Photovoltaikanlage auf dem Dach

Was vor der Installation zu klären ist

Bauen-Wohnen 6 min Lesedauer 01.02.2023

Die Strompreise sind explodiert – das bereitet vielen Sorgen. Sich selbst vom Stromnetz unabhängiger machen und eigenen Strom durch Sonnenlicht gewinnen kann eine attraktive Alternative sein. Möglich ist das mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des eigenen Hauses.

Für eine solche Photovoltaikanlage spricht:

  • Umweltfreundlichkeit: Strom aus einer Photovoltaikanlage belastet die Umwelt deutlich weniger als fossile Energieträger.
  • Kosteneffizienz: Eine Photovoltaikanlage lohnt sich, wenn Sie möglichst viel der erzeugten Solarenergie selbst verbrauchen. Denn der Strom vom Dach kostet viel weniger als der aus dem Netz. Bei Photovoltaik mit Speicher lässt sich Solarstrom auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Wer Strom aus der eigenen Anlage nicht komplett selbst verbraucht, kann Überschüsse in das öffentliche Netz einspeisen und bekommt dafür eine Einspeisevergütung.
  • Unabhängigkeit: Mit Strom vom Hausdach machen Sie sich autarker, Sie werden also unabhängiger von Ihrem Stromanbieter.

Photovoltaik für den Eigenbedarf: Was Sie zunächst klären sollten

Sie liebäugeln mit einer eigenen Photovoltaikanlage? Mit diesen acht Schritten finden Sie heraus, ob eine solche Anlage für Sie richtig ist:

Schritt 1: Prüfen Sie über die Solarpotenzialkataster, die viele Städte und Kommunen anbieten, wie gut das Dach Ihres Hauses für eine Photovoltaikanlage geeignet ist. Das ist vielerorts online möglich – suchen Sie dafür einfach nach „Solarpotenzialkataster“ und dem Namen Ihres Wohnorts.

Schritt 2: Schauen Sie sich nun Ihr Haus genau an. Optimale Voraussetzungen für eine Photovoltaikanlage sind neben einer möglichst verschattungsfreien Dachfläche eine Südausrichtung sowie eine Dachneigung von 30 Grad. Bei Neigungen von unter 25 oder über 60 Grad verringert sich der Stromgewinn aus der Anlage.

Auch Anlagen auf Ost- und Westdächern erzeugen Solarenergie – zwar nicht unbedingt viel, aber oft genug für Selbstversorger*innen. Die Energieberatung der Verbraucherzentralen hilft bei der Einschätzung, ob auf dem Dach Ihres Hauses eine Photovoltaikanlage sinnvoll ist.

Schritt 3: Das Dach Ihres Hauses ist geeignet? Prima, dann können Sie als nächstes berechnen, welchen Beitrag eine Photovoltaikanlage mit Speicher zur Stromversorgung Ihres Eigenheims leistet. Auch das ist online möglich.

Schritt 4: Lassen Sie von Fachleuten die Statik des Dachs prüfen, wenn Sie unsicher sind, ob das Dach die Anlage tragen kann. Sie können dafür entweder eine*n Statiker*in engagieren oder die Prüfung bei der potenziell zu beauftragende Firma für den Bau der Anlage in Auftrag geben. Hilfreich ist, wenn Sie dazu noch über die Statik-Unterlagen des Hauses verfügen.

Schritt 5: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde nach den baurechtlichen Voraussetzungen. In einigen Bundesländern benötigen Hausbesitzer*innen eine Baugenehmigung. Außerdem sind die Abstandsregelungen zum Nachbargebäude nicht in allen Bundesländern gleich.

Schritt 6: Legen Sie nun Ihre Ziele fest. Wie viel Strom möchten Sie erzeugen – wollen Sie nur sich selbst versorgen oder auch Strom ins Netz einspeisen? Haben Sie vor, den selbst erzeugten Strom auch für die Wärmegewinnung zu nutzen? Denkbar ist, dass die Photovoltaikanlage die Wärmepumpe Ihres Hauses mit Solarenergie versorgt und so die Kosten senkt. Und wie sieht‘s mit einem E-Auto aus? Wallbox und Photovoltaikanlage lassen sich prima miteinander kombinieren – so können Sie Ihr Fahrzeug mit günstigem Solarstrom betanken.

