Zahlen wir bald alle bargeldlos?

Nur ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, künftig ohne Scheine und Münzen zu bezahlen

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"Bargeld brauchen nur deine Oma und der Bankräuber" lautet ein Motto, mit dem in Schweden für die vollständige Umstellung auf bargeldlose Zahlungsmittel geworben wird. Müssen wir uns langsam vom Bargeld verabschieden?

Bargeld ist immer noch Zahlungsmittel Nr. 1

In Deutschland ist das Bargeld weit davon entfernt, auszusterben. Denn hierzulande ist es immer noch das meistgenutzte Zahlungsmittel: 96% der Deutschen zahlen im Geschäft mit Münzen und Scheinen. Aber nicht nur: 82% benutzen auch eine Debitkarte, 35% auch die Kreditkarte. Und jeder Zehnte nutzt mobile Bezahldienste. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist es sogar jeder Fünfte. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands BITKOM ergeben.

Bargeld-Ausgaben besser im Blick

Diejenigen, die im Geschäft am liebsten Bargeld nutzen, tun dies vor allem, weil sie damit eine bessere Kontrolle über die eigenen Finanzen haben. Die Kartennutzer finden das bargeldlose Bezahlen vor allem komfortabler, aber auch sicherer. Ist die Geldbörse erstmal weg, wird Bargeld nicht ersetzt, während Karten sich sperren lassen oder unbefugte Zahlungen zurückgebucht werden können.

Jüngere hängen weniger an Münzen und Scheinen

Noch hat das Bezahlen mit Münzen und Scheinen die Nase vorn, aber wie lange noch? Mehr als ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, künftig in nahezu allen Alltagssituationen fast ausschließlich bargeldlos zu bezahlen, wie die BITKOM-Studie zeigt. In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen ist es sogar fast die Hälfte (46%). Bei den Befragten ab 65 Jahren halten 29% einen weitgehend bargeldlosen Alltag für vorstellbar.

Datenschützer auf dem Plan

Bargeld lässt sich aber nicht so leicht ersetzen, wie sich das manch einer vorstellt. Datenschützer sind besorgt, dass die ausschließliche Kartenzahlung die Käufer zum "gläsernen Kunden" macht, dessen Kaufverhalten bis ins kleinste Detail nachvollziehbar ist. Das könnte auch manchem Verbraucher missfallen. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, kann das nachvollziehen: "So mancher Kunde will auch seine Autonomie wahren. Auch ich hätte das Gefühl, jeder kann meine Ausgaben nachvollziehen, wenn ich nur noch mit der Karte zahlen könnte."

Eine Welt ohne Bargeld?

Ohne Bares wäre das Leben manchmal einfach nur unpraktisch. Zum Beispiel, wenn man auf dem Flohmarkt feilschen will, den Kindern oder Enkeln mal was zustecken möchte oder – wer kennt das nicht – 70 Cent für die Toilette der Autobahnraststätte braucht. Vielen Menschen gibt es einfach ein gutes Gefühl, ein bisschen "Bares" bei sich zu haben – vielleicht hängen die Deutschen auch deshalb daran. Eine Welt ohne Bargeld hätte aber auch Vorteile – für den Staat: Geldfälscher hätten keine Chance mehr, Schwarzarbeit, Schwarzgeld oder Steuerhinterziehung würden erschwert oder eliminiert. Aber die Bargeld-Freunde müssen sich nicht sorgen. Trotz immer neuer Bargeld-Alternativen haben Münzen und Scheine in Deutschland wohl noch eine lange Zukunft. "Der Anteil der Bar-Transaktionen wird zurückgehen", erklärt Michael Kemmer, "aber es wird auch in 50 Jahren noch Bargeld geben."




