ETFs
Attraktive Produkte für den Vermögensaufbau?
ETFs ermöglichen es, vergleichsweise einfach und breit gestreut in verschiedene Märkte zu investieren – und das oft mit niedrigen Kosten. Kein Wunder, dass sich die Produkte bei Anlegern anhaltender Beliebtheit erfreuen.
Hohe Nachfrage nach Indexfonds
Eine sinnvolle Investmentmöglichkeit können ETFs (Exchange Traded Funds) als Ergänzung zu Sparbuch und Tagesgeldkonto sein - je nach Anlageziel, Risikobereitschaft und Anlagehorizont. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden können. Viele ETFs bilden passiv die Wertentwicklung eines Index nach; daneben gibt es aber auch aktiv gemanagte ETFs. ETFs bleiben gefragt: Der Markt für ETF-Sparpläne in Kontinentaleuropa wächst weiter, auch weil viele Privatanlegerinnen und Privatanleger mit kleinen Beträgen starten.
Drei Nachbildungsvarianten
Je nachdem, wie ein ETF die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index nachbildet, unterscheidet man zwischen vollständig replizierenden, optimiert replizierenden und synthetischen Produktvarianten. Bei der vollständigen Nachbildung werden die in einem Index enthaltenen Einzelwerte entsprechend ihrer Gewichtung im Index gekauft. Diese Methode wird oft bei großen Aktienindizes angewandt, deren Einzelwerte an den Börsen rege gehandelt werden. Bei Indizes, deren Liquidität nicht so hoch ist, kann auf die optimierte Nachbildung zurückgegriffen werden, bei der nur die liquidesten oder repräsentativsten Titel gekauft werden, die den größten Einfluss auf den Index haben. Die synthetische Indexnachbildung erfolgt über Geschäfte wie Swaps, die die Wertentwicklung des Index abbilden. Im Gegensatz zur vollständigen Nachbildung kann ein synthetischer ETF auch in andere Wertpapiere als die im zugrunde liegenden Index enthaltenen Titel investieren. Diese Variante kann den Zugang zu Märkten mit geringerer Liquidität erleichtern und ermöglicht zudem besondere Produktvarianten, die z.B. die Wertentwicklung eines Index gehebelt nachvollziehen oder an fallenden Indizes positiv partizipieren (Short-ETFs). Solche Spezialprodukte sind komplexer und eignen sich nicht automatisch für den langfristigen Vermögensaufbau.
Diese Chancen bieten ETFs
Als Anlageprodukt erfreuen sich ETFs bei privaten wie institutionellen Anlegenden anhaltender Beliebtheit. Ausschlaggebend dafür sind die Chancen, die diese Anlageprodukte bieten:
- Transparente Indexnachbildung
Hohe Transparenz bei Indexnachbildung, da passive ETFs die Zusammensetzung und Wertentwicklung eines Index möglichst genau nachvollziehen. Die Abweichung vom Index lässt sich anhand der Tracking-Differenz messen. Je niedriger die Tracking-Differenz, desto höher ist die Übereinstimmung zwischen der Wertentwicklung des ETFs und des jeweiligen Index. - Flexibel handelbar
ETFs können täglich an der Börse gehandelt werden, wobei eine fortlaufende Preisfeststellung erfolgt. Dadurch können Anlegerinnen und Anleger kurzfristig über ihr Kapital verfügen. Der Verkauf erfolgt in der Regel über die Börse; der erzielbare Preis hängt von der aktuellen Marktsituation ab. - Risikostreuung gegenüber Einzelanlagen
Mit einem Investment in einen breit gestreuten Index wird das Risiko auf viele Titel verteilt. Durch die Möglichkeit, in verschiedene Regionen, Länder, Branchen oder Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffindizes) zu investieren, lässt sich das Depot weiter diversifizieren. Wie breit die Streuung tatsächlich ist, hängt immer vom jeweiligen Index ab. - Geringe Kosten durch passive Verwaltung
Ein wesentlicher Vorteil des passiven Managements sind die im Vergleich zu einem aktiven Management meist deutlich niedrigeren Verwaltungsgebühren von ETFs. Zudem entfällt bei den börsengehandelten Indexfonds im Unterschied zu klassischen Investmentfonds in der Regel der Ausgabeaufschlag. Je nach Bank, Broker, Handelsplatz und Produkt können dennoch Kosten entstehen, etwa Produktkosten, Spreads oder Orderentgelte.
Welche Risiken gilt es zu beachten?
