ETFs für Neulinge
Bequem und kostengünstig Geld anlegen
Sie möchten fürs Alter vorsorgen oder einfach Vermögen aufbauen? Das geht beispielsweise mit ETFs (Exchange Traded Funds) – also über die Börse gehandelte Fonds. Sie sind flexibel handelbar und ermöglichen Investitionen bereits mit kleinen Beträgen. Zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan.
- Das bringt ein ETF: Ein ETF ist eine Sammlung von einzelnen Wertpapieren. Weil er einen bestimmten Aktienindex, zum Beispiel den DAX, nachbildet, müssen Anlegerinnen und Anleger nicht aktiv einzelne Aktien auswählen. Wenn vor allem Börsen-Neulinge vermeiden wollen, dass ihnen Fehler beim Aktienkauf unterlaufen, sollten sie auf einen ETF setzen. Mit ihm ist das Risiko breit über viele Wertpapiere gestreut. Mit ETFs investieren auch Anfänger und Anfängerinnen einfach und vergleichsweise kostengünstig.
Welche ETFs Neulinge miteinander kombinieren sollten
Die Auswahl an ETFs ist groß. Manche investieren weltweit, andere nur in bestimmte Branchen oder Regionen. Experten raten Anlegenden mit wenig Fachwissen, auf einen weltweit investierenden ETF mit einer breiten Streuung zu setzen. So minimieren sie Risiken.
Doch wie überhaupt einen passenden ETF finden? Alle, die etwa einen Aktien-ETF auf den MSCI World kaufen möchten, finden bei der Suche auf Internet-Finanzportalen wie JustETF oder Morningstar eine Vielzahl von Übersichten mit möglichen Fonds. Nehmen Sie sich Zeit und vergleichen Sie Informationen aus verschiedenen Quellen.
- Tipp: Eine mögliche Quelle ist der Fondsfinder der Stiftung Warentest, der allerdings kostenpflichtig ist. Dort findet sich eine Vorauswahl von ETFs, den Fachleute zusammengestellt haben. Diese Vorauswahl kann Neulingen helfen, einen passenden ETF zu finden.
Worauf Sie bei ETFs achten und welche Fehler Sie vermeiden sollten
Sie sind dabei, die verschiedenen Fonds miteinander zu vergleichen? Achten Sie auf bestimmte Kennzahlen. „Die TER – also die Total Expense Ratio – zeigt die jährlichen Verwaltungskosten an, die möglichst niedrig sein sollten“, sagt Sally Peters vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg.
Während aktiv gemanagte Aktienfonds oft Verwaltungskosten von 1,5% oder mehr haben, kosten gute Aktien-ETFs häufig weniger als 0,3%. Das kann bei Geldanlagen über mehrere Jahrzehnte hinweg einen Unterschied von vielen tausend Euro ausmachen. Weitere Tipps:
- Einmalige Kosten: Nehmen Sie die einmaligen Kosten in den Blick. Beim Kauf von ETFs zahlen Sie eine Wertpapierorder, da Sie ETFs über den Börsenhandel erwerben. Diese einmaligen Kosten variieren und betragen meist bis zu 1% der Anlagesumme.
- Ausschüttend oder thesaurierend: Ausschüttende Fonds zahlen Dividenden aus. „Solche Fonds sind sinnvoll, wenn regelmäßige Erträge erwünscht sind“, sagt Sally Peters. Bei einem thesaurierenden Fonds werden die Gewinne automatisch reinvestiert. Das kann zu einem vorteilhaften Zinseszinseffekt führen. ETF-Sparpläne punkten damit, dass sie Marktschwankungen durch den Durchschnittskosteneffekt glätten.
- Volumen und Alter des Fonds: Setzen Sie eher auf einen 20 Jahre alten Fonds, der Milliarden investiert, als auf einen erst ein Jahr alten Fonds, der weniger als 100 Millionen Euro verwaltet. Der ältere Fonds hat sich offensichtlich bewährt. An seiner Entwicklung der zurückliegenden Jahre können Anlegende ablesen, ob ein Investment sinnvoll gewesen wäre.
- Diversifikation: Prüfen Sie, ob der ETF wirklich breit diversifiziert ist – also Risiken durch breite Streuung minimiert sind. In vielen ETFs machen die größten fünf Positionen über 40% der Gesamtgewichtung aus. Hier liegt keine Diversifikation vor – das Risiko für Anlegende ist demnach hoch.
- Ziele und Strategie: Investieren Sie mit festen Zielen und einer klaren Strategie, sonst verlieren Sie womöglich Ihre Motivation. Und vermeiden Sie Panikverkäufe, wenn es an den Börsen einmal turbulent zugeht. Über Jahre hinweg gleichen sich häufig Verluste wieder aus.
Wertpapierdepot eröffnen: So geht’s
Die Entscheidung für einen ETF ist gefallen? Jetzt steht an, ein Wertpapierdepot zu eröffnen. „Das ist bei Direktbanken, Online-Brokern oder Filialbanken möglich“, sagt Sally Peters. Viele Direktbanken oder Neobroker haben kostenlose Depots mit günstigen Ordergebühren im Angebot, die sich laut Peters vor allem für ETF-Sparpläne eignen.
- Gut zu wissen: Wer berechnen möchte, welche Summen bei einem ETF-Sparplan je nach Sparrate, Spardauer und Kaufkosten herauskommen könnte, kann einen Rechner der Stiftung Warentest nutzen.
ETF-Sparplan bei Bedarf wechseln
„Es ist sinnvoll, ETFs über viele Jahre zu halten, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren“, sagt Peters. Ihr Tipp: Den gewählten ETF im Blick behalten. Passt er noch zur eigenen Strategie, entstehen keine unnötigen Kosten? Sollten Sie feststellen, dass der ETF nicht mehr passt, können Sie ihn einfach wechseln. Das ist zumeist bequem online möglich. Kosten hierfür fallen in der Regel nicht an.
Hinweis: Die Geldanlage in Wertpapiere ist mit produktspezifischen Risiken verbunden.