Antwort: Personalausweise sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.

Wer ist den die BRD. Wir alle doch! Der Staat sind wir. Nicht vergessen!!!! Nicht die Politiker. Das sind die von uns bezahlten "Hausverwalter"


koefueg1

20.07.2020

Wenn der Perso dem Staat gehört.....wieso bezahle ich den dann?????


Horst

20.07.2020

Sehr informativ


Manfred

20.07.2020

Sehr interessant, viel Neues erfahren.


ING

20.07.2020

Hallo Manfred, ab und zu ist es notwendig, eine sogenannte kontaktbasierte Zahlung vorzunehmen: Karte ins Bezahlgerät stecken und PIN, oder eine Abhebung am Geldautomaten. Danach klappt es wieder mit dem kontaktlosen Bezahlen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Manfred

19.07.2020

Heute habe ich kontaktlos bei Kaufland bezahlt. Dabei musste ich zusätzlich die PIN eingeben - für 7,84 Euro.


Bernd Walther

19.07.2020

War schon interessant etwas weiss Mann ja aber es ist auch Neues dazu gekommen.