SCHUFA

Kosten, Eintrag löschen, Score – alles über die Auskunftei | 07.04.2020

Würden Sie Haustürbetrüger erkennen?

Die SCHUFA prüft die Kreditwürdigkeit von Kunden, um Vertragspartner vor Verlusten zu schützen. Aber wofür braucht man eine SCHUFA? Was kostet sie? Und kann man Einträge selber löschen?

Die größte Wirtschaftsauskunft Deutschlands ist die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung). Sinn und Zweck der SCHUFA ist, Unternehmen und Einzelpersonen vor Zahlungsausfällen zu schützen, indem die Kreditwürdigkeit eines potentiellen Vertragspartners anhand seiner bisherigen Kredithistorie eingeschätzt wird.
 
„Die SCHUFA hat aktuell zu rund 67,7 Millionen Verbrauchern in Deutschland und sechs Millionen Unternehmen insgesamt rund 943 Millionen Informationen gespeichert“, sagt SCHUFA- Pressereferentin Anna-Lena Rawe. Die SCHUFA habe keine Informationen zu Vermögen und Einkommen, Beruf, Familienstand, Nationalität, Lebenseinstellungen und Mitgliedschaften religiöser oder politischer Art.
 
Nach eigenen Angaben gibt die SCHUFA etwa 380.000 Auskünfte an ihre 9.000 Partnerunternehmen oder an Privatpersonen weiter.

Wofür braucht man eine SCHUFA?

Wer eine Wohnung sucht, kennt die Situation: Die meisten Vermieter verlangen eine SCHUFA-Bonitätsauskunft als Nachweis der Zahlungsfähigkeit künftiger Mieter. So erfährt der Vermieter, ob der potenzielle Mieter allen Zahlungsverpflichtungen bisher ordnungsgemäß nachgekommen ist.
 
Als Verbraucher ist die SCHUFA ebenfalls hilfreich: Anhand einer Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann man erkennen, ob ein Unternehmen mit der SCHUFA zusammenarbeitet oder nicht. Trifft das zu, gilt es als seriös. Vertragspartner der SCHUFA sind zum Beispiel:

  • Banken
  • Kabelanschluss- und Mobilfunkanbieter, Festnetz/DSL-Provider sowie Telefongesellschaften
  • Versandhandelsunternehmen
  • Leasinggesellschaften
  • Versicherungen
  • Kaufhäuser

SCHUFA: Unterschied zwischen positiven und negativen Einträgen?

Die SCHUFA sammelt umfangreiche Daten der deutschen Verbraucher: Die Anzahl der eröffneten Girokonten, bestehende Kredit- und Leasingverträge und genutzte Telekommunikationsverträge sowie Darlehen. „Diese positiven Einträge haben keine Auswirkungen auf die Bonität“, erklärt der Berliner Rechtsanwalt Thomas Hollweck.
 
Problematischer seien jedoch die Negativ-Einträge. „Zu einem solchen kommt es, wenn ein Vertrag abgeschlossen wurde und die Person die Zahlungspflichten aus diesem Vertrag nicht mehr erfüllen kann“, so Hollweck. „Ist der Vertragspartner dann Partner der SCHUFA, so meldet er diese Zahlungsunregelmäßigkeit. Das hat dann nachteilige Auswirkungen auf die Bonität.“

Der „Score-Wert“ entscheidet

Den Grad der Kreditwürdigkeit gibt die SCHUFA in Form eines Scores zwischen 1 und 100 an: Je niedriger der Wert, desto weniger kreditwürdig die betreffende Person oder das Unternehmen. Der Score ist aber nur ein Orientierungswert und basiert auf Vergleichswerten.
 
Laut einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs von 2014 darf die SCHUFA die genaue Berechnung geheim halten. „Dieses Verfahren ist eine wissenschaftlich allgemein etablierte Methode zur Prognose von Risikowahrscheinlichkeiten“, erklärt Pressesprecherin Anna-Lena Rawe. Das Berechnungsverfahren sei der zuständigen Aufsicht bekannt, also dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit sowie den Datenschutzaufsichten der Bundesländer und des Bundes. Es sei von diesen Behörden nicht beanstandet worden.

Was kostet eine SCHUFA-Auskunft?

Eine SCHUFA-Bonitätsauskunft, wie sie für Mietverträge notwendig ist, kostet 29,95 Euro.

Wann wird mein SCHUFA-Eintrag gelöscht?