Den Chancen, die ETFs bieten, stehen natürlich auch Risiken gegenüber, über die sich Anlegerinnen und Anleger im Klaren sein sollten:
- So gut oder schlecht wie der Markt
Die Indizes, die ETFs zugrunde liegen, unterliegen dem allgemeinen Marktrisiko. Steigende Kurse werden dabei durch den ETF ebenso nachvollzogen wie fallende Kurse, was zu Gewinnen, aber auch zu Verlusten führen kann. Eine deutliche Outperformance gegenüber dem Index ist bei passiven ETFs nicht das Ziel; sie bilden den Index möglichst genau nach. Verluste lassen sich dadurch nicht vermeiden. - Wechselkurseinflüsse
Anlegende aus dem Euroraum können Wechselkurseffekten ausgesetzt sein, wenn der ETF einzelne Wertpapiere enthält, die in Fremdwährungen notieren oder wirtschaftlich von Fremdwährungen abhängen. Dabei sind insbesondere die Währungen der enthaltenen Titel relevant und nicht allein die Fonds- oder Handelswährung. - Anlegerrechte
ETF-Anteilseigner halten Anteile am Fonds, nicht direkt an den einzelnen Unternehmen im Index. Mögliche Rechte aus den Wertpapieren im Fonds, zum Beispiel Stimmrechte bei Aktien, werden daher nicht direkt von den ETF-Anteilseignerinnen und -Anteilseignern ausgeübt. Dividenden oder Zinsen können je nach ETF ausgeschüttet oder im Fonds wieder angelegt werden. - Liquiditätsrisiko
Sollten zahlreiche Anlegerinnen und Anleger ihre ETF-Anteile zum gleichen Zeitpunkt verkaufen wollen – man denke an außergewöhnliche Marktsituationen mit stark fallenden Kursnotierungen –, kann es bei bestimmten ETFs oder Marktphasen zu Liquiditätsengpässen oder ungünstigeren Verkaufspreisen kommen. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf auch Fondsgröße, Handelsvolumen und den zugrunde liegenden Markt.
Sparpläne: mit kleinen Beträgen investieren
Neben der Einmalanlage kann mit ETFs auch über Sparpläne in die weltweit wichtigsten Indizes investiert werden. Hierfür reichen schon kleine Beträge von beispielsweise 50 Euro im Monat, bei der ING lassen sich Sparpläne bereits ab 1€ Sparrate anlegen. Die Sparplanausführung erfolgt ohne Ausführungsgebühr; es können aber Produktkosten, Spreads und Zuwendungen anfallen. Die Sparrate kann jederzeit angepasst oder ausgesetzt werden, je nachdem, wie sich die persönliche Situation gerade gestaltet. Durch die regelmäßige Investition eines festen Betrags in einen ETF werden bei fallenden Kursen mehr, bei steigenden Kursen entsprechend weniger Anteile erworben. Auf diese Weise kann sich über einen längeren Zeitraum hinweg ein günstigerer Durchschnittspreis ergeben, als bei einer einmaligen Investition (Cost-Average-Effekt). Das ist jedoch keine Garantie für Gewinne oder gegen Verluste.
Wer sich nicht selbst um die Auswahl geeigneter ETFs und die laufende Überwachung des Portfolios kümmern möchte, kann alternativ auch auf eine digitale Vermögensverwaltung wie Smart Invest der ING zurückgreifen. Dabei wählen Anlage-Experten und -Expertinnen unseres Partners Scalable Capital die geeigneten ETFs für die Portfolios aus.
Mehrere ETFs unter einem Dach
Die Möglichkeit, schon mit wenigen Transaktionen ein breit diversifiziertes Depot aufzubauen, macht ETFs für die Geldanlage so attraktiv. Das sehr umfangreiche Angebot an ETFs erleichtert diese Aufgabe jedoch nicht unbedingt. Wer sein Depot nicht selbst strukturieren möchte, für den können ETF-Dachfonds eine alternative Anlagemöglichkeit sein. Bei diesen Produkten trifft das Fondsmanagement die Entscheidung, in welche ETFs das Geld der Anleger breit gestreut investiert wird. Zusätzlich zur Risikostreuung und der Zeitersparnis – schließlich muss man nicht mehr Stunden mit der Suche nach passenden Produkten verbringen – können ETF-Dachfonds die Auswahl und laufende Steuerung des Portfolios übernehmen. Allerdings besteht zugleich das Risiko, dass in Märkte investiert wird, die hinter den Erwartungen zurückbleiben. Im Unterschied zu herkömmlichen ETFs fallen die Verwaltungsgebühren bei ETF-Dachfonds in der Regel etwas höher aus, schließlich möchte der Fondsmanager, für seine Dienste auch bezahlt werden.
Eine weitere Möglichkeit, um in ETFs zu investieren und das investierte Geld professionell verwalten zu lassen, stellt das Smart Invest dar, die digitale Vermögensverwaltung der ING. Bei Smart Invest arbeitet die ING mit Scalable Capital zusammen; Kapitalmarktexpertinnen und -experten des Partners wählen die geeigneten ETFs für die Portfolios aus. Los geht es mit Einmalanlage oder Sparplan ab 20 Euro. Eine automatische Überwachung und Anpassung des Depots sorgt hier dafür, dass die jeweiligen Zielvorgaben hinsichtlich Anlageziel, Risikobereitschaft und gewählter Strategie eingehalten werden. Auch hier gilt: Geldanlage am Kapitalmarkt ist mit Risiken verbunden, bis hin zu Verlusten des eingesetzten Kapitals.
Abschließend gilt: Die Welt der ETFs ist vielfältig und dieser Artikel kann nicht alle Ausprägungen und Besonderheiten im Detail behandeln. Deshalb lohnt es sich, sich vor einer Anlageentscheidung nicht nur mit dem Produkt selbst, sondern auch mit den eigenen Anlagezielen, dem gewünschten Risiko sowie der passenden Produktgestaltung auseinanderzusetzen.