Suche nach einer Haushaltshilfe: Nicht nur auf den Preis achten

Finanzfrage des Monats: Haushaltshilfe gesucht – Was bedenken?

Staubwischen, Fensterputzen, Bügeln – für solche und andere Tätigkeiten daheim fehlt oft entweder die Zeit oder die Energie. Weshalb sich viele eine Haushaltshilfe suchen. Zuverlässig muss sie oder er sein, außerdem sauber und akkurat. Und noch dazu absolut vertrauenswürdig – schließlich überlässt man den Helfenden die eigenen vier Wände. Doch wie lässt sich eine solche Hilfe finden? Und was sollte vor dem Start bedacht werden?

Suchen und Finden – so geht’s

Die meisten Suchenden

  • setzen auf Empfehlungen im Freundes- und Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft,
  • werden über Angebote im Internet fündig,
  • sind erfolgreich über ein Zeitungsinserat oder
  • kommen über die Haushaltsjob-Börse der Minijob-Zentrale mit einer Hilfe zusammen.

Gewünschte Leistungen genau formulieren

Noch bevor die Suche beginnt, sollten sich die Auftraggebenden überlegen, welche Leistung wie häufig erbracht werden muss. Schon die Frage, wie oft zum Beispiel Fenster zu putzen sind, sieht jeder Haushalt anders. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt daher, eine Checkliste zu erstellen.

Vereinbarungen schriftlich fixieren

Es empfiehlt sich, die Leistungsbeschreibung in zweifacher Ausführung festzuhalten. „Das ist im Streitfall sehr wichtig“, sagt Elke Wieczorek vom DHB-Netzwerk Haushalt. Sie rät, vor allem besondere Wünsche schriftlich zu formulieren. „Das kann etwa sein, dass nur mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln geputzt wird.“ Oder es geht darum, wie besonders empfindliche Einrichtungsgegenstände richtig zu reinigen sind.

Ebenfalls wichtig ist es, die eigenen Ansprüche an Hygiene klar zur Sprache bringen. So seltsam es vielleicht klingen mag, zu erzählen, wie man reinigt: Es kann auf beiden Seiten viel Frust ersparen.

Nicht zu vergessen:

  • Klären Sie über Besonderheiten wie etwa Alarmanlagen auf.
  • Thematisieren Sie, falls Räume oder Bereiche für die Hilfe aus Gründen der Privatsphäre tabu sind.

Welchen Verdienst Haushaltshilfen haben

Natürlich spielen auch die Kosten eine wichtige Rolle, wenn Sie eine Haushaltshilfe benötigen. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland liegt aktuell bei 9,60 Euro pro Stunde. Das bedeutet, dass Auftraggeberinnen und Auftraggeber nicht weniger zahlen dürfen. Oft liegt der Verdienst aber deutlich höher – und zwar Experten zufolge zwischen rund 12 Euro bis rund 28 Euro pro Stunde.

Wie hoch der Stundenlohn ist, hängt zum Beispiel von der Qualifikation der Haushaltshilfe ab. Auch der Wohnort spielt eine Rolle. So macht es einen Unterschied, ob zum Beispiel in einer Stadt wie München, die als teures Pflaster gilt, oder in einer Kleinstadt Hilfe benötigt wird. Auch die etwa in München lebende Haushaltshilfe muss dieselben vergleichsweisen hohen Lebenshaltungskosten tragen wie ihre Auftraggeberin oder ihr Auftraggeber. Wer einen Tipp für eine Top-Haushaltshilfe aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis bekommt, orientiert sich zumeist an dem Verdienst, den die Hilfe beim empfehlenden Haushalt erzielt.

  • Gut zu wissen: Der Berufsverband für Angestellte und Selbstständige in Hauswirtschaft hat ein Tarifpaket für Angestellte in privaten Haushalten ausgehandelt, Details gibt es hier.

Geringfügig beschäftigte Haushaltshilfe anmelden – ja oder nein?

Die Antwort lautet: Ja, unbedingt anmelden. Und zwar bei der Minijob-Zentrale. Das gilt für Haushaltshilfen, die bis zu 450 Euro im Monat verdienen. Davon haben beide Seiten Vorteile, also auch die Auftraggeberin oder der Auftraggeber. Personen mit Minijobs, die angemeldet sind, haben die gleichen Arbeitnehmerrechte wie Vollzeitbeschäftigte. Das bedeutet: ein Recht auf bezahlten Urlaub und auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Verzichten Auftraggebende auf die Anmeldung, ist das Schwarzarbeit. Sie begehen eine Ordnungswidrigkeit, die – falls sie auffliegt – ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro nach sich zieht. Außerdem kann eine Nicht-Anmeldung der Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale versicherungs- und haftungsrechtliche Folgen haben. Stürzt die Haushaltshilfe von der Leiter und verletzt sich schwer oder geht in der Wohnung etwas zu Bruch, greift kein Versicherungsschutz.

  • So funktioniert das Anmelden: Auf der Website der Minijob-Zentrale gibt es ein Formular, den sogenannten Haushaltscheck. Beide Seiten füllen ihn aus und unterschreiben ihn. Die Minijob-Zentrale kümmert sich um die Anmeldung bei der Sozialversicherung.