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Handeln, gewusst wo: Börse vs. Direkthandel

Über den Handel an der Börse oder über den Direkthandel - Anleger können den Kapitalmarkt auf unterschiedlichem Weg erreichen. Beide Varianten haben ihre speziellen Vorteile. 

Handel an der Börse: reguliert, überwacht, liquide

Die Hauptaufgabe einer Börse besteht darin, das Angebot an und die Nachfrage nach Wertpapieren zusammenzuführen und die Preisbildung zu koordinieren. Bei der ING können Anleger Wertpapiere unter anderem an allen Börsen in Deutschland ordern.

Jede der Börsen hat beim Handel mit Anlageprodukten einen Schwerpunkt. Wer beispielsweise Aktien ausländischer Unternehmen handeln möchte, kann die Börse Berlin als Handelsplatz bevorzugen, deren Produktschwerpunkt Auslandsaktien bilden. Bei der Börse Stuttgart liegen die Schwerpunkte neben Aktien auch bei Anleihen und mit dem Handelssegment EUWAX bei Zertifikaten und Hebelprodukten.

Wer sich für die Aufgabe eines Kauf- oder Verkaufsauftrags an einer deutschen Börse entscheidet, kann sich sicher sein, dass der Handel reguliert ist und die Einhaltung der Handelsregeln durch eine Börsenaufsicht überwacht wird. Die Aufsicht wird in Deutschland von der jeweils zuständigen Börsenaufsichtsbehörde des Landes ausgeübt.

Was für den Handel über die Börse spricht:

  • Anleger genießen den Vorteil einer hohen Liquidität, im Normalfall sollte der Kauf oder Verkauf von Wertpapieren jederzeit möglich sein. Je nachdem, um welche Art von Wertpapieren es sich handelt, sollte bei der Wahl der Börse deren Produktschwerpunkt berücksichtigt werden.
  • Hohe Markttransparenz
  • Höherer Schutz vor etwaigen vor etwaigen Marktpreismanipulationen

Übrigens: Um den ordnungsgemäßen Handel sicherzustellen, verfügt jede Börse über eine Handelsüberwachungsstelle. Anleger, die den Verdacht hegen, dass es bei der Preisfeststellung oder beim Handel an einer Börse zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, können sich zur Klärung des Sachverhalts an die jeweilige Handelsüberwachungsstelle wenden.

Direkthandel: größerer Handlungsspielraum, geringere Kosten

Im außerbörslichen Handel werden Wertpapiere direkt von einem bestimmten Handelspartner gekauft oder an diesen verkauft. Im Gegensatz zur Börse handeln Anleger hierbei direkt beim jeweiligen Handelspartner - ohne Umweg über einen Kursmakler, der Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenführt.

Was für den Direkthandel spricht

  • Es lassen sich Kosten sparen, da weder Courtage noch Gebühren für die Nutzung eines Börsenplatzes anfallen.
  • Höhere Flexibilität. So kann im Direkthandel in der Regel von 8 bis 22 Uhr gehandelt werden, an den meisten Börsen nur von 8 bis 20 Uhr.

Einige Einschränkungen bestehen dagegen bei der Überwachung des Handels. Der Handel von Aktien, Anleihen und ETFs wird von der Handelsüberwachungsstelle der Tradegate Exchange beaufsichtigt, Fonds unterliegen der Beaufsichtigung durch die Handelsüberwachungsstelle der Börse Gettex. Für den Handel mit Hebelprodukten und Zertifikaten gibt es jedoch keine offizielle Handelsaufsicht.

Was beim Direkthandel zu beachten ist

Anleger sollten trotz einer höheren Flexibilität beim Direkthandel berücksichtigen, dass die Preisspannen für An- und Verkäufe von Wertpapieren außerhalb der Xetra-Handelszeiten (9 bis 17.30 Uhr) möglicherweise ungünstiger sind als während des Xetra-Handels. Sollte es aufgrund besonderer Umstände einmal zu nicht marktgerechten Preisen kommen, kann die Order aufgehoben werden. In diesem Fall kommen die sogenannten Mistrade-Regelungen zur Anwendung. Dabei hat jeder zur Verfügung stehende Handelspartner seine eigenen Regelungen zum Umgang mit einem Mistrade. Die Regelungen finden Anleger in der Handelspartner-Übersicht der ING.

Fazit

Welcher Weg für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren gewählt wird, muss jeder Anleger letztlich für sich selbst entscheiden. Je nachdem, worauf es bei einer Order gerade ankommt, dienen Kriterien wie die Handelszeiten, Kosten oder eine hohe Liquidität dabei als wichtige Entscheidungshilfen.

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