Vermögensvergleich: Arm oder reich?

Wie viel Vermögen die Deutschen wirklich haben

Nach der Ausbildung geht’s ans Geldverdienen – und an den Vermögensaufbau. Als Ziel lockt zum Beispiel Immobilienbesitz. Auch die Altersvorsorge ist ein Thema, schließlich will niemand eines Tages eine Rentenlücke haben. Aber wie viel Geld haben die Deutschen eigentlich auf der hohen Kante?

Statistik Vermögen: Unterschiede zwischen Ost und West

Beim Nettovermögen in Deutschland je Haushalt bestehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Im Jahr 2018 betrug das Nettovermögen demnach im Durchschnitt

  • in den alten Bundesländern: 182.000 Euro
  • in den neuen Bundesländern: 88.000 Euro.

Gut zu wissen: Das Nettovermögen umfasst Immobilien- und Finanzvermögen wie Wertpapiere, Versicherungen sowie Bankeinlagen abzüglich Schulden wie Hypotheken, Konsumschulden und sonstige Kredite.

Vermögen in Deutschland ungleich verteilt

Abgesehen vom Ost-West-Unterschied: Vermögen in Deutschland ist ungleich verteilt, darin sind sich Expert*innen einig. Wobei die Frage lautet: Wie ungleich eigentlich? Die Vermögensverteilung hängt nach Angaben der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung davon ab, welche Daten herangezogen werden. Je nach Datengrundlage besitzen

  • die Top 10% zwischen 59% und 67% des Gesamtvermögens,
  • die Top 1% zwischen 22% und 35% des Gesamtvermögens
  • und die reichsten 0,1% zwischen 7% und 20% des Gesamtvermögens.

Zudem sind Einkommen wie Vermögen zwischen Frauen und Männern ungleich verteilt, wie wir in unserem Beitrag zum "Gender Wealth Gap" schon berichtet haben.

Vermögensverteilung – Wer als „reich“ gilt

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) müssen Haushalte 477.200 Euro besitzen, um zu den vermögendsten 10% zu gehören. Die Vermögensgrenzen fallen jedoch je nach Alter sehr unterschiedlich aus.

  • Gruppe der Unter-30-Jährigen: Ein Vermögen von 71.300 Euro reicht laut IW aus, um zu den reichsten 10% zu gehören. Das Durchschnittsvermögen (50%-Perzentil) liegt demnach bei 50.000 Euro.
  • Gruppe der 40- bis 44-Jährigen: Hier ist ein Vermögen von 438.900 Euro nötig, um es ins oberste Zehntel seiner Altersgruppe zu schaffen. Das Vermögen beträgt in dieser Altersgruppe im Durchschnitt 87.200 Euro.
  • Gruppe der 50- bis 54-Jährigen: Ein Vermögen von 539.200 Euro brauchen Sie, um zu den Top-Vermögenden zu zählen. Das Durchschnittsvermögen liegt hier bei 115.100 Euro.

Vergleich Vermögen: Paare haben mehr als Singles

Der IW-Studie zufolge hat es Auswirkungen auf den Wohlstand, in welcher Beziehungskonstellation die Menschen leben. Demnach liegt das Medianvermögen – also das Vermögen genau in der Mitte der Verteilung – bei

  • Singles und Alleinerziehenden bei 20.000 Euro
  • zusammenlebenden Paaren im Mittel bei über 151.000 Euro.

Wie sich die Inflation auf das Durchschnittsvermögen auswirkt

Inflation bedeutet Geldentwertung. Je höher die Inflationsrate steigt, desto weniger ist das Geld wert. Gegensteuern lässt sich mit Sachwerten. Immobilienbesitz zum Beispiel kann eine gute Option sein, um sich abzusichern.

Eine andere Möglichkeit: Setzen Sie auf breit gestreute, weltweit anlegende Aktienfonds, rät die Stiftung Warentest. Sie seien wegen ihrer hohen Renditechancen eines der besten Mittel gegen Inflation. Zwar hätten sie ein relativ hohes Risiko, allerdings sei dies bei einer Anlagedauer von mindestens zehn Jahren überschaubar.

Investieren und fürs Alter vorsorgen

Ob nun Immobilienbesitz oder Aktienfonds – investieren Sie frühzeitig, damit bei Ihnen eines Tages keine Rentenlücke entsteht und Sie im Alter Ihren Lebensstandard halten können. Nutzen Sie zum Beispiel den Rentenlückenrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, um zu ermitteln, wie viel Sie sparen sollten.

Dabei muss es gar nicht mal um große Summen gehen. „Mit einem Sparplan, auch auf Börsenpapieren, ist es möglich, monatlich selbst kleine Beträge rentierlich und krisensicher anzulegen“, sagt Wirtschaftsprofessor Michael Heuser vom Deutschen Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA). Er rät, die eigene Altersvorsorge-Strategie alle zwei Jahre einem Check-up zu unterziehen und zu prüfen, ob noch alles passt. „Wer von vornherein solide geplant hat, braucht nach dem Check-up gegebenenfalls nur kleine Korrekturen vorzunehmen wie etwa die Sparrate erhöhen“, so Heuser.

Übrigens: In der Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer*innen ab 50 können mit zusätzlichen Einzahlungen in die Rentenkasse ihre Rente erhöhen. Kontaktieren Sie, falls Sie sich dafür interessieren, Ihren Rentenversicherungsträger, der individuell einen Maximalbetrag berechnet.

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