Achtung, Einkaufsfalle!

Die Tricks der Händler | 20.02.2017

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Je größer desto billiger – diese gern geglaubte Einkaufstheorie kann im Supermarkt richtig teuer werden. Und nicht nur bei den Verpackungen lauern viele Psycho- und Rechenfallen. Hier sind sieben Tipps, die bares Geld sparen.

1. Augen auf und nachrechnen

Entspannt den Wochenendeinkauf shoppen, einfach nach Lust und Laune den Einkaufswagen befüllen – darauf spekulieren Supermärkte und auch Hersteller. Da sind dann plötzlich 50 Gramm weniger in der Lieblings-Chipstüte, in der Mineralwasserflasche steckt ein Viertel Liter weniger oder es fehlt eine Scheibe in der Packung Knäckebrot – der Preis ist aber derselbe wie vor der Umstellung. Wir bekommen also mit einer neuen Verpackung oft weniger Inhalt für unser Geld. Um solche Preissprünge zu enttarnen, muss man schon ganz genau hinsehen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg sammelt solche Beispiele seit Jahren. Die Liste mit allen Namen und Vergleichen gibt es kostenlos hier.

Der äußere Schein trügt oft

Ein schickes Design allein sagt nichts über den Inhalt aus – das gilt auch im Supermarkt. So benutzen manche Hersteller extra große Verpackungen, die mehr Inhalt signalisieren. Doch letztlich ist dieses Plus nur ein Mehr an Luft. Röntgenaufnahmen haben beispielsweise bei Cornflakes, Reis, Kaffee oder Instantbrühe bis zu 40 Prozent Luft in der Packung geortet.
Damit wir überhaupt eine Chance haben, Produkte zu vergleichen, sind überall Preisangaben für 100 Gramm, Kilogramm oder Liter angegeben. Das ist Pflicht. Allerdings stehen nebeneinander oft auffällig unterschiedliche Orientierungsmengen: 100 Gramm versus Kilopreis und Milliliter versus Liter. Und seitdem die EU beschlossen hat, dass bis auf Wein und Spirituosen die Verpackungsgrößen freigegeben sind, gibt es Milch, Zucker, Kaffee, Honig, Marmeladen und viele andere Lebensmittel in „ungeraden“ Mengen. Das macht es nicht unbedingt leichter. Wer Kopfrechnen kann ist klar im Vorteil – und entdeckt dabei: XXL-Packungen sind runtergerechnet oft teurer als die Normalpackung.

2. Die Leere aushalten

Manche Supermärkte setzen Mammut-Einkaufswägen ein, die uns ständig suggerieren: „Da geht doch noch was! Das kann doch nicht alles sein!“ Fünf bis sechs Produkte sehen in diesem riesigen Wagen einfach nach nichts aus. Deshalb ist die Verführung groß, noch mehr reinzulegen, damit sich der Einkauf auch wirklich lohnt.

3. Nach unten greifen

Es ist sozusagen die Pole-Position im Supermarktregal: Alles, was auf Augenhöhe ist, wird besser wahrgenommen und auch eher gekauft. Daher gilt in den allermeisten Supermarkt-Regal-Hierarchien, dass die günstigeren Produkte nach unten wandern. Wer den Blick nach unten richtet, kann also Geld sparen.

4. Haltbarkeit prüfen

Supermarktbetreiber möchten natürlich, dass ihnen so wenig Ware wie möglich verdirbt. Daher werden die Produkte, die als erstes verkauft werden sollen, ganz vorne im Regal platziert. Wenn Sie beim Einkaufen aber schon wissen, dass Sie die Sahne erst in 14 Tagen brauchen, greifen Sie lieber in die hintersten Reihen des Kühlregals. Wobei das Mindesthaltbarkeitsdatum ohnehin nicht das Verfallsdatum ist. Wer hingegen plant, am selben Tag das Gekaufte zu verarbeiten, kann gezielt in den Sonderangeboten mit bald ablaufenden Haltbarkeiten stöbern.

