Privatkunden

Rechte und Pflichten als Aktionär

Diese Rechte und Pflichten ergeben sich durch den Handel und Besitz mit Aktien

Das deutsche Aktiengesetz regelt die entscheidenden Rechte und Pflichte auch für Klein-Anleger. Neben der gesetzlichen Grundlage können darüberhinausgehende Regelungen in den Satzungen der jeweiligen Aktiengesellschaften festgelegt werden.

Verwaltungsrechte des Aktionärs

Grundsätzlich kann in Vermögensrechte, Verwaltungsrechte und Nebenrechte unterschieden werden. Die wichtigsten Verwaltungsrechte des Aktionärs sind die Teilnahme an der Hauptversammlung und das Stimmrecht. Jedes deutsche börsennotierte Unternehmen ruft einmal im Jahr eine solche Hauptversammlung ein. Möchte sich der Aktionär auf der Hauptversammlung zu Wort melden, um Fragen zu stellen, hat er dies ebenso wie die Teilnahme an der Versammlung vorab schriftlich anzumelden. Der Aktionär selbst hat ein mit der Hauptversammlung verbundenes Stimmrecht. Das Ausmaß des Stimmrechts bemisst sich an der Anzahl der gehaltenen Aktien. Über dieses Stimmrecht kann der Aktionär die Verwendung des Unternehmensgewinns mitbestimmen und auf die zukünftigen Unternehmensentscheidungen Einfluss nehmen, etwa wenn es um Verkäufe oder Akquisitionen geht. Weiterhin steht bei der jährlichen Hauptversammlung die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats auf der Tagesordnung. Damit können die Aktionäre also ihr Vertrauen gegenüber der Unternehmensführung aussprechen oder ihr dieses entziehen. Wer selbst nicht an der Hauptversammlung teilnehmen kann oder möchte, kann sein Stimmrecht auch abtreten, etwa an eine Anleger-Schutzvereinigung. So haben beispielsweise auch Klein-Aktionäre die Möglichkeit, auf die Entscheidung des Unternehmens maßgeblichen Einfluss zu nehmen, indem die Interessen gebündelt vertreten werden.

Darüber hinaus hat der Aktionär im Rahmen der Hauptversammlung ein sogenanntes Auskunftsrecht: Einmal jährlich ist die Aktiengesellschaft verpflichtet, den Aktionären Auskünfte über die Wirtschaftslage der Aktiengesellschaft zu geben, etwa ob Gewinne erwirtschaftet wurden, wie diese eingesetzt werden sollen und wie die wirtschaftlichen Prognosen aussehen.

Die Vermögensrechte

Zur Ausschüttung von Gewinnen ist ein Unternehmen grundsätzlich nicht verpflichtet, werden jedoch Gewinne ausgeschüttet, hat jeder Aktionär das Recht auf einen Gewinn entsprechend seines Aktienanteils. Je höher die Aktienbeteiligung, desto höher auch die Dividendenauszahlung, also der auszuschüttende Betrag. Diese kann sich noch einmal nach Art der Aktien unterscheiden. Inhaber von sogenannten Vorzugsaktien erhalten einen höheren Gewinn als Inhaber von Stammaktien, müssen dafür jedoch auf ihr Stimmrecht auf der Hauptversammlung verzichten.

Ferner gehören zu den Vermögensrechten noch das Recht auf Abwicklungsvermögen und das allgemeine Bezugsrecht im Falle einer Kapitalerhöhung.

Pflichten des Aktionärs

Die einzige finanzielle Hauptpflicht des Aktionärs besteht darin, die gezeichneten Aktien auch entsprechend zu bezahlen, also eine entsprechende Einlage auf das Grundkapital der Aktie zu leisten.

Weiterhin hat der Aktionär eine gesetzlich vorgeschriebene Treuepflicht. Diese besagt, dass er auf die Interessen des börsennotierten Unternehmens und die anderer Anleger Rücksicht nehmen muss und sich beispielsweise nicht auf Kosten dieser bereichert.

Weitere Pflichten liegen im Ermessen des aktienemittierenden Unternehmens. Bei einem Börsengang kann das Unternehmen beispielsweise zusätzlich eine sogenannte Haltefrist verordnen, die vorschreibt, wie lange die Aktien nach dem Börsengang behalten werden müssen, um Kurseinbrüche zu verhindern.

Autor: ING