Das Altersvorsorgedepot im Vergleich
Altersvorsorgedepot, Riester, Rürup oder ETF?
Es gibt viele Wege, für später vorzusorgen. Doch welche Lösung passt am besten zu Ihrer Situation? Wie unterscheidet sich das Altersvorsorgedepot von der Riester-Rente, der Rürup-Rente, einem ETF-Sparplan oder der betrieblichen Altersvorsorge? Hier finden Sie die wichtigsten Unterschiede einfach erklärt.
Altersvorsorgedepot oder Riester-Rente?
Viele Menschen fragen sich: Ist das Altersvorsorgedepot der Nachfolger der Riester-Rente? Beide Vorsorgelösungen dienen der privaten Altersvorsorge und werden staatlich gefördert. Die Riester-Rente setzt auf Garantien und Versicherungsprodukte. Das geplante Altersvorsorgedepot nutzt Fonds und ETFs, bietet dadurch höhere Renditechancen und soll einfacher, kostengünstiger und flexibler sein. Beide Modelle werden staatlich gefördert. Hier die Unterschiede auf einen Blick:
| Riester-Rente | Altersvorsorgedepot |
| Staatliche Förderung durch Zulagen und ggf. Steuervorteile | Staatliche Förderung durch Zulagen, voraussichtlich einfacher und transparenter |
| Oft Versicherungsprodukt mit Garantien | Wertpapierdepot mit Fonds oder ETFs |
| Kapitalgarantien schränken Renditechancen ein | Höhere Renditechancen durch stärkere Aktienanlage |
| Häufig komplexe Förderregeln | Soll einfacher verständlich sein |
| Hohe Kosten bei manchen Verträgen | Kosten sollen begrenzt und transparent sein |
| Produkt bereits erhältlich | Einführung noch geplant |
| Auszahlung meist als lebenslange Rente | Je nach Anbieter lebenslange Rente oder Auszahlungsplan |
Altersvorsorgedepot oder Rürup-Rente?
Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, gehört zur Basisversorgung und ist ähnlich streng geregelt wie die gesetzliche Rente. Die Beiträge werden über den Sonderausgabenabzug steuerlich gefördert; direkte Zulagen gibt es nicht. Im Ruhestand wird das angesparte Geld grundsätzlich als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt. Eine freie Kapitalauszahlung ist nicht vorgesehen.
Das Altersvorsorgedepot gehört dagegen zur ergänzenden privaten Altersvorsorge. Hier gibt es staatliche Zulagen und zusätzliche Steuervorteile. Das Geld wird am Kapitalmarkt angelegt. Bei der Auszahlung besteht mehr Spielraum: Nach den aktuellen Plänen zum Altersvorsorgedepot soll die Auszahlung je nach Anbieter entweder als lebenslange Leibrente erfolgen (d.h. Sie erhalten jeden Monat Geld und zwar garantiert bis ans Lebensende) oder über einen Auszahlungsplan. Die ING wird für das Altersvorsorgedepot einen Auszahlungsplan anbieten.
Altersvorsorgedepot vs. Rürup auf einen Blick
Rürup-Rente
- steuerliche Förderung über Sonderausgaben
- besonders interessant für Selbstständige
- lebenslange Rentenzahlung
- keine Zulagen
Altersvorsorgedepot
- staatliche Zulagen
- mögliche zusätzliche Steuervorteile
- kapitalmarktorientierte Geldanlage
- mehr Flexibilität bei der Auszahlung
Altersvorsorgedepot oder normales Depot?
Beim Altersvorsorgedepot unterstützt der Staat den Vermögensaufbau mit Zulagen und Steuervorteilen. Dafür ist das Geld grundsätzlich bis zum Ruhestand gebunden und die Auswahl der Anlagen gesetzlich begrenzt. Ein normales Wertpapierdepot wird nicht speziell als Altersvorsorge gefördert, bietet dafür aber mehr Freiheit bei der Geldanlage und beim Zugriff auf das Vermögen.
Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan?
Sie können beides kombinieren, das heißt, im Rahmen des Altersvorsorgedepots einen ETF-Sparplan anlegen. Allerdings sind nur bestimmte, gesetzlich zugelassene ETFs und Fonds erlaubt. Im Gegensatz zu einem normalen ETF-Sparplan erhalten Sie dafür staatliche Förderung und mögliche Steuervorteile. Das angesparte Geld ist dafür grundsätzlich bis zum Ruhestand gebunden.
