Wie sicher ist das Altersvorsorgedepot?
Wie sicher ist das Altersvorsorgedepot? Kann ich beim Altersvorsorgedepot Geld verlieren? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Kapitalmarkt, Zinseszinseffekt und Garantien.
Wie sicher ist das Altersvorsorgedepot?
Chancen, Risiken und Rendite erklärt.
Wer Vermögen für später aufbauen möchte, sollte Chancen und Risiken kennen. Denn erfolgreiche Altersvorsorge bedeutet nicht, den perfekten Zeitpunkt zu finden. Viel wichtiger ist es, früh zu starten, langfristig investiert zu bleiben und die Möglichkeiten des Kapitalmarkts für sich zu nutzen. Hier erfahren Sie, wie der Zinseszinseffekt wirken kann, welche Fehler viele Anleger/-innen machen und worauf es beim Altersvorsorgedepot ankommt.
Was ist der Zinseszinseffekt – und warum ist er für die Altersvorsorge wichtig?
Der Zinseszinseffekt ist eine der wichtigsten Kräfte beim langfristigen Vermögensaufbau. Damit ist gemeint, dass nicht nur das ursprünglich angelegte Kapital Erträge erzielt, sondern mit der Zeit auch die bereits erwirtschafteten Erträge.
Ein einfaches Beispiel:
Nach dem ersten Anlagejahr werden die Zinsen dem Startkapital gutgeschrieben. Im zweiten Jahr wird dann ein höherer Betrag verzinst, nämlich das ursprüngliche Kapital plus die Zinsen aus dem ersten Jahr. Bleiben die Erträge investiert, wächst die Grundlage für die nächste Verzinsung kontinuierlich.
Davon können vor allem junge Anleger/-innen bei der Altersvorsorge profitieren. Sie haben in der Regel viele Jahre Zeit, in denen sich der Zinseszinseffekt entfalten und zunehmend an Wirkung gewinnen kann.
Welche Fehler sollten Anleger/-innen beim Vermögensaufbau vermeiden?
Den perfekten Einstiegszeitpunkt suchen
Obwohl viele Anleger/-innen die Wirkung des Zinseszinses kennen, schieben sie den Start in die eigene Altersvorsorge häufig auf. Ein Grund dafür kann die Suche nach dem vermeintlich perfekten Einstiegszeitpunkt sein. Nach einer längeren Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten wächst beispielsweise die Sorge, ausgerechnet auf dem Höchststand zu investieren. Fallen die Kurse hingegen, warten viele Anleger/-innen ab, da sie weitere Verluste befürchten. So wird aus dem geplanten Einstieg schnell eine immer längere Wartezeit. Doch dieses Zögern kann teuer werden. Denn wer später beginnt, verzichtet nicht nur auf mögliche Erträge in den ersten Jahren, sondern auch auf den Zinseszinseffekt. Dabei verliert der Einstiegszeitpunkt bei einem langen Anlagehorizont meist an Bedeutung. Zusätzlich können regelmäßige Einzahlungen das Risiko eines ungünstigen Einstiegs reduzieren.
Zu häufig kaufen und verkaufen
Auch übermäßiges Handeln kann den Vermögensaufbau bremsen. Bei jedem Kauf und Verkauf können Gebühren entstehen und auf realisierte Gewinne können Steuern anfallen. Vor allem aber besteht die Gefahr, nach Kursverlusten aus Angst zu verkaufen und erst nach einer Erholung wieder einzusteigen. Im ungünstigsten Fall kaufen Anleger*innen dann zu höheren Kursen, als sie verkauft haben.
Zu wenig streuen
Ein häufiger Fehler ist auch, das gesamte Kapital in wenige Aktien, Branchen oder Länder zu investieren. Empfehlenswerter ist eine Diversifikation, also eine Streuung des Investments über mehrere Anlageklassen, Titel, Regionen und Branchen. Eine breite Streuung kann zwar keine Verluste verhindern, reduziert aber die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen oder Märkten. Entwickelt sich ein Teil der Anlage schwächer, können andere Bereiche dies eventuell ausgleichen.
Ein Altersvorsorgedepot kann dabei helfen, diese Fehler zu vermeiden. Es ist auf regelmäßiges, langfristiges Sparen ausgerichtet und ermöglicht eine Anlage über breit gestreute Fonds und ETFs, bei der kurzfristiges Markttiming in den Hintergrund rückt.
Kann ich beim Altersvorsorgedepot Geld verlieren?
Ein Altersvorsorgedepot kann dabei helfen, typische Fehler beim langfristigen Vermögensaufbau zu vermeiden. Dennoch sind Verluste möglich. Da das Geld in der Regel am Kapitalmarkt angelegt wird, schwankt der Wert des Depots mit der Entwicklung der enthaltenen Produkte. Eine breite Streuung kann das Risiko im Vergleich zu einem Investment in einzelne Aktien zwar verringern, aber nicht ausschließen, dass es zu Verlusten kommt. Im ungünstigsten Fall kann zu Beginn der Auszahlungsphase weniger Geld vorhanden sein als während der Ansparphase eingezahlt wurde.
Gibt es wie bei Riester Garantien?
Beim Altersvorsorgedepot selbst gibt es keine Kapitalgarantie, was auch für das Standarddepot gilt. Dadurch kann das Geld jedoch renditeorientierter am Kapitalmarkt angelegt werden. Gleichzeitig sind Wertschwankungen und Verluste möglich.
Wer mehr Sicherheit möchte, kann sich im Rahmen des neuen geförderten Altersvorsorgeangebots und je nach Anbieteter für ein Garantieprodukt entscheiden. Je nach Vertrag sind zu Beginn der Auszahlungsphase 80% oder 100% der eingezahlten Beiträge garantiert.
Wie wird mein Geld im Altersvorsorgedepot angelegt?
Die eigenen Beiträge, die staatlichen Zulagen und die erwirtschafteten Erträge werden in gesetzlich festgelegte Anlagen investiert. Dazu gehören vor allem breit gestreute Fonds und ETFs sowie in Euro ausgegebene Anleihen öffentlicher Emittenten, beispielsweise des Bundes, der Länder, der EU oder anderer Staaten des Euroraums.
In einem Altersvorsorgedepot sind Fonds und ETFs grundsätzlich bis zur Risikoklasse 5 zulässig. Die Skala der Risikoklassen reicht von 1 für ein sehr geringes bis 7 für ein sehr hohes Risiko.
Beim Standarddepot kombiniert der Anbieter einen Fonds der Risikoklasse 1 oder 2 (sehr geringes Risiko) mit einem Fonds der Risikoklasse 3, 4 oder 5 (geringes bis mittleres Risiko). Wie die Beiträge auf beide Fonds verteilt werden, wird vertraglich festgelegt.