Gutes tun lohnt sich doppelt!

Wie Verbraucher beim Spenden Steuern sparen können | 20.01.2020

Durch Spenden Steuern sparen

Viele Menschen fühlen sich verpflichtet Gutes zu tun, sich zu engagieren und Bedürftigen zu helfen – ob ehrenamtlich in einem Verein oder mit Geldspenden nach einer Naturkatastrophe. Es gibt viele Möglichkeiten zu spenden. Und das hat einen schönen Nebeneffekt: Wer spendet, kann unter bestimmten Voraussetzungen bei den Steuern sparen.
 
Der spendenstärkste Monat des Jahres ist laut des Deutschen Spendenrates der Dezember, auch vor allem deshalb, weil Weihnachten die Zeit der Nächstenliebe ist. Im Dezember 2018 spendeten die Deutschen über eine Milliarde Euro. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht beziffert der Deutsche Spendenrat das Spendenvolumen von Anfang 2019 bis September mit etwas weniger als 3,3 Milliarden Euro. Diese Hilfsbereitschaft kommt nicht nur den Bedürftigen zu Gute, sondern löst auch beim Schenkenden Glücksgefühle aus. Ein weiterer Vorteil: Beim Spenden können Verbraucher in der Regel Steuern sparen – wenn sie ein paar Dinge beachten.

Welche Arten von Spenden gibt es?

Wer anderen helfen will, hat mehrere Möglichkeiten.

  1. Geldspenden: Oft wählen Verbraucher den Weg der Geldspende. Das bringt einige Vorteile mit sich: „Geldspenden sind verwaltungsarm und mit einer hohen Flexibilität verbunden“, sagt Max Mälzer vom Deutschen Spendenrat. Die Hilfsorganisation könne somit das Geld dort ausgeben, wo sie es für sinnvoll hält. Ungebundene Geldspenden seien besonders flexibel, während zweckgebundene Spenden nur für vereinbarte Projekte verwendet werden dürfen.
  2. Sachspenden: Es muss nicht immer Geld sein. Auch mit Kleidung oder Spielzeug können Verbraucher etwas Gutes tun. Das gilt aber nicht uneingeschränkt: Die Kinderdörfer beispielsweise können aus hygienischen Gründen keine Stofftiere annehmen und brauchen laut Mälzer statt Spielzeug manchmal eher andere Dinge wie Deos oder Fahrradteile. Außerdem könne der Aufwand bei Sachspenden enorm hoch sein. Deshalb gilt: Spendende sollten nicht voreilig handeln. „Es ist extrem sinnvoll vorher bei den Organisationen anzurufen und zu fragen, was diese benötigen“, rät Mälzer. Ansonsten könnte eine Spende am Bedarf vorbeigehen.
  3. Zeitspenden: Eine dritte Möglichkeit zu helfen sind Zeitspenden. Darunter versteht man laut Mälzer eine ehrenamtliche Arbeit, die mit einer Übungsleiterpauschale oder mit einer Aufwandsentschädigung vergütet wird und der Spender anschließend auf dieses Geld verzichtet. Das könne etwa eine Tätigkeit als Fußballtrainer in einer Flüchtlingsunterkunft sein.

Mit Geldspenden Steuern sparen

Um eine Geldspende auch steuerlich absetzen zu können, ist eine Voraussetzung wichtig: Der Betrag muss an eine Organisation überwiesen werden, die steuerbegünstigt ist – das sind unter anderem Kirchen, gemeinnützige Vereine oder Museen.
 
Spenden können bis zu einer Höhe von 20% der Gesamteinkünfte abgesetzt werden, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Die Spenden werden dabei als Sonderausgaben eingetragen und in den Mantelbogen bzw. ab der kommenden Steuererklärung in der neuen Anlage „Sonderausgaben“ der Steuererklärung angegeben. Wer besonders viel gespendet hat und diese Grenze überschreitet, könne den überstehenden Betrag im Folgejahr steuermindernd absetzen.

Vereinfachte Nachweispflicht

Seit dem Steuerjahr 2017 ist es noch einfacher, Spenden abzusetzen. Die Spendenbescheinigung muss seitdem nicht mehr mit abgegeben werden. Aber: Rauhöft weist darauf hin, dass die Bescheinigung vom Finanzamt angefordert werden kann und noch ein Jahr nach Erhalt des Steuerbescheids aufzuheben ist.
 
