Die teuerste Stadt der Welt

Wenn Wohnen zur Kostenfrage wird

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Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher ist es eng mit Freiheit, Sicherheit und Lebensqualität verbunden. Doch genau diese Freiheit gerät unter Druck, wenn ein großer Teil des Einkommens für die Miete draufgeht. Gerade in Großstädten wird das Verhältnis von Miete und Einkommen immer wichtiger. Ein aktueller Forschungsbericht zeigt, wie stark die Mietbelastung in Metropolen weltweit gestiegen ist, und warum Deutschland davon besonders betroffen ist.

Wie viel vom Einkommen bleibt fürs Leben?

Das Verhältnis zwischen Miete und Einkommen beschreibt, wie viel vom monatlichen Einkommen für das Wohnen ausgegeben wird. Als Orientierung gilt die 30-Prozent-Regel. Sie besagt, dass maximal 30% des Nettoeinkommens für die Miete eingeplant werden sollten. Alles darüber kann langfristig zu finanziellen Engpässen führen.

In der Praxis sieht das für viele Menschen anders aus. Gerade in Großstädten wird diese Grenze häufig überschritten. Das betrifft nicht nur Geringverdienerinnen und Geringverdiener, sondern zunehmend auch Haushalte mit mittlerem Einkommen. Trotz eines stabilen Jobs bleibt am Monatsende oft weniger Geld für Rücklagen, Reisen oder private Vorsorge.

Eine Studie der Stadtsoziologen Sigmar Gude und Michael Häfelinger in Zusammenarbeit mit der Mieterberatungsgesellschaft asum aus dem Jahr 2024 plädiert zudem dafür, nicht mehr an der starren Mietbelastungsquote von 30% festzuhalten. Die Regel bilde die Realität in Haushalten unterschiedlicher Größe nur unzureichend ab. Vor allem größere Familien seien stärker belastet. Wenn sie 30 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben würden, reiche das verbleibende Geld oft nicht mehr für den laufenden Lebensunterhalt aller Familienmitglieder. Große Haushalte mit 4 oder 5 Personen könnten demnach nur in seltenen Ausnahmefällen Mietbelastungen von über 25% stemmen.

Was die Studie von Deutsche Bank Research zeigt

Das Forschungsinstitut Deutsche Bank Research hat in seiner Analyse „Mapping the World’s Prices 2025“, ausgewertet von Euronews, weltweit das Verhältnis von Mieten zu Einkommen verglichen. Dabei wurde deutlich, wie hoch die Mietbelastung in vielen Städten ist.

Besonders auffällig sind folgende Erkenntnisse:

  • In vielen europäischen Metropolen liegt die Mietbelastung deutlich über der 30-Prozent-Regel.
  • Städte mit vergleichsweise hohen Einkommensniveaus sind nicht automatisch bezahlbar.
  • Steigende Mieten treffen vor allem Menschen, deren Einkommen langsamer wächst als die Wohnkosten.
  • Metropolen entwickeln sich zunehmend zu Orten, die für Normalverdienende schwer erschwinglich sind.

Deutschland im Fokus: Teure Mieten in München

Auch hierzulande verschärft sich die Situation. Zwar liegt das durchschnittliche Einkommen in Deutschland im europäischen Mittelfeld, doch in den großen Städten reichen diese Einnahmen oft nicht mehr aus, um entspannt zu wohnen.

München gilt laut Studien seit Jahren als teuerste Stadt Deutschlands. Die Mieten sind hoch, während viele Haushalte einen sehr großen Teil ihres Einkommens für Wohnraum aufwenden müssen. Im dritten Quartal 2025 lag der durchschnittliche Mietpreis in München bei 20,05 Euro pro Quadratmeter.

Berlin und Hamburg haben in den vergangenen Jahren besonders stark aufgeholt. Die Einkommen sind dort im Durchschnitt niedriger als in München, die Mieten jedoch stark gestiegen. Das führt zu einer besonders hohen Mietbelastung für viele Mieterinnen und Mieter.

Teuerste Städte der Welt als Warnsignal

Im internationalen Vergleich zeigen Städte wie New York, Hongkong oder Singapur, wohin die Entwicklung führen kann. Sie gelten – je nach Ranking – häufig als teuerste Städte der Welt, weil dort ein erheblicher Teil des Einkommens allein für die Miete benötigt wird. In New York zahlten Mieterinnen und Mieter 2025 beispielsweise durchschnittlich 4.143 US-Dollar(rund 3.545 Euro) im Monat für eine Einzimmerwohnung im Stadtzentrum.

Diese Städte stehen sinnbildlich für eine Zukunft, in der Wohnen zur zentralen finanziellen Herausforderung wird. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf diese Entwicklungen. Sie zeigen, wie wichtig es ist, die eigenen Finanzen aktiv zu steuern und frühzeitig gegenzusteuern.

Mietbelastung: Was Sie jetzt tun können

Ein bewusster Umgang mit den eigenen Wohnkosten stärkt Ihre finanzielle Freiheit. Diese Schritte können dabei helfen:

  • Prüfen Sie regelmäßig Ihr persönliches Verhältnis von Miete und Einkommen.
  • Vergleichen Sie Ihre Mietbelastung mit der 30-Prozent-Regel.
  • Überlegen Sie, ob alternative Wohnlagen oder Wohnmodelle für Sie infrage kommen.
  • Planen Sie Ihr Budget so, dass auch Rücklagen und persönliche Wünsche Platz haben.

Zudem bietet der Mieterschutzbund e. V. direkte Hilfe für Mieterinnen und Mieter, die unter hoher Mietbelastung oder steigenden Mieten leiden. Dazu gehören beispielsweise rechtliche Beratung bei Mieterhöhungen, Kündigungen oder Modernisierungsmaßnahmen.

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