Manchmal kommt es vor, dass ein unzulässiger Eintrag bei der SCHUFA eingeht. Die Schutzgemeinschaft löscht den Eintrag dann innerhalb von ein bis drei Wochen.
„Handelt es sich jedoch um einen zulässigen Negativ-Eintrag, so verbleibt dieser noch für drei Jahre im Datenbestand der SCHUFA, nachdem der offene Betrag bezahlt wurde“, erklärt Rechtsanwalt Hollweck.

Wie kann man selbst einen SCHUFA-Eintrag löschen?

Als Verbraucher gibt es nur eine Möglichkeit, SCHUFA-Einträge löschen zu lassen, die trotz Ablauf der Frist noch von der Auskunftei gelistet werden: Wenn eine Eintragung gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstößt. Das trifft zum Beispiel auf Negativ-Einträge zu, die längst beglichen sind. „Die SCHUFA hält dann Rücksprache mit dem betroffenen Vertragspartner“, so Hollweck. Könne dieser die Eintragungsvoraussetzungen nicht nachweisen, lösche die SCHUFA den Eintrag aus dem Datensatz der betroffenen Person.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (12)


Kommentare

Abdelkader arraddad dris

12.11.2020

No me dejan haber la que nota bankaria me desen tengo schufa


Andreas Neuhauss

23.04.2020

Das Problem und damit der Skandal beim Scorewert ist, daß in die Berechnung auch das Zahlungsverhalten der lieben Nachbarn, Wohngegend etc. mit einfließt. Es wird also möglicherweise ein niedrigerer Scorewert errechnet, obwohl das eigene Zahlungsverhalten tadellos ist. Wenn man Pech hat, bekommt dann aus diesem Grunde nicht die Wohnung etc. Das Beste aber ist, daß man noch nicht einmal erfährt, was einem „zur Last“ gelegt wird.


Uwe Rudolf Röhl

19.04.2020

Also eine Schufa Auskunft gibt es einmal im Jahr kostenlos ,da ist diese Firma Verpflichtet es zu machen per Gesetz.


Mieter

19.04.2020

Das stimmt zwar, nur dauert die kostenlose Variante ensprechend der momentanen Anfragezahlen bis zu 6 Wochen. Wenn man innerhalb von wenigen Tagen eine bei einem potentiellen Vermieter vorlegen soll, dann kann man so lange nicht warten und muss die Variante für knapp 30 Euro wählen. Kommt sicherlich auch darauf an, wo man wohnt bzw hinziehen möchte, ob privater Vermieter oder Wohnungsgenossenschaft und andere Dinge. Aber 6 Wochen wird wohl kein Vermieter darauf warten, wenn potentielle andere Mieter die Auskunft sofort vorlegen können (weil sie eben die 30€ bezahlt haben)
Denn "zu alt" soll die Auskunft ja auch nicht sein...


Oswald Ludwig

18.04.2020

Der Artikel über die Schufa war unzureichend, weil er keine Information über die Möglichkeit einer jährlichen kostenfreien Selbstauskunft gegeben hat.


Altjolmer

17.04.2020

Nachdem ich vor 10 Jahren mal schlechte Erfahrungen mit meiner Bank gemacht hatte, habe ich mir die damals noch mögliche einmalige Registrierung gekauft. Kostete wohl 19,90 €. Um über meinen Stand Bescheid zu wissen, kann ich jederzeit online rein und ggfs. Dinge richtig stellen. Es kommt nämlich immer mal wieder vor, dass irgendwelche Unternehmen dort etwas registrieren lassen. Die Schufa ist ein mächtiges Instrument und kann einem das Geschäftsleben echt "versauen " !


Leo

17.04.2020

Soweit mir bekannt ist, kann man alle 2 Jahre eine Auskunft über sich selbst anfordern. Das habe ich auch in den letzten Jahren immer wieder gemacht.
Diese Selbstauskunft ist kostenlos.


Maik

17.04.2020

Richtig! Am besten ist man googelt danach, denn sonst findet man die kostfreie Datenkopie nur sehr schwer auf der Schufa Internetseite. Die wollen eben auch noch Kasse machen mit den eigenen personenbezogenen Daten.


Paul

17.04.2020

Ich habe gehört, dass eine Schufa Auskunft pro Jahr kostenlos ist. Steht nichts hiervon im Text.


Der durchschnittliche Bürger

17.04.2020

Die Schufa ist eine sehr ungenaue, überschätzte und illegale Datenbank. Dieser Saftladen gehört schon längst verboten.


Jo

17.04.2020

Meine Schufa Auskunft über mich selbst, war bisher immer kostenlos!


Anke

16.04.2020

Es ist häufig nicht erforderlich eine teure Schufa-Auskunft zu kaufen. Man kann auch kostenfrei einmal pro Jahr eine Datenkopie nach DSGVO anfordern!