5. Online nur mit Kühlung

24-Stunden-Service, keine Schlepperei, kein Anstehen an der Kasse, keine nervigen (oder erkälteten) Mitmenschen um einen herum – Einkaufen im Internet kann eine echte Wohltat sein. Das macht sich auch die Lebensmittelindustrie zu Nutzen. Immer mehr Menschen bestellen neben Spezialitäten auch gerne Grundnahrungsmittel online nach Hause. Verbraucherschützer warnen jedoch davor, dass die Kühlkette nicht immer durchgehend eingehalten wird und die Versandbedingungen von kostenlos bis zu 25 Euro pro Lieferung schwanken. Auch hier gilt also: Augen auf!

6. Geplanter Beutezug

Es ist das alte Spiel mit den Sinnen: Wenn es vor dem Brotregal lecker duftet, läuft uns das Wasser im Munde zusammen – der Hunger und die Lust auf lauwarmes Gebäck oder andere Köstlichkeiten melden sich. Supermärkte nutzen diese menschlichen Instinkte aus: Duftsensoren, Farblampen, angenehme Raumtemperatur und beruhigende Musik sollen uns verführen. Deshalb ist es wichtig, sich vorher einen Plan zu machen und die Einkaufsliste akkurat abzuarbeiten. Geübte Einkäufer passen die Liste der Sortierung im Supermarkt an.

7. Selbstdisziplin auf der Zielgeraden

Snacks, kleinere Getränkeflaschen, Batterien, Aktionsware – der Kassenbereich ist der Hotspot des Supermarkts. Während man mehr oder weniger geduldig aufs Bezahlen wartet, greift man noch schnell zu. Hier ist Selbstdisziplin gefragt – oder gute Nerven und Unnachgiebigkeit, wenn der Nachwuchs theatralisch in Tränen ausbricht, weil die Süßigkeiten so verlockend sind. Manche Supermärkte haben übrigens extra Süßigkeiten-freie Kassen, damit die Quengler gar nicht erst in Versuchung kommen.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (26)


Kommentare

Dietmar T.

23.09.2017

Jeden Tag steht mindestens ein Dummer auf. Ihn und sein Geld zu finden ist für den Einzelnen schwer. Die Handelsketten finden sie alle - und es sind sehr sehr viele. Die menschliche Dummheit ist so unendlich wie das Universum (A.Einstein). Es ist nicht strafbar die menschliche Dummheit, aber auch Trägheit, in einer Geschäftsidee mit zu berücksichtigen. Jeder Depp spielt ständig an seinem Handy herum, kann das Ding aber nicht für die Grundrechenarten verwenden. Die Kinder sind das Produkt ihrer Eltern, zu oft auch weniger.


T-Punkt

28.05.2017

Wo ist eigentlich das Problem wenn mal der Kilopreis und mal der Preis pro 100g angegeben ist? Das Komma im Kopf um eine Stelle zu verschieben sollte jedem, der wenigstens ein Paar Schultage in der Grundschule absolviert hat keine Schwierigkeiten bereiten.


Marianne

01.05.2017

Situation: Kauf von Geflügelsalat. Meine Bitte, diesen in eine mitgebrachte Dose zu füllen wurde abgelehnt mit dem Hinweis, das dürfen wir nicht weil die Dose etwa nicht keimfrei ist. Mein Argument, dass ich die Verantwortung übernehme, wurde abgebügelt.
Sehr ärgerlich.


Michael

20.03.2017

@ BBxgg: Ja, in der Tat, was in D so alles - trotz Eichamt und Verbraucherschutzministerium - so alles möglich ist; nun ja, wer das Kapital hat, steht eben immer irgendwie besser dar...


