D-Mark in Euro tauschen

Wie es geht und was Sie beachten sollten

Wie die Zeit vergeht! Inzwischen ist es 20 Jahre her, dass am 1. Januar 2002 das Euro-Bargeld die D-Mark als offizielles Zahlungsmittel ablöste. Doch nicht wenige haben immer noch Restbestände von der alten deutschen Währung.

Der Bundesbank zufolge waren bis Ende November 2021 insgesamt 12,35 Milliarden Mark – das sind umgerechnet etwa 6,31 Milliarden Euro – noch im Umlauf. Wer beim Aufräumen bei sich zu Hause noch D-Mark findet, kann sie problemlos umtauschen.

Seltene Münze? Sonder- oder Gedenkprägung

Aber Achtung: Manche D-Mark-Münzen können in der Zwischenzeit sehr wertvoll geworden sein. Sammler zahlen dafür teils mehrere tausend Euro. Schauen Sie sich also Ihre D-Mark-Exemplare genau an, bevor Sie sie zu Euro machen wollen.

Ob Münzen deutlich mehr wert sind als der Nennwert, hängt nach Angaben der MDM Münzhandelsgesellschaft von folgenden Faktoren ab:

  • Seltenheitsgrad und Zustand der Münze
  • Sonder- beziehungsweise Gedenkprägung – und keine reguläre Umlaufmünze

Fehlprägungen können ebenfalls wertvoll sein

Auch für Fehlprägungen, sprich: Münzen mit Fehlern, zahlen Sammlerinnen und Sammler meist hohe Preise. Beispiele sind laut MDM Münzhandelsgesellschaft:

  • Das 50-Pfennig-Stück aus dem Jahr 1950 mit der Aufschrift „Bank deutscher Länder“ kann mehrere hundert Euro bringen.
  • Ein Zwei-Pfennig-Stück, geprägt vor 1968, das aus reinem Kupfer besteht und nicht wie regulär aus kupferplattiertem Eisen, kann Ihnen bei einem Verkauf bis zu 5.000 Euro bringen. Um herauszufinden, ob Sie ein solches begehrtes Sammlerstück besitzen, benötigen Sie einen Magneten. Reine Kupfermünzen sind im Gegensatz zu kupferplattiertem Eisen nicht magnetisch.

Welche D-Mark-Münzen sonst noch wertvoll sein können

Daneben gibt es noch weitere D-Mark-Münzen, bei denen Sie laut MDM Münzhandelsgesellschaft im Fall eines Verkaufs mit einem vergleichsweise hohen Erlös rechnen können:

  • 1-Mark-Münzen mit den Angaben „1954 G“ können in Stempelglanz 1.200 Euro in die Kasse spülen.
  • 2-Mark-Münzen mit dem Konterfei von bekannten Politikern wie Ludwig Erhard, Willy Brandt oder Franz Joseph Strauß sind mehr wert als der Nennwert – nämlich etwa 150 Euro. Vor allem 2-Mark-Münzen aus dem Jahr 1959 lassen Sammlerherzen höher schlagen.
  • 5-Mark-Stücke, die den Prägestempel J 1958 aufweisen, können je nach Zustand bis zu 4.000 Euro wert sein.

So machen Sie Ihre D-Mark-Münze zu Geld

Wer glaubt, im Besitz einer wertvollen Münze zu sein, kann auf unterschiedliche Weise recherchieren, ob er oder sie tatsächlich ein Sammlerobjekt vor sich hat.

  • Internet: Im Internet können Sie in einem offiziellen Münzkatalog den Wert Ihrer Münze ermitteln, zum Beispiel im Münzkatalog online.
  • Münzhandlung: Eine weitere Option ist, eine Münzhandlung aufzusuchen. Achten Sie darauf, dass der Händler oder die Händlerin Mitglied im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels oder im Verband der Deutschen Münzenhändler ist. Eine solche Mitgliedschaft ist in aller Regel ein Hinweis auf Seriosität, wie die Stiftung Warentest auf Ihrer Website schreibt. Kontaktieren Sie im Zweifel mehrere Anbieter.

Über eine Münzhändlerin oder einen Münzhändler haben Sie oft auch die Möglichkeit, eine wertvolle Münze zu Geld zu machen. Im Internet ist das etwa über eine Ebay-Anzeige möglich.

D-Mark-Bestände bei der Bundesbank in Euro umtauschen

Wer feststellt, dass unter seinen oder ihren D-Mark-Münzen keine wertvollen Raritäten sind, kann sie bei Filialen der Deutschen Bundesbank gebührenfrei und ohne betragliche oder zeitliche Begrenzung zurückgeben – das heißt: in Euro umtauschen. Das gilt auch für Banknoten der Bank deutscher Länder (BdL) und Banknoten der Deutschen Bundesbank.

Die Bundesbank hat im Internet eine Übersicht mit ihren Filialen aufgelistet.

  • Achtung: Wegen der Corona-Pandemie stellt die Bundesbank ihr Privatkundengeschäft ab dem 3. Januar 2022 vorübergehend ein.

Umtausch auch per Post möglich

Generell können Sie Ihre D-Mark-Bestände auch per Post umtauschen. Dafür müssen Sie Ihre Münzen und/oder Banknoten zusammen mit einem online verfügbaren Antrag an die Bundesbank-Filiale in Mainz senden. Die Bundesbank haftet für Verluste auf dem Postweg nicht. Zudem kann es dauern, bis eine Sendung bearbeitet ist.

Der amtliche Umtauschkurs sieht so aus: 1 Euro für 1,95583 D-Mark. Nach diesem Kurs rechnet die Bundesbank das eingereichte Geld um. Den von ihr ermittelten Betrag überweist sie auf die im Antragsformular angegebene Bankverbindung.

Bei hohen D-Mark-Beständen erst mit der Filiale Kontakt aufnehmen

Sollten Sie über 29.337,45 D-Mark einreichen – das entspricht 15.000 Euro – sollten Sie mit der zuständigen Filiale zunächst Kontakt aufnehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilen Ihnen mit, welche Angaben und Unterlagen sie für die weitere Bearbeitung Ihres Antrags benötigen.

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