Ab wann sollte ich fürs Alter vorsorgen?
So profitieren Sie von Zeit, Zinseszins und staatlicher Förderung
Der beste Zeitpunkt für die Altersvorsorge ist oft früher, als viele denken. Schon kleine Sparbeträge können langfristig viel bewirken. Je mehr Zeit Ihr Geld hat, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken. Hier erfahren Sie, warum private Altersvorsorge wichtig ist, wie groß die Rentenlücke sein kann und warum sich ein früher Einstieg oft besonders lohnt.
Warum private Altersvorsorge?
Die gesetzliche Rente ist für die meisten Menschen die wichtigste Einkommensquelle im Alter. Doch sie allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Deshalb stützt sich die Altersvorsorge in Deutschland auf drei Säulen: die gesetzliche Rente, die betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber und die private Vorsorge.
Wie viel Geld später aus den ersten beiden Säulen zur Verfügung steht, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa vom Einkommen, der Zahl der Beitragsjahre, der Ausgestaltung der betrieblichen Altersvorsorge und möglichen Unterbrechungen im Berufsleben. Auch Ausbildung, Studium, Teilzeitarbeit oder längere Auszeiten können sich auf die spätere Absicherung auswirken.
Reicht die gesetzliche Rente zum Leben?
Doch wie hoch fällt die durchschnittliche Rente in Deutschland eigentlich aus? In diesem Artikel geben wir dazu einen Überblick und erklären, was hinter Begriffen wie Durchschnittsrente, Standardrente und Eckrente steckt. So viel sei vorweggenommen: Die Durchschnittsrente ist niedriger, als viele vermuten. Eine zusätzliche private Vorsorge kann deshalb helfen, das Einkommen im Ruhestand auf mehrere Quellen zu verteilen und eine mögliche Versorgungslücke zu verkleinern.
Was ist die Rentenlücke und wie groß ist sie?
Die Rentenlücke beschreibt die Differenz zwischen dem voraussichtlichen Einkommen im Ruhestand und dem Betrag, der benötigt wird, um den gewünschten Lebensstandard zu halten.
Wie groß die persönliche Rentenlücke ausfällt, lässt sich nicht pauschal sagen. Ausschlaggebend sind unter anderem das Einkommen, die Anzahl der Beitragsjahre, die zu erwartenden Rentenansprüche und die voraussichtlichen Ausgaben im Alter. Einen ersten Anhaltspunkt hierfür liefert die jährliche Renteninformation. Werden mögliche Betriebsrenten und weitere Einkünfte hinzugerechnet und den geschätzten Ausgaben im Ruhestand gegenübergestellt, ergibt sich ein genaueres Bild vom eigenen Vorsorgebedarf.
Wie sich die Rentenlücke genauer berechnen lässt und welche Faktoren dabei berücksichtigt werden sollten, erläutern wir ausführlich in unserem weiterführenden Beitrag zur Rentenlücke. Und hier geht es zum Rentenlückenrechner der ING.
Warum sich ein früher Start bei der Altersvorsorge lohnt
Bereits kleine Sparbeträge können sich langfristig positiv auf Ihre Altersvorsorge auswirken. Entscheidend ist vor allem ein früher Start. So hat Ihr Geld mehr Zeit, vom Zinseszinseffekt zu profitieren und Kursschwankungen auszugleichen. Das Altersvorsorgedepot verbindet staatliche Förderung mit einer langfristigen Geldanlage am Kapitalmarkt und bietet gleichzeitig die Flexibilität, Beiträge an die eigene finanzielle Situation anzupassen.
Ab wann sollte ich vorsorgen?
Je früher, desto besser. Wer bereits in jungen Jahren beginnt, hat mehr Zeit, um Vermögen aufzubauen und zwischenzeitliche Schwankungen am Kapitalmarkt auszusitzen. Auch der Zinseszinseffekt kann über einen langen Zeitraum stärker wirken.
Ein früher Einstieg hat noch einen weiteren Vorteil: Dank des langen Anlagehorizonts genügen in der Regel kleinere regelmäßige Beiträge, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wer erst später beginnt, muss dagegen häufig deutlich höhere Beträge einzahlen, um dasselbe Ergebnis zu erzielen. Förderberechtigte junge Menschen, die vor ihrem 25. Geburtstag ein Altersvorsorgedepot eröffnen, können zudem einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot bei geringem Einkommen?
Gerade bei kleinen Beiträgen kann die Förderquote vergleichsweise hoch ausfallen. Der Mindestbeitrag für die staatliche Förderung beträgt 120 Euro pro Jahr. Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag legt der Staat 50 Cent pro eingezahltem Euro dazu. Wer also monatlich 10 Euro einzahlt, kommt auf 120 Euro Eigenbeitrag im Jahr. Hinzu kommen 60 Euro Grundzulage, sodass insgesamt 180 Euro in den Vertrag fließen. Mit Kindern kann die Förderung noch höher ausfallen.
Ob sich das Altersvorsorgedepot insgesamt lohnt, hängt aber auch von den Kosten, der Anlagedauer und dem gewählten Produkt ab.
Kann ich das Altersvorsorgedepot zunächst mit kleinen Beträgen starten und es später erhöhen?
Ja. Für einen Anspruch auf Grund- und gegebenenfalls Kinderzulage reichen zunächst 120 Euro Eigenbeitrag im Jahr, also 10 Euro im Monat. Die Höhe der Zulage richtet sich nach dem eingezahlten Beitrag. Wenn später der finanzielle Spielraum steigt, kann der Beitrag erhöht werden.