Besonders leicht macht es einem das Finanzamt bei Spenden bis 200 Euro. Hier reicht ein Einzahlungsbeleg oder Kontoauszug. Bei Katastrophenfällen wie Erdbeben oder Hochwasser gilt laut Vereinigte Lohnsteuerhilfe der vereinfachte Nachweis auch bei höheren Geldbeträgen.

So lassen sich auch Sach- und Zeitspenden absetzen

Bei Geldbeträgen ist die Sache klar. Aber wie errechnet sich der Wert bei Sach- und Zeitspenden? Hat man etwa eine Winterjacke abgegeben, richtet sich der Spendenbetrag nach dem Marktwert. Bei neuen Sachen entspricht das dem Kaufpreis. Bei gebrauchten Sachen jedoch müssen Verbraucher den Marktwert schätzen und sollten dabei Kaufpreis, Qualität, Zustand und Alter einbeziehen, so die Vereinigte Lohnsteuerhilfe. Etwas anders sieht es bei Zeitspenden aus. Hier sollten Spender vorher eine Vergütung schriftlich vereinbaren, erklärt die Steuerberaterkammer Stuttgart. Anschließend verzichten sie auf die Vergütung und setzen diesen Betrag von der Steuer ab.

Fazit:

Wer den guten Zweck unterstützt, bekommt oft auch etwas zurück: Glücksgefühle – und mit wenig Aufwand eine verringerte Steuerlast, wenn Verbraucher Spenden an gemeinnützige Organisationen als Sonderausgaben geltend machen. Wer sich nun noch entscheidet Geld, Zeit oder Dinge zu spenden, der hat im aktuellen Steuerjahr sogar noch bis Ende Dezember Zeit!

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (6)


Kommentare

L. Westphal

19.04.2020

Ich habe letztes Jahr angefangen für verschiedene Organisationen zu spenden. Leider habe ich den Eindruck das mein Name und Adresse weitergeleitet werden und ich eine ständig wachsende Anzahl von Spendenaufrufen erhalte. Es ist auch z.T. ärgerlich dass man von den Institionen an die man bereits gespendet hat ständig (z.T. im 10 Tagesrhythmus) mit Spendenaufrufen bombardiert wird.


Kay

17.04.2020

Wer Geld im Überfluss hat soll Auch Spenden...er kann es eh nicht im Leben ausgeben


ING

27.01.2020

Hallo G. Voss, damit das Finanzamt die Sachspende berücksichtigt, brauchen Sie als Steuerpflichtige/r eine ordnungsgemäße Zuwendungsbestätigung von der gemeinnützigen Organisation, der er die Sachen gespendet hat. In dieser Bestätigung sollte der Marktwert der Sache unbedingt dargelegt werden. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


G. Voss

25.01.2020

Sie sprechen in dem Artikel zwar die Absetzungsmöglichkeit von Spenden gebrauchter Kleidung an, gehen aber leider nicht darauf ein, welche Nachweise hierzu notwendig sind. Können Sie mir hierzu bitte noch eine Info geben.


Bernd Neugebauer

23.01.2020

Ich bin in Berlin ehrenamtlich in der Hospizarbeit tätig und werbe um Unterstützung des Engagements meiner Tochter in Freiburg für Kinder mit dem Downsyndrom. Spenden kommen direkt beim Verein an.
www.miteinander-downsyndrom.de


Zweifel bleiben beim Spenden

23.12.2019

Habe u.a. in Kambodscha und Sri Lanka erleben müssen, wie Spenden völlig sinnlos verbrannt werden und einige wenige Lumpen reich machen. Deshalb spende ich nur dort, wo ich den sinnvollen Einsatz der Gelder selbst kontrollieren kann. Dazu gehört u.a.
http://www.littlesmile.de/
Zwar teile ich nicht den Glauben des Herrn Kreitmeir, aber seine Tätigkeit verdient höchste Anerkennung und Hochachtung. Im Gegensatz zu vielen anderen hätte der Herr wirklich den Nobelpreis verdient.