Die wichtigsten Unterschiede:
ETF-Sparplan ohne Altersvorsorgedepot
- jederzeit verfügbar
- maximale Flexibilität
- keine staatliche Förderung
- freie Produktauswahl
Altersvorsorgedepot mit ETF-Sparplan
- staatliche Zulagen
- mögliche Steuervorteile
- Fokus auf Altersvorsorge
- Kapital bis zum Ruhestand gebunden
Altersvorsorgedepot oder betriebliche Altersvorsorge (bAV)?
Die betriebliche Altersvorsorge wird über den Arbeitgeber angeboten. Das Altersvorsorgedepot schließen Sie dagegen selbst bei einem zertifizierten Anbieter ab und bleiben unabhängig von Ihrem Arbeitgeber. Das Depot selbst kann nicht als betriebliche Altersvorsorge geführt werden. Beide Modelle fördern den Vermögensaufbau für den Ruhestand – allerdings auf unterschiedliche Weise.
Welche Förderung gibt es jeweils?
Beim Altersvorsorgedepot gibt es staatliche Zulagen und möglicherweise einen zusätzlichen Steuervorteil. Bei der betrieblichen Altersvorsorge können Beiträge innerhalb gesetzlicher Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei aus dem Bruttogehalt eingezahlt werden. Bei einer Entgeltumwandlung zahlt der Arbeitgeber grundsätzlich einen Zuschuss von 15%, soweit er dadurch Sozialabgaben spart.
Kann ich beides kombinieren?
Ja. Eine betriebliche Altersvorsorge und ein privates Altersvorsorgedepot können parallel bespart werden. Es handelt sich dabei um zwei eigenständige Verträge mit jeweils eigener Förderung.
Welche Lösung passt zu meiner Situation?
Eine betriebliche Altersvorsorge kann besonders interessant sein, wenn sich der Arbeitgeber mit einem höheren Zuschuss beteiligt oder günstige Konditionen anbietet. Das Altersvorsorgedepot bietet sich eher für alle an, die unabhängig vom Arbeitgeber vorsorgen und die Chancen des Kapitalmarkts nutzen möchten.
Kurz zusammengefasst
Altersvorsorgedepot, Riester, Rürup, ETF-Sparplan und betriebliche Altersvorsorge im Überblick
- Altersvorsorgedepot: Verbindet staatliche Förderung mit den Chancen des Kapitalmarkts. Das Geld wird beispielsweise in ETFs oder Fonds investiert und kann später, je nach Anbieter, über einen Auszahlungsplan oder als lebenslange Rente genutzt werden. Die ING wird für das Altersvorsorgedepot einen Auszahlungsplan anbieten.
- Riester-Rente: Bietet staatliche Förderung und eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge. Dafür sind die Renditechancen meist begrenzter.
- Rürup-Rente (Basisrente): Besonders für Selbstständige interessant. Statt Zulagen profitieren Sparer*innen vor allem von steuerlichen Vorteilen. Die Auszahlung erfolgt als lebenslange Rente.
- ETF-Sparplan: Bietet maximale Flexibilität und hohe Renditechancen. Allerdings gibt es keine staatliche Förderung, und Anleger*innen tragen das volle Kapitalmarktrisiko.
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Läuft über den Arbeitgeber und wird durch Steuer- und Sozialabgabenvorteile gefördert. Oft beteiligt sich der Arbeitgeber zusätzlich mit einem Zuschuss.
| Wenn Sie ... | Dann könnte interessant sein ... |
| staatliche Förderung und Kapitalmarktchancen kombinieren möchten | Altersvorsorgedepot |
| besonderen Wert auf Garantien legen | Riester-Rente |
| selbstständig sind und Steuervorteile nutzen möchten | Rürup-Rente |
| maximale Flexibilität wünschen | ETF-Sparplan |
| von Zuschüssen des Arbeitgebers profitieren können | Betriebliche Altersvorsorge |
Die beste Altersvorsorge besteht oft nicht aus einem einzigen Produkt. Viele Menschen kombinieren mehrere Bausteine – etwa gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, ETF-Sparplan und Altersvorsorgedepot. So lassen sich Förderung, Flexibilität und Renditechancen sinnvoll verbinden.