Welche Hausnebenkosten regelmäßig anfallen

Wenn Sie Hausnebenkosten vor dem Kauf oder Bau einer Immobilie kennen, vereinfacht das Ihre spätere Finanzplanung. Sie wissen, wie viel Geld Sie für die Betriebskosten zurücklegen müssen und was unter dem Strich noch für die Kreditrate – und natürlich für Ihren Lebensunterhalt – übrigbleibt.

Die 5 wichtigsten Fragen + Antworten

Planen Sie zusätzlich zur Kreditrate Nebenkosten rund ums Haus ein. Da kommt Monat für Monat einiges zusammen. Zu den Hausnebenkosten – oft Betriebskosten genannt – zählen Gebühren für die Müllabfuhr sowie Beträge für Straßen- und Gehwegreinigung. Als weitere laufende Kosten für Ihr Haus fallen Ausgaben für Strom, Wasser/Abwasser, Heizen/Heizungswartung sowie Grundsteuer und Versicherungen an. Denken Sie auch an Kabel-TV, Internet und Telefon, wenn Sie Ihre Nebenkosten berechnen.

Pauschal lassen sich die monatlichen Kosten eines Hauses nicht beziffern. Wie hoch sie ausfallen, hängt von Objekt und Wohnlage ab. Ein weiterer Faktor, der Einfluss auf die Höhe Ihrer Hausnebenkosten hat, ist etwa die Müllabfuhr-Gebühr, die von Kommune zu Kommune unterschiedlich ist. Wie hoch die Kosten für Strom, Wasser oder Heizung sind, ist auch von Ihrem Verbrauch abhängig. In den meisten Fällen kommt ein Betrag von mehreren hundert Euro an monatlichen Hausnebenkosten zusammen.

Neben den monatlichen Betriebskosten zahlen die Eigentümer eines Grundstücks Grundsteuer. Städte und Gemeinden erheben diese Abgabe objektbezogen. In der Regel wird die Grundsteuer quartalsweise fällig. Ein Mal im Jahr steht außerdem die Schornsteinfegerin oder der Schornsteinfeger vor der Tür und checkt unter anderem die Emissionen Ihrer Heizungsanlage. Welche Gebühren Sie für ihn bei Ihren Hausnebenkosten einplanen sollten, ist je nach Bundesland unterschiedlich. Wenn Sie im Schnitt mit rund 100 Euro rechnen, ist das eine gute Basis.

Eine Faustregel besagt: Gehen Sie bei den laufenden Betriebskosten für Ihre Immobilie pro Quadratmeter Wohnfläche von etwa vier Euro pro Monat aus. Das ist nur ein grober Richtwert – im Einzelfall können die Hausnebenkosten deutlich höher sein.

Wenn Sie eine weitere Faustregel beherzigen und rund 10% zusätzlich zum Kaufpreis kalkulieren, sind Sie zumeist auf der sicheren Seite. Die Nebenkosten beim Hauskauf umfassen auch die Grunderwerbsteuer. Sie ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch und beträgt zwischen 3,5 und 6,5% des Kaufpreises. Weitere Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie sind Notar- und Gerichtskosten. Hinzu kommt gegebenenfalls die Provision für eine Maklerin oder einen Makler.

Rücklagen für anstehende Reparaturen bilden

Kaputt geht in jedem Haus mal etwas. Gut, wenn Sie vorsorgen und Rücklagen bilden für Reparaturen. Fachleute raten, pro Quadratmeter Wohnfläche wenigstens einen Euro monatlich als Instandsetzungsrücklage bei Ihren Hausnebenkosten einzukalkulieren. Ist die Immobilie schon älter, empfehlen sie mindestens zwei Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Zahlen Sie das Geld am besten auf ein gesondertes Konto ein, damit Sie nicht in Versuchung kommen, es anderweitig auszugeben. Eine weitere Option: ein Bausparvertrag. Das dort angelegte Geld können Sie für Renovierungen nutzen.

Nebenkosten für ein Einfamilienhaus

Beispiel für 120 qm Wohnfläche, 4 Personen

Kostenart

Monatlich (€)

Jährlich (€)

Grundsteuer

71

850

Müll

16

190

Straßenreinigung

5

60

Trinkwasser/Abwasser

50

600

Wartung der Heizung

10

120

Strom

92

1100

Gas

71

850

Versicherungen

48

580

Schornsteinfeger/-in

4

50

GEZ

18

210

 

384

4610

Quelle: Verband Haus & Grund Deutschland

Nebenkosten senken – 3 heiße Tipps:

  • Tipp 1: Stromverbrauch optimieren

    Nutzen Sie Ökostrom. Das ist nicht nur umweltfreundlich – einige Tarife gelten als äußerst preiswert. Vergleichen Sie jährlich die Tarife der Strom- sowie gegebenenfalls der Gasanbieter und wechseln Sie zu dem günstigsten. So sparen Sie effektiv Betriebskosten.

  • Tipp 2: Energie sparen im Haushalt

    Sortieren Sie nach und nach alte Stromfresser in Ihrem Haushalt aus und ersetzen Sie diese durch Geräte mit einer besseren Energieeffizienzklasse. Noch mehr Tipps, wie Sie Energie sparen und damit die Kosten für Ihr Haus reduzieren, gibt es hier.

  • Tipp 3: Nebenkosten senken durch Modernisierung

    Dach, Fassade, Türen und Fenster: Sie sparen nicht unerhebliche Mengen an Heizenergie, wenn Sie Ihre in die Jahre gekommene Immobilie vor Kälteverlusten schützen und dämmen lassen. Bei einer energetischen Sanierung gibt es übrigens Förderhilfe von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Welche Versicherungen brauche ich?

Es gibt eine Reihe von Versicherungen, die gerade bei Immobilienbesitz nötig sind – die Beiträge hierfür sollten Sie ebenfalls bei Ihren Hausnebenkosten und Ihrer Kreditrate im Blick behalten. Kein Weg führt an einer Wohngebäudeversicherung vorbei. Sie zahlt, wenn Brand, Leitungswasser oder Naturgefahren wie Sturm oder Hagel ein Haus beschädigen oder komplett zerstören. Wer baut, sollte eine Bauherrenhaftpflichtversicherung haben. Sie leistet Schadenersatz für alle Schäden, die vom Bau und Baugrundstück ausgehen – und sie wehrt unberechtigte Ansprüche gegen die Häuslebauerin oder den Häuslebauer ab.

Ebenfalls wichtig: eine Risikolebensversicherung. Mit ihr lassen sich bei einem Todesfall in der Partnerschaft Finanzierungslücken – nicht zuletzt mit Blick auf den Immobilienkredit – schließen, wenn der oder die Hauptverdienende gestorben ist. Mit einer privaten Haftpflichtversicherung sind Sie in Fällen geschützt, in denen Sie unbeabsichtigt jemanden verletzt haben. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten Sie von Ihrer Versicherungsgesellschaft eine monatliche Rente, falls Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können. Bei einer Hausratversicherung sollten Sie abwägen: Sie rechnet sich nur, wenn Sie wertvollen Hausrat besitzen und einen Schaden in ihrer Wohnung nicht selbst begleichen können.

Genug gelesen?

Wie hoch Ihre Hausnebenkosten werden, wird klar, wenn Sie Ihre Immobilie bzw. Ihr Bauprojekt gefunden haben. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, ein unverbindliches Angebot für die Baufinanzierung einzuholen – und mit einer Expertin oder einem Experten alles gemeinsam durchzurechnen. Vereinbaren Sie gleich Ihren Beratungstermin!

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