Ihre Meinung

Kommentare (27)


Kommentare

Eva Bernthaler

29.05.2019

Eva Bernthaler


Peter Klüver

14.04.2018

Meine Frau und ich leben seit gut einem Jahr weitestgehend bargeldlos. Weitestgehend deshalb, weil es noch immer ein paar Geschäfte gibt, in denen nichts mit Karte geht. Hierzu zählen der Bäcker, die Obst- und Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt, der Eierbauer und… mehr fallen mir momentan nicht ein. Irgendwelche Nachteile muss ich bei der Kartenzahlung nicht in Kauf nehmen. Ganz im Gegenteil. Das Portemonnaie ist infolge weniger Klimpergeld leichter geworden und das ständige Suchen nach einer bestimmten Münze entfällt, sogar beim Frisör. Selbst bei unserem Lieblingsitaliener oder anderen Restaurants vor Ort ist Kartenzahlung überhaupt kein Problem.

Ein Vorteil beim Einkaufen ist auch die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens ohne Eingabe der PIN. Das ist mittlerweile bei allen Supermarktketten und Discountern bei Einkäufen bis 25 Euro möglich. Die Bezahlung ist dabei so schnell abgeschlossen, dass der nächste Kunde das nicht einmal bemerkt und denkt man wolle ohne zu bezahlen den Laden verlassen. Voraussetzung dafür ist natürlich eine Girokarte mit NFC-Chip. Diese dürften aber mittlerweile alle Banken nur noch herausgeben. Die ersten Direktbanken haben übrigens den Maximalbetrag für das kontaktlose Bezahlen ohne PIN auf 50 Euro erhöht.

Ich habe Verständnis für Kaufleute, die derzeit noch die Bezahlung mit Karte ablehnen, weil gerade bei Kleinbeträgen wie z.B. zwei Brötchen der Gewinn durch die Kartengebühren dahin schwindet. Dies könnte aber schon bald der Vergangenheit angehören, wenn in Deutschland Mobile Payment eingeführt wird, welches eine wesentlich kostengünstigere kontaktlose Bezahlform in Echtzeit ermöglicht. In Dänemark z.B. ist das schon lange möglich. Deshalb ist die Bezahlung dort für zwei Brötchen beim Bäcker oder das Bund Möhren auf dem Wochenmarkt auch kein Problem. Das System nennt sich dort MobilePay.
Allerdings bahnt sich bereits eine neue kontaktlose Bezahlform an, für die nicht einmal eine Bank-oder Kreditkarte oder eine besondere Bezahl-App für das Smartphone erforderlich ist. Ein Smartphone allerdings schon. Google hat dafür die Möglichkeit geschaffen, WhatsApp auf Wunsch mit dem Bankkonto des WhatsApp-Nutzers zu verknüpfen. WhatsApp wird zumindest von fast allen jüngeren Smartphone-Nutzern genutzt. Da bietet sich die Verknüpfung von WhatsApp und Bankkonto geradezu an. Evtl. bestehende Hemmungen, für das bargeldlose Bezahlen eine Extrasoftware zu installieren entfallen. Für Geschäftsleute, die bereits die Kartenzahlung ermöglichen stellt die Erweiterung kein Problem dar. Es muss nur eine Schnittstelle zu WhatsApp geschafft werden. Kein Problem, da diese Kassen ohnehin ans Internet eingebunden sind.

Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Bezahlungen in dieser Form für den Kaufmann wesentlich preisgünstiger werden und dann auch für den Bäcker und Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt interessant werden. Zudem ist es dann auch möglich, dem Sohn oder Tochter für die Zwei in der Mathearbeit mal eben per WhatsApp 5 Euro zu überweisen, über die er/sie sofort verfügen kann.

In Indien befindet sich diese Bezahlform seit Februar in der Erprobungsphase. Sollte diese positiv verlaufen ist geplant, diese WhatsApp-Funktion weltweit einzuführen.

Ich habe mir schon mal einen Satz unbenutzte Münzen fein säuberlich weggelegt damit ich meinen staunenden Enkeln später mal sagen kann „Guck mal, hiermit mussten früher mal Kinder ihre Schlickertüte beim Kiosk bezahlen.“


Benedikt Troll

21.03.2018

Seit dem ich mal bei einem Überfall dabei war (mir konnte der Täter glücklicherweise nichts klauen), habe ich kein Bargeld mehr dabei. Wenn mein Konto "geplündert" wird, weiß ich, dass mir das ersetzt wird. Das gibt mir allgemein ein gutes Gefühl, gerade bei mir in Berlin. Leider kann man noch nicht überall mit der Kreditkarte zahlen - aber vielleicht kommt das noch.


