Investieren in Aktien

Welche Risiken es gibt und wie Sie sie vermeiden können!

Anfang 2021 sorgten teils atemberaubende Kursausschläge bei den Anteilsscheinen verschiedener Unternehmen wie einer US-Einzelhandelskette für Computerspiele für einen regelrechten Aktien-Hype. Doch nicht erst seitdem ist die Anlageklasse wieder in aller Munde. Anders als man vermuten möchte, haben die Turbulenzen an den Finanzmärkten zu Beginn der Corona-Pandemie keineswegs dazu geführt, dass sich viele Menschen von einer Anlage in Aktien haben abschrecken lassen. Im Gegenteil: Dem Deutschen Aktieninstitut zufolge verwahrten 2020 rund 12,4 Millionen Menschen Aktien, Aktienfonds oder Aktien-ETFs in ihren Depots – das waren 2,7 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Kurse können schwanken

Wer Aktien kauft, sollte sich bewusst sein, dass der Kurs der Wertpapiere Schwankungen unterliegt. (Kursänderungsrisiko). Die Veränderungen können mitunter sehr hoch ausfallen. Im Falle eines starken Kursrückgangs kann ein Investment somit schnell in die Verlustzone geraten. Denkbare Auslöser für negative Kursreaktionen sind beispielsweise das Verfehlen der Gewinn- oder Umsatzerwartungen eines Unternehmens, negative Analystenkommentare oder eine schwächere Entwicklung des Gesamtmarktes. Letzteres wird auch als Marktrisiko bezeichnet.

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr von Kursverlusten, die daraus resultieren, dass die Entwicklung des Gesamtmarktes nicht oder nicht zutreffend berücksichtigt wird. Mehren sich beispielsweise die Anzeichen für einen Abschwung der Konjunktur oder eine Rezession, lässt dies bei den Unternehmen sinkende Gewinne erwarten. Der Gesamtmarkt tendiert dann in der Regel schwächer. Auch Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsaussichten stabil sind, haben es in einem solchen Umfeld schwerer, einen Wertzuwachs zu erzielen. Unerwartete politische Veränderungen, Terroranschläge oder der Ausbruch einer Pandemie haben ebenfalls das Potenzial, an den Aktienmärkten heftige Kursschwankungen hervorzurufen.

Klumpenrisiken vermeiden

Befindet sich nur eine Aktie im Depot, so haben hohe Kursschwankungen entsprechend starke Auswirkungen auf die Wertentwicklung des Depots. Grundsätzlich besteht bei einem Investment in Aktien immer das Risiko eines Totalverlusts. Der Fall Wirecard dient hier als mahnendes Beispiel.

Ähnlich verhält es sich, wenn in mehrere Aktien investiert wird, die aus der gleichen Branche und dem gleichen Land stammen. Aktien aus einer Branche weisen oftmals eine ähnliche Kursentwicklung auf, wodurch sich ein sogenanntes Klumpenrisiko bildet. Beispielsweise kann eine nachteilige Änderung der Rahmenbedingungen die Geschäftsperspektiven für alle Unternehmen dieser Branche trüben – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Aktienkurse dieser Firmen. Daher sollten Anlegerinnen und Anleger Aktien von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern im Depot berücksichtigen. Auf diese Weise besteht die Chance, dass die schwächere Entwicklung der Titel einer Branche (z. B. Technologie) durch die gute Entwicklung der Titel aus einer anderen Branche (z. B. Konsumgüter) teilweise oder ganz ausgeglichen werden kann.

Währungsrisiken im Blick behalten

Eine breite Streuung ist bei der Aktienanlage aus Sicht des Diversifikationsgedankens somit sinnvoll. Allerdings kann sich damit ein neues Risiko ergeben. Investieren Anlegerinnen und Anleger aus dem Euroraum beispielsweise in Aktien aus den USA, ist damit ein Währungsrisiko verbunden. Durch die Aufwertung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die in Euro notierten ausländischen Aktienpositionen an Wert. Umgekehrt wirkt sich eine Abwertung des Euro (Aufwertung der Auslandswährung) positiv auf den Wert ausländischer, in Euro notierter Aktienpositionen aus. Bei einem Investment in ausländische Wertpapiere kommt zum Kursrisiko also das Währungsrisiko hinzu.

Auf ausreichend Liquidität achten

Das Liquiditätsrisiko sollte beim Handel mit Aktien ebenfalls nicht unterschätzt werden. Nur eine ausreichende Liquidität gewährleistest, dass das Investment jederzeit zu marktgerechten Preisen veräußert werden kann. Bei den Titeln in großen Aktienindizes wie dem Dow Jones, DAX oder EURO STOXX 50 ist das der Fall. Bei Aktien kleinerer Unternehmen sollte man indes genauer schauen, wie hoch die täglichen Umsätze sind. Steht nicht ausreichend Liquidität zur Verfügung, kann es passieren, dass schon ein Verkaufsauftrag mit durchschnittlichem Umsatzvolumen zu größeren Kursbewegungen führt und nur zu deutlich niedrigeren Kursen abgewickelt werden kann.

Gut Ding will Weile haben

Mit einem Investment in einen breit aufgestellten Aktienfonds oder Aktien-ETF lassen sich die genannten Risiken größtenteils im Zaum halten. Zugleich sollten Anlegerinnen und Anleger bei der Geldanlage in Aktien einen langfristigen Anlagehorizont mitbringen. Nur so wird dem Investment genug Zeit gegeben, um zwischenzeitliche Kursrückgänge wieder aufzuholen. Dies zeigt beispielhaft ein Blick auf die Kurshistorie des DAX. Auch nach größeren Kursrückgängen wie dem Platzen der Dotcom-Blase, den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder der Finanzkrise konnte der deutsche Leitindex die Verluste im Laufe der Zeit aufholen. Die starken Rückgänge im Zuge der Corona-Pandemie machte der DAX sogar innerhalb eines Jahres wett. Angemerkt werden muss in diesem Zusammenhang allerdings, dass Wertentwicklungen der Vergangenheit keine verlässliche Indikation für künftige Entwicklungen sind.

Jahreschart des DAX

Quelle: menthamedia; Stand: 25.03.2021

(Performanceindex, 30.12.1987 – 25.03.2021, 1 Kerze = 1 Jahr)

Autor: ING-DiBa AG