Was sind NFT?

Fragen und Antworten zu Nutzen, Risiken und Chancen des Anlagetrends

Eine neue Anlageklasse macht derzeit von sich reden. Es geht um Non-Fungible Tokens (NFT), die es seit 2017 gibt. Dabei handelt es sich um Eigentums- und Echtheitsnachweise etwa digitaler Kunstwerke für die Sammler*innen im Jahr 2021 bei Auktionen Millionenbeträge zahlten. Was steckt dahinter? Wir klären auf.

Was sind NFT?

Ein NFT ist eine digitale Besitzurkunde – das klingt zunächst kurios. Schließlich lassen sich digitale Güter prinzipiell immer kopieren, und alle Kopien wären gleichwertig. Mit einem NFT aber wird ein digitales Gut für original erklärt, wie Caspar von Allwörden, Redakteur beim Fachmagazin „t3n“ erläutert. Es ist durch die Speicherung auf der von Kryptowährungen wie Bitcoin bekannten Blockchain unverfälschbar – und sogar noch sicherer. Denn: „Während ein Bitcoin zum Beispiel durch einen anderen Bitcoin ersetzt werden kann und den Wert beibehält, sind NFT einmalig und können nicht durch einen anderen NFT ersetzt werden“, sagt Benedikt Faupel, Referent Blockchain beim Digitalverband Bitkom.

Welchen Nutzen haben NFT?

Ein NFT weist den Besitzer oder die Besitzerin eines digitalen Sachguts aus. Das Bild etwa oder die Audiodatei kann zwar im Internet angeschaut, angehört und auch auf dem eigenen Rechner gespeichert werden. „Aber es ist durch den Eintrag auf der Blockchain eben immer klar ersichtlich, wer das Original hält“, so Faupel.

NFT kommen nicht nur bei digitalen Kunstwerken oder Musikstücken zum Einsatz, sondern beispielsweise auch bei

  • Bildern,
  • Videos,
  • Texten,
  • Tweets,
  • Zubehör bei Videospielen
  • und virtuellen Grundstücken.

Kann man NFT selbst erstellen?

Ein NFT selbst zu erstellen, ist nichts für technische Laien, wie Prof. Philipp Sandner betont. Er leitet an der Frankfurt School of Finance & Management das dort angesiedelte Blockchain-Center. Nötig ist ihm zufolge eine gewisse technische Expertise. Wer ein NFT erstellen will, müsse sich umfassend mit der Materie rund um die Blockchain befassen. Auch erfordert das NFT-Erstellen Übung – und einen NFT-Marktplatz, auf dem man sein Werk anbietet.

Tipp: Online gibt es verschiedene Anleitungen, zum Beispiel bei beincrypto.com

Woher kommt der Hype um NFT?

Der Umsatz durch den Verkauf von NFT hat im Jahr 2021 ein gigantisches Wachstum verzeichnet. Im Jahr 2021 wurden laut dem Branchenmagazin DappRadar fast 25 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es nicht einmal 100 Millionen US-Dollar. Mögliche Gründe für den Hype:

  1. Corona: Manche gehen davon aus, dass der Hype auf die Pandemie zurückzuführen sei. Viele Menschen reduzierten coronabedingt ihre Kontakte und seien öfter zu Hause, wo sie häufig im Internet unterwegs seien.
  2. Reichtum zur Schau stellen: NFT werden von einigen als eine Möglichkeit gesehen, online seinen oder ihren Besitz zu präsentieren.
  3. Reich werden: Andere hoffen auf mehr oder weniger spektakuläre Spekulationsgewinne.

Wie kauft man NFT?

Für den Kauf von NFT gibt es spezialisierte Plattformen, zum Beispiel OpenSea. Über klassische Auktionshäuser wie Christie’s sind NFT ebenfalls erhältlich. Üblicherweise werden sie versteigert. Zahlungsmittel sind zumeist die nach Bitcoin zweitwichtigste Kryptowährung Ethereum oder US-Dollars.

Wie hoch sind die Preise beim Verkauf von NTF?

Das NFT-Kunstwerk „Everydays: The First 5000 Days“ des Künstlers Beeple ist im März 2021 beim Auktionshaus Christie’s für rund 69 Millionen US-Dollar versteigert worden.

Weitere Beispiele:

  • Ein zehn Sekunden langes Video als NFT, bei dem Spaziergänger an dem am Boden liegenden Ex-Präsidenten Donald Trump vorbeilaufen, wechselte für 6,66 Millionen US-Dollar den Besitzer.
  • Für 5,4 Millionen Dollar wurde im Sommer 2021 der erste Quellcode für das World Wide Web (WWW) von Tim Berners-Lee veräußert.
  • Den weltweit ersten Tweet als NFT verkaufte Twitter-Mitgründer Jack Dorsey im März 2021 für 2,9 Millionen US-Dollar.
  • Die erste SMS der Welt aus dem Jahr 1992 erzielte einen Preis von 107.000 Euro. Der Erlös lag damit am unteren Ende der vom Auktionshaus Aguttes geschätzten Spanne von 100.000 bis 200.000 Euro.

Eignen sich NFT als Geldanlage?

Achtung – hochspekulativ! „Als Geldanlage sind NFT sicherlich nur für sehr risikofreudige Anleger zu empfehlen“, sagt Faupel. Zwar sind einige Menschen im vergangenen Jahr sehr reich mit dem Verkauf ihrer NFT geworden. Allerdings werden laut Faupel viele NFT-Projekte „sehr wahrscheinlich keine Gewinne ermöglichen“.

Dass die Mehrheit der NFT eher wertlos ist, zeigt auch eine im November 2021 veröffentlichte Studie des britischen Alan Turing Institute (ATI). Forscher überprüften insgesamt 4,7 Millionen NFT verschiedenster Kategorien, die zwischen Juni 2017 und April 2021 über 500.000 Käufer und Verkäufer austauschten. Die Ergebnisse:

  • 75% der untersuchten NFT brachten bei ihrem Verkauf weniger als 15 US-Dollar ein.
  • 1% der untersuchten NFT kam auf Preise von über 1.500 US-Dollar.

Das Fazit: Einige wenige NFT sind der Studie zufolge sehr erfolgreich, andere verkaufen sich zu einem anständigen Preis – aber die Mehrheit hat keinerlei Wert. „Man sollte eher nur dann investieren, wenn einem die Kunst gefällt und man auch glücklich mit einem ‚wertlosen‘ Kunstwerk wäre“, sagt Faupel.

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