Für die Altersvorsorge ist es nie zu spät

Die passende Strategie finden

Altersvorsorge Späteinsteigende

Viele Menschen haben es hierzulande schwer, ihren Lebensunterhalt im Alter zu finanzieren. Laut Hilfsorganisation Caritas reicht ihre Rente nicht aus, um die Kosten zu decken. Nach Angaben des Rentenatlas 2025 der Deutschen Rentenversicherung bekommen Männer beim Eintritt in die Altersrente durchschnittlich 1.679 Euro netto, Frauen erhalten 1.292 Euro. Ob diese Beträge ausreichen, um den individuellen Lebensstandard im Ruhestand zu sichern, hängt von der persönlichen Lebenssituation ab.

Zusätzliche Vorsorge nötig

Steigende Lebenshaltungskosten und die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter beschäftigen viele Menschen, zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Mentefactum. Dabei sehen 74 Prozent der Befragten eine höhere Notwendigkeit, Vorsorge für Notfälle und Alter zu betreiben. Eine zusätzliche Altersvorsorge ist also oft sinnvoll, damit es im Ruhestand nicht eng wird.

Altersvorsorge mit 50 plus

Auch mit über 50 ist es (häufig) noch möglich, zusätzliches Vermögen für den Ruhestand aufzubauen. Je nach Lebenssituation verfügen Menschen ab 50 teilweise über höhere Einkommen, abbezahlte Immobilien oder weiteres Vermögen. Die finanziellen Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch erheblich. Aber auch mit wenig Geld lässt sich noch ein Finanzpolster für den Ruhestand schaffen. So gehen Sie vor:

1. Geldbedarf und Rentenanspruch bestimmen

Für die finanzielle Vorsorge sollten Sie zunächst Ihren Geldbedarf im Ruhestand kalkulieren. Experten schätzen, dass Rentnerinnen und Rentner ungefähr 80 bis 85 % ihres letzten Nettoeinkommens benötigen. Der tatsächliche Bedarf hängt jedoch stark von den individuellen Lebensumständen ab. Wie viel brauchen Sie – und was haben Sie? Dafür stellen Sie am besten Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Fallen Ausgaben weg, weil Sie zum Beispiel kein Auto mehr brauchen? Kommen welche für Ihre Gesundheit hinzu?

Um Ihren Rentenanspruch zu ermitteln, werfen Sie einen Blick in Ihren Rentenbescheid und gegebenenfalls in das Schreiben eines Versorgungswerks. Seit Sommer 2023 können sich übrigens alle Bürgerinnen und Bürger im Online-Portal der Digitalen Rentenübersicht über ihre Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Alterssicherung informieren.

Tipp: Online-Rechner verschiedener Anbieter können helfen, Versorgungslücken näherungsweise zu ermitteln. Die Ergebnisse basieren jedoch auf individuellen Annahmen und dienen lediglich der Orientierung.

2. Rente aufbessern: Vorsorgeformen wählen

Reicht Ihr Einkommen nicht, um auf dem gewünschten Niveau im Ruhestand zu leben? Dann sollten Sie zusätzlich vorsorgen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, wie Sie auch mit über 50 noch Kapital fürs Alter bilden können. Die Wahl der Vorsorgeform hängt dabei von Ihrer Lebenssituation und Risikobereitschaft ab.

  • Betriebliche Altersvorsorge (baV)
    Als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin in Deutschland haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine zusätzliche Altersvorsorge über den Betrieb. In vielen Fällen erfolgt die Finanzierung über Entgeltumwandlung. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, einen Zuschuss zu leisten.
  • Private Altersvorsorge
    Bei dieser Form der Altersvorsorge entscheiden Sie selbst, wie Sie ihr Geld investieren. Teilweise unterstützt Sie der Staat durch gezielte Förderung. Zu den bekanntesten Optionen zählen:
  • Altersvorsorge-Depot
    Der Bundesrat hat am 8. Mai dem Altersvorsorge-Reformgesetz zugestimmt. Mit dem staatlich geförderten Altersvorsorge-Depot schafft die Bundesregierung die Grundlage dafür, die private Altersvorsorge über den Kapitalmarkt attraktiver zu gestalten. Ab 2027 soll das Altersvorsorge-Depot schrittweise die zentrale staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge werden.
  • Rürup-Rente
    Die Rürup-Rente richtet sich vor allem an Selbstständige und kann steuerliche Vorteile bieten. Das angesparte Kapital wird später grundsätzlich als lebenslange Rente ausgezahlt und ist während der Ansparphase nur eingeschränkt verfügbar.
  • Private Renten- oder Lebensversicherung
    Bei einer Lebensversicherung zahlen Sie Beiträge ein, die zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einen Schlag ausgezahlt werden. Bei der Rentenversicherung können Sie das Geld als monatlich ausgezahlte Rente erhalten.
  • Anlage auf dem Aktienmarkt
    Eine breit gestreute Aktienanlage kann langfristig Renditechancen bieten. Gleichzeitig sind Wertschwankungen und Verlustrisiken zu berücksichtigen. Mit einem Sparplan – etwa für einen börsennotierten Indexfonds (ETF) – ist es möglich, monatlich auch kleine Beträge zu investieren. Sie müssen jedoch einplanen, dass Kurse schwanken. Je näher Sie dem Ruhestand kommen, desto weniger Risiken sollten Sie eingehen. Früher wurden pauschale Altersregeln für die Aktienquote verwendet. Heute gilt: Die passende Aufteilung zwischen chancenorientierten und sicherheitsorientierten Anlagen sollte sich an Ihrer persönlichen Situation, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft orientieren. 
  • Beiträge für die vorzeitige Rente
    Wer früher in Rente gehen möchte, muss mit Abschlägen rechnen. Diese können Sie ganz oder teilweise mit zusätzlichen Beiträgen ausgleichen. Möglich ist das ab dem 50. Lebensjahr. Dafür fordern Sie von der Deutschen Rentenversicherung eine spezielle Rentenauskunft an, die Sie zur Ausgleichszahlung informiert. Sie können sich auch an eine Auskunfts- und Beratungsstelle wenden. Je kürzer der Zeitraum bis zum Ruhestand ist, desto wichtiger wird eine angemessene Berücksichtigung möglicher Wertschwankungen.

3. Sich zusätzlich beraten lassen

Neben Banken helfen Ihnen unabhängige Stellen wie die Verbraucherzentralen, eine Strategie für Ihre Altersvorsorge ab 50 zu erstellen.

Bitte beachten Sie: Anlagen in Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

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