Barbara

19.03.2017

Ich wiege oft auch schon im Laden nach und siehe da, oft ist weniger drin welches ich dann entweder beim Eichamt melde, mit Erfolg. Wenn ich zB im Reformhaus nach dem Preis ( von einer Packung mit 150Gramm frage) kann die Junge Frau an der Kasse mir keine Auskunft geben! (Einfacher 3Satz), Oh Oh
DANKE für Ihre super guten Informationen weiter so!
( Noch was: Verpackung (gern bei türkischen Ständen im EzK und auf dem Markt ) dürfen nicht mitgewonnen werden)


reihe

18.03.2017

Augen auf! seit die Preisschilder nicht mehr an der Wahre kleben sondern am Regal und nur der Strichkode auf der Ware ist kommt es komischer weise oft zu anderen Preisen auf dem Kassenzettel!
leider immer nur höhere- beim "Preismerker" auf nachfrage oh entschuldigen sie vielmals da haben wir wohl die Software noch nicht umgestellt - (aktualisiert) beim größeren Einkauf schreibe ich auch oft den "Regalpreis" auf die zu kaufende Ware und erlebe oft solche "Updates Pannen" zum Positiven des Einzelhandels zum Negativen des Kunden


BBxgg

17.03.2017

Ein kleiner Tipp an alle Kg und Grammrechner.Einfach mal den Inhalt zu Hause nachwiegen.Da werden die Augen groß;hier wird am meisten gemogelt.


Günter Foerster

16.03.2017

Augen, Mund und Ohren auf!!! Heute wirst du fast überall beschissen, zu mindest wird es versucht. Beschwert Euch, macht den Mund auf und laßt nicht den Molly mit Euch machen! Wenn alle nur ja und amen sagen, zu dem was ihn stört, wird sich nichts ändern.


Heinz Siggelkow

15.03.2017

Bei allen Einkäufen achte ich immer auf die Größen, das Haltbarkeitsdatum und die angegebenen Preise. Natürlich lasse ich mir stets den Kassenbon geben und vergleiche.


Maria Werner

15.03.2017

Ich beobachte laufend, dass etliche Kunden nach dem Bezahlen an der Kasse auf ihren Kassenbon verzichten. Erst gestern habe ich nach dem Bezahlen verglichen und festgestellt, dass die Kassiererin beim Eintippen statt zwei Brötchen 2 Bund Spargel tippte. Differenz 6.90 Euro.


Peter Becker

15.03.2017

Ich vergleiche schon lange nur noch die kg bzw. 100g-Preise. Da können mit krumme Füllmengen egal sein.
Und dass kleine Packungen manchmal billiger sind als große, hab ich z.B. bei merci zum letzten Mal bemerkt. Auch wenn es zu mühselig ist, IMMER zu vergleichen, zumindest Stichproben sollte man ab und zu machen.


Lothar

13.03.2017

Aufpassen sollte man auch, wenn Artikel in der Werbung als besonders preiswert angeboten werden , die woanders oft Vielfaches kosten , wobei es sich in der Regel um Fernostnachahmerprodukte handelt . Die sind für den Laien oft nicht vergleichbar .Also kauft man " die Katze im Sack".


Bettina

01.03.2017

Ich achte schon seit Jahren auf den Grund Preis d.heißt Kg.und da bekommt man das teuer werden auch mit. Ich achte weniger auf die gramm die gerade drin sind. Aber was soll man machen gewisse sachen braucht man halt .


Eva B.

28.02.2017

Zum Umrechnen nehme ich immer die Rechenfunktion im Handy. Es lohnt sich auch bei Toilettenpapier auszurechnen, wie viel die einzelnen Abschnitte kosten. Scheint zwar "geizig" aber Ihr werdet erstaunt sein, dass man auch da sparen kann. Kleinvieh macht auch Mist.


Frank Kaufmann

27.02.2017

Es sollten nicht zu viele Einheiten möglich sein.

Für Flüssiges / Getränke wie früher nur 0,25l (für Kinder) - 0,5 Liter (Erwachsene) und 1 Liter (für Großtrinker) Glas / Flaschen / Trinkkartons.
Verpackungen 250 g bzw. 250 ml, 500 g bzw. 500 ml und 1.000 g bzw. 1 Liter.

Das ganze hin und her mit kleineren Einheiten ist nur zur Verwirrung und versteckten Preisänderungen.


WHu

26.02.2017

Wer spart am Kleinen, hat Geld fürs Große!


Klaus B.

