7 typische Fehler bei der Altersvorsorge

Clever sein und früh sparen

Stylische Seniorin

Die vergangenen Jahre waren von vielen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt. Steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Finanzmärkte und die zunehmenden finanziellen Belastungen im Alltag bringen viele Menschen dazu, ihre Ausgaben genauer zu hinterfragen. Nicht wenige überlegen, wo sie den Rotstift ansetzen und sparen können. Keinesfalls eine gute Idee ist es, sich am falschen Ende in Verzicht zu üben und die Beiträge für die Altersvorsorge auszusetzen. Denn, wer nicht kontinuierlich für den Lebensabend Geld zurücklegt, läuft Gefahr, eines Tages von Altersarmut betroffen zu sein. Diese sieben Fehler sollten Sie dabei vermeiden:

Fehler 1: Altersvorsorge auf die lange Bank schieben

Viele junge Leute glauben, dass es mit 20 noch zu früh ist, um fürs Alter vorzusorgen. Eine krasse Fehleinschätzung. Je früher man anfängt, desto besser. Wirtschafts-Professor Michael Heuser vom Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) rät: „Ab dem Zeitpunkt, an dem man erstmals in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, sollte man auch privat vorsorgen.“

Wertpapier-Sparpläne können bereits mit kleinen monatlichen Beträgen eine Möglichkeit sein, langfristig Vermögen aufzubauen und fürs Alter vorzusorgen.

Fehler 2: Bei der Altersvorsorge auf staatliche Förderung verzichten

Auch mit staatlicher Unterstützung können Sie privat fürs Alter vorsorgen. Eine neue Möglichkeit soll das staatlich geförderte Altersvorsorge-Depot ab 2027 bieten. Dabei zahlen Sparerinnen und Sparer regelmäßig Geld in ein Depot ein und können die Beiträge am Kapitalmarkt investieren. Zusätzlich ist eine staatliche Förderung vorgesehen, die den langfristigen Vermögensaufbau unterstützen soll. Gerade durch den langen Anlagehorizont können Wertschwankungen besser ausgeglichen und Renditechancen genutzt werden. Wer früh beginnt und kontinuierlich investiert, erhöht seine Chancen, sich im Ruhestand ein zusätzliches finanzielles Polster aufzubauen.

Fehler 3: Trotz hoher Inflation auf renditeschwache Finanzprodukte setzen

Hohe Inflationsraten können die Kaufkraft von Erspartem verringern. Dadurch schrumpft die Kaufkraft von Vermögen in eher renditeschwachen Finanzprodukten wie Sparkonten. Dennoch haben immer noch viele vergleichsweise hohe Guthaben auf fast zinslosen Sparkonten. Sie könnten stattdessen Geld in einen Investmentfonds stecken. Aber die Angst, dabei etwas falsch zu machen, führt oftmals zu Handlungsunfähigkeit. Hier kann kompetente Beratung helfen.

Für die private Altersvorsorge kann es sinnvoll sein, verschiedene Anlageformen miteinander zu kombinieren. Dazu können beispielsweise Sparprodukte, Wertpapieranlagen oder Wohneigentum gehören. Welche Mischung geeignet ist, hängt von den persönlichen Zielen, dem Anlagehorizont und der individuellen Risikobereitschaft ab.

Fehler 4: Sich nicht mit der Vorsorge-Lücke befassen

Mit den Einkünften aus der gesetzlichen Rentenversicherung allein ist es kaum möglich, im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten. Aber viele wissen nicht, wie viel Geld Sie im Alter tatsächlich benötigen und wie hoch entsprechend die Summen sind, die sie investieren müssen. Das können Sie mühelos für sich ermitteln – mithilfe eines Tools auf der Website des Deutschen Instituts für Altersvorsorge.

Fehler 5: Das Risiko von Altersarmut unterschätzen

Viele Menschen unterschätzen das Risiko von Altersarmut, vor allem in jüngeren Jahren. Doch geraten Ältere in finanzielle Engpässe, haben sie oftmals nur begrenzte Chancen, ihre Situation zu verbessern. Steuern Sie daher frühzeitig mit einer ausgewogenen Strategie Altersarmut entgegen.

„In jungen Jahren eine solide Ausbildung absolvieren und sich dann kontinuierlich weiterbilden, das ist eigentlich die allerbeste Altersvorsorge“, sagt Morgenstern. Wer gut ausgebildet ist, verdient zumeist gut und ist somit finanziell in der Lage, Geld für den Lebensabend zu sparen.

Fehler 6: Die Strategie bei der Altersvorsorge ständig wechseln

Checken Sie etwa alle zwei Jahre Ihre eigene Altersvorsorge-Strategie: Passt noch alles? „Wer von vornherein solide geplant hat, braucht nach dem Check-up gegebenenfalls nur kleine Korrekturen vorzunehmen wie etwa die Sparrate erhöhen“, so Heuser. Ändern Sie aber nicht zu oft Ihre Strategie. Denn ein häufiger Wechsel bringt auch immer Kosten wie etwa Abschlussgebühren mit sich.

Fehler 7: Lebenserwartung unterschätzen

Die Menschen werden dank des medizinischen Fortschritts immer älter, das unterschätzen viele. Damit Frauen und Männer auch in ihrem letzten Lebensabschnitt gut über die Runden kommen, brauchen sie ein solides Finanzpolster. Also ran ans Sparen!

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