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Berufliche Weiterbildung

So bekommen Sie Unterstützung vom Staat

Viele Arbeitnehmer möchten sich neben ihrem Job weiterbilden, scheuen jedoch vor den Kosten zurück. Zwei Möglichkeiten, wie Sie finanzielle Hilfe vom Staat bekommen können.

Weiterbildungen neben dem Berufsleben verlangen große Disziplin und Durchhaltevermögen. Da trifft es sich gut, dass man wenigstens Hilfe bei der finanziellen Belastung bekommt. Hier zwei Beispiele, wie die staatliche Unterstützung aussehen kann.

Aufstiegs-BAföG

Das Aufstiegs-BAföG (AFBG), früher auch bekannt als Meister-BAföG, fördert mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse, darunter den Meister, Fachwirt, Techniker, Erzieher und Betriebswirt. Dabei ist es unerheblich, ob die Fortbildung in Teil- oder Vollzeit absolviert wird und wie alt der Antragsteller ist. Da der angestrebte Abschluss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen muss, ist in der Regel eine abgeschlossene Erstausbildung Voraussetzung. Auch darf der Antragsteller keinen Hochschulabschluss über dem Bachelor besitzen.

Die Förderung kann bis zu 15.000 Euro betragen. Davon erhält der Antragsteller seit August 2020 sogar 50 statt 40% als Zuschuss vom Staat und 50% als Bankdarlehen von der KfW. Die Materialkosten für das Meisterprüfungsprojekt können bis zu 50% und einer Höhe von 2.000 Euro gefördert werden.

Wer seine Weiterbildung in Vollzeit absolviert, kann zusätzlich zu den Fortbildungskosten auch Unterstützung für den Lebensunterhalt bekommen. Diese Unterhaltsförderung ist ein reiner Zuschuss, den Empfänger nicht zurückzahlen müssen. Er ist allerdings vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers und gegebenenfalls seines Lebens- oder Ehepartners abhängig.

  • Alleinstehende erhalten einen Unterhaltsbeitrag von maximal 892 Euro.
  • Antragsteller, die verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, erhalten maximal 235 Euro Unterhaltszuschuss.
  • Alleinerziehende mit Kinder unter 14 Jahren erhalten darüber hinaus (bei Voll- und Teilzeitfortbildungen) einen pauschalen monatlichen Zuschuss von 150 Euro pro Kind.

Die jeweiligen Fördersätze finden Sie hier.

Bildungsprämie

Wer berufliche Veränderung sucht und sich selbst um die Planung der Weiterbildung kümmert, für den ist die Bildungsprämie interessant. Die Prämie berücksichtigt die Interessen des Antragstellers – unabhängig von seinem derzeitigen Job und den Interessen des Arbeitgebers. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: den Prämiengutschein und den Spargutschein (Weiterbildungssparen) – wobei auch beides miteinander kombiniert werden kann.

  • Einen Prämiengutschein erhält, wer älter als 25 Jahre ist, mindestens 15 Stunden pro Woche arbeitet oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befindet. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf maximal 20.000 Euro bzw. bei gemeinsam Veranlagten 40.000 Euro betragen. Die Weiterbildung darf außerdem nicht mehr als 1.000 Euro kosten. Davon wird die Hälfte vom Staat bezuschusst. Diese Prämie können Arbeitnehmer noch bis Ende 2021 erhalten. Der Prozess ist denkbar einfach: Wer die Prämie erhalten möchte, muss lediglich ein Gespräch in einer der 530 Beratungsstellen führen. Wenn die formalen Kriterien erfüllt werden, wird der Prämiengutschein direkt ausgegeben.
  • Dank des Spargutscheins können Arbeitnehmer teurere und längerfristige Weiterbildungsmaßnahmen finanzieren. Die Förderung ist unabhängig vom Einkommen und den weiteren Förderbedingungen, die für den Prämiengutschein gelten. Voraussetzung ist ausschließlich, dass Arbeitnehmersparzulagen nach dem Vermögensbildungsgesetz vorhanden sind. Darunter fallen staatlich gewährte Geldzulagen, mit denen Arbeitnehmer Vermögen aufbauen sollen – etwa Vermögenswirksame Leistungen oder unter Umständen Bausparverträge. Mithilfe des Spargutscheins können Arbeitnehmer aus diesem Guthaben vorzeitig einen Betrag für die Weiterbildung entnehmen. Der Gutschein wird ebenfalls nach einem Beratungsgespräch in einer Bildungsprämien-Beratungsstelle ausgegeben.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Aufstiegs-BAföG und der Bildungsprämie.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer beruflichen Weiterbildung.

Autor: ING