Schritt 7: Eine große oder eine kleine Photovoltaikanlage? Je größer die Anlage ausfällt, desto mehr Leistung liefert sie und desto wirtschaftlicher ist sie auch. Im Idealfall nutzen Sie also die Dachfläche Ihres Hauses voll aus. „Sehr kleine Anlagen können sogar trotz der Einspeisevergütung ein Minusgeschäft sein“, sagen Verbraucherschützer. Wer heute etwa 4 Kilowatt Peak (kWp) in Betrieb nehme und im Jahr nicht mehr als 3.000 Kilowattstunden Strom selbst verbraucht, schreibe unter Einbeziehung der Kosten des Anlagenbetriebs über eine Laufzeit von 20 Jahren rote Zahlen.

Schritt 8: Entscheiden Sie sich für die für Sie passende Technologie. Zum Beispiel für kristalline Solarmodule. Sie erzeugen effektiv Strom, selbst bei weniger günstigen Bedingungen. Monokristalline Module bieten sich an, wenn auf dem Solardach wenig Platz ist oder es Probleme mit der Statik gibt. Preislich günstigere polykristalline Module sind ideal, wenn ausreichend Platz auf dem Dach vorhanden ist und keine Statikprobleme bestehen. Dünnschicht-PV-Module sind perfekt auf Dachflächen, die nicht direkt Richtung Süden zeigen. Daneben gibt es CIS/CIGS-Module. Lassen Sie sich beraten, welche Technologie für Ihr Hausdach am besten geeignet ist.

Kosten einer Photovoltaikanlage – und welche Förderungen es gibt

Sie haben alle Fragen geklärt? Dann geht es jetzt ans Preisevergleichen. „Empfehlenswert ist in jedem Fall, in der Planungsphase einen Energieberater einzuschalten“, sagt Karsten McGovern, Geschäftsführer der LEA LandesEnergieAgentur Hessen.

Energieberater*innen können Ihnen nicht zuletzt auf Basis Ihrer Wünsche an die Photovoltaikanlage Tipps geben, welche Art Anbieter in Ihrem Fall infrage kommen. Oft müssen Interessierte für eine Angebotserstellung bis zu 300 Euro zahlen, das Geld wird im Fall einer Auftragserteilung verrechnet.

Tipp: Sollten Sie für ein Angebot mehrere Hundert Euro zahlen müssen, macht es Sinn, nur eins vor Ort einzuholen. Vergleichen Sie dann die dort angegebenen Preise mit denen in Internetportalen online. Das ist etwa bei selfmade-energy oder photovoltaik-angebotsvergleich möglich. Stellen Sie fest, dass der Anbieter vor Ort überhöhte Preise anbietet, dann sprechen Sie ihn darauf an und verhandeln Sie.

Eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach des Eigenheims ist teuer. Sie kann je nach Größe mehrere Zehntausend Euro kosten. Einige Bundesländer gewähren Zuschüsse. Über die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums können Sie gezielt suchen. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Kommune, ob diese Ihr Vorhaben fördert. Daneben gibt es seitens der staatlichen KfW-Bankengruppe das Programm Erneuerbare Energien 270 – darüber können Sie Photovoltaik mit Speicher zinsgünstig finanzieren.

Tipp: Seit dem 1.1.2023 fällt auf die Lieferung von Photovoltaik-Anlagen keine Umsatzsteuer mehr an, wenn diese auf oder in der Nähe eines Wohngebäudes installiert werden (Nullsteuersatz). Die Regelung gilt für alle Komponenten einer Photovoltaikanlage, wie z. B. Photovoltaikmodule, Wechselrichter oder auch Batteriespeicher.

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