26.02.2017

Interessant, dass gerade die "ungeraden" unübersichtlichen Mengen und Gewichte durch die "Deregulierung" von Regierung und EU erst ermöglicht wurden.
Dass man von diesen Bürokraten langsam genervt wird, wenn zwar verbraucherfreundliche Regulierungen - unter großem Aufwand der Bürokraten - entfallen, aber man nebenbei solche Auswüchse an Regulierung (unter noch größerem Aufwand der Verursacher) erdulden muss wie das folgende Beispiel, ist bedauerlich:
<<<Schnullerkettenverordnung – DIN EN 12586
Da werden auf 52 Seiten die Konstruktionsmerkmale einer Schnur für Babyschnuller aufgeführt. Auszug: "Wenn der Schnuller am Band durch einen dauerhaft angebrachten Schnullerhalter befestigt ist, muss die Messung an dem vom Band am weitesten entfernten äußersten Ende des Schnullerhalters bis zum letzten Stück des Bandes oder der beweglichen Befestigungsvorrichtung an der Befestigung am Kleidungsstück erfolgen; ausgenommen ist die Länge der Befestigung am Kleidungsstück.">>>


J.Figge

25.02.2017

Besser nur mit soviel Bargeld wie nötig einkaufen gehen, dann sieht man sofort wieviel man sich leisten kann, und man überlegt sich ungeplante Spontankäufe.


HaJo

24.02.2017

1. "die Interessen der Bürger" - auch die Firmen und ihre Mitarbeiter sind Bürger, nicht nur der Verbraucher.
2. Alle wollen mündige Bürger sein, dazu gehört auch ein Teil Eigenverantwortung und jetzt soll alles "vorgeschrieben" werden?

PS: das heißt nicht, dass ich mit den gängigen Praktiken immer einverstanden bin.


Michalina

23.02.2017

Am besten immer Kilopreise vergleichen. Die sind immer eindeutig


K.Schumacher

23.02.2017

Unsere Politiker haben vergessen, dass sie als Volksvertreter die Interessen ihrer Bürger zu vertreten haben. Dies fällt ihnen regelmäßig erst kurz vor Wahlen ein. Vieles wäre auf einfachste Weise verbraucherfreundlich zu reglementieren - wären da nicht die Lobbyisten!


Veränderer

23.02.2017

Per Gesetzt feste und Einheitliche größen:
Kleinstpackungen (Zahnpasta) 100 ml/g
Kleinpackungen (z.B. Getränketüten) 250ml/g
Mittelpackungen 500 ml Gramm
Großpackungen 1000 ml Gramm
Besserer Vergleich da alle Anbieter gleich...


R. Hiek

22.02.2017

Da wundert sich die Politik über mangelndes Vertrauen wenn doch für den einfachsten Mitbürger klar wird - EU und das heißt vor allem Lobbybude gegen die Interessen der Bürger.


Ferdinand WERNER

21.02.2017

Selbst Preis/Menge Angaben bei Verpackungsänderungen sind nur bedingt nützlich solange man Preis/Menge Wert vor der Änderung nicht kennt.
Fair wäre es, die in der Schummelliste angegebene prozentuale Preisänderung aufzudrucken.


notting

20.02.2017

"100 Gramm versus Kilopreis und Milliliter versus Liter."
Ja logisch, sonst ist man ab und an mal bei 0,001EUR/kg etc. Also das kann man doch super-einfach im Kopf umrechnen, muss ja nur das Komma richtig verschieben.

notting


Gernot Müller

20.02.2017

Die Einksufstipps sind sichelich für Interessierte beachtenswert. Die 134(!) Seiten lange "Schummelliste" der Verbraucherzentrale wird dagegen nur wenig Wirkung entfalten könne, weil ja niemand die Wahl hat bei den Packungsgrößen. Oder der Kunde muss ein Kopfrechenkünstler sein, der bei unterschiedlichen Anbietern die unterschiedlichen Größenangaben auch noch umrechnen kann.
Seit Wegfall der Größennormierung werden so die Kunden ausgenommen.