Indizes im Fokus

Was steckt hinter DAX und MSCI World?

Offiziell wurde das Börsenbarometer DAX am 1. Juli 1988 eingeführt, als Berechnungsbasis diente allerdings der Start am 21. Dezember 1987 mit 1.000 Punkten. Der Leitindex der Deutschen Börse beinhaltet die 40 größten und wichtigsten börsennotierten Unternehmen am deutschen Aktienmarkt. Als einer der wenigen unter den großen internationalen Indizes wird der DAX auch als Performanceindex berechnet, bei dem die von den Indexmitgliedern ausgeschütteten Dividenden in die Wertentwicklung mit einfließen.

Die Gewichtung wie auch die Aufnahme und das Ausscheiden eines Unternehmens basieren auf transparenten Regeln. Um überhaupt für eine Aufnahme in einen Auswahlindex infrage zu kommen, müssen die Aktiengesellschaften die Transparenzanforderungen des Prime Standards erfüllen, fortlaufend auf Xetra gehandelt werden, über einen Unternehmenssitz in Deutschland verfügen, bzw. einen wesentlichen Teil der Geschäftstätigkeit dort ausüben und mindestens zehn Prozent der Anteile im Streubesitz haben. Über die Auswahl entscheiden dann ausschließlich der Orderbuchumsatz und die Marktkapitalisierung der Aktien im Streubesitz. Von außerordentlichen Anpassungen abgesehen, wird die Zusammensetzung des DAX zweimal pro Jahr, jeweils im März und im September, überprüft.

Die Welt im Depot

Bei einem Blick über den Tellerrand stolpern Anleger fast unweigerlich über den MSCI World Index, der als vielleicht wichtigster Referenzindex für die Entwicklung der globalen Aktienmärkte gilt. Gestartet am 31.12.1969 mit einer Basis von 100 Punkten, notierte der Index am Ende des ersten Quartals 2022 bei rund 3.000 Zählern. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind aber natürlich kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen. Mit aktuell mehr als 1.600 verschiedenen Aktientiteln deckt der MSCI World Index rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung in 23 entwickelten Industriestaaten ab und wird einmal pro Minute durch den US-amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley berechnet. Sofern die Aktien zum Berechnungszeitpunkt an den geöffneten Börsen ihres Heimatlandes gerade gehandelt werden, fließen die laufend aktualisierten Werte in die Berechnung ein, ansonsten werden die jeweiligen Schlusskurse des Vortages herangezogen.

Auch wenn der Index als globales Börsenbarometer gilt, wird die Zusammensetzung vor allem durch amerikanische Werte dominiert. Aufgrund ihres Anteils an der weltweiten Marktkapitalisierung hatten US-Titel per Ende April 2022 einen Anteil von mehr als 67 Prozent an der Zusammensetzung des Index. Dahinter folgen Japan mit gut sieben Prozent, Großbritannien mit knapp vier Prozent, Frankreich und Kanada mit jeweils etwa drei Prozent. Auch 55 Deutsche Aktiengesellschaften sind vertreten und machen einen Anteil von ca. 2,7 Prozent aus.

 

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