Leyer Wolf-Rüdiger

20.03.2018

ohne Bargel verlieren wir unere letzte Freiheit.


Hubert Müller

16.03.2018

Wenn die Einschränkung oder sogar Abschaffung des Bargeldes von staatlicher Seite forciert wird, sollten grundsätzlich die Alarmglocken schrillen. Man lese nur M. Atwoods "Report der Magd" (auch als Film), eine Dystopie: Es gibt in den USA nur noch elektronische Zahlungsmöglichkeiten, die dann von einer autoritären Regierung blockiert werden - kein Entrinnen. Wie sähe es übrigens schon heute bei uns ohne Computer aus ???


Markus

03.01.2018

Für dieses Jahr führe ich einen Selbstversuch durch. Das Jahr 2018 wird für mich ein Card only Jahr werden ;-)


heiko wolering

27.12.2017

es solte imer scheine geben auch 500 euro scheine 1000 euro scheine und ich bin sorgar dafur das es10000euro scheine gebe ein beipil wen jetzt einer einen sport wagen bar zalen mochte dan wer das einfacher und es solte auch 100000 tausend euro schene geben wen mann ein porsche bar zalen wil


ING-DiBa

20.12.2017

Hallo Frau Häger, der Artikel ist vom 24.07.2015 - dementsprechend sind die Angaben schon etwas älter. Vielleicht sind ja diese beiden Artikel zum Thema interessant für Sie: www.ing-diba.de/ueber-uns/wissenswert/bargeld-iis/ und www.ing-diba.de/ueber-uns/wissenswert/zahlungsmethoden/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Ruth Häger

19.12.2017

Wie aktuell sind diese Angaben?


schnuffel

29.11.2017

Orwell laesst grüssen !
In Schweden hat man sogar schon den RFID Chip.
Absolute Kontrolle. Ohne Bargeld darf der Bürger dann Strafzinsen bezahlen.
Der gläserne Bürger. Und ist der Mensch zu unbequem wird alles abgeschaltet und das wars.
In Schweden ist deswegen die Kriminalität nicht gesunken ! Die Vergewaltigungsrate ist einer der höchsten !!!!
Schöne neue Welt. NEEE DANKE !


michay<3

29.11.2017

geil geil geil ich sag nur mir glüht das herz


Holger

22.09.2017

Die Kartenakzeptanz hier in D muss noch viel besser werden!
Das ist einfach Service für den Kunden.
Das Bargeld kann doch weiterhin genutzt werden, wenn das denn jemand noch unbedingt will.
Bargeldlos hat man einen viel besseren Überblick über die eigenen Finanzen.


Patrick

16.09.2017

Aug dem Flohmarkt feilschen: Das hat nichts mit der Brzahlmethode zu tun. Man verhandelt wie gewohnt verbalbund zahlt dann den vereinbarten Betrag digital. Das geht z. B. jetzt schon mit PayPal. In China hängen selbst Obstverkäufer auf der Straße einfach QR-Codes aus, die alles automatisch machen.

Den Kindern oder Enkeln was zustecken: Kein Problem, in China gibt es die roten Umschläge von den Großeltern inzwischen auch in digitaler Form über Wechat. In Deutschland gibt es jetzt z. B. auch schon Seqr Go, die Prepaid-Variante von Seqr. Da braucht man kein Konto und keine Karte, ist also auch für Kinder geeignet.

70 Cent für die Toilette: Abgesrhrn davon, dass das eh eigentlich kostenlos sein sollte, wäre das auch lösbar, z. B. mit QR-Codes am Eingang.


benjamin

13.09.2017

heide witzgar herr Kapitän...ich hab zwa ken Geld aber dafür n treckeerrrrrrrrrrr


Gerrit

13.09.2017

hehehehehe bares das ist ganz wass feines
bares für rares!!!!!!!!!!!


Alena

13.09.2017

hulle bulle


Candy W.

13.09.2017

also ja ehhm was soll ich sagen....mir wird der zahnartzt von nele bezahlt die hat jz nur noch 50 euronen und ja das wars dann nh?


Nele W.

06.09.2017

Meiner Meinung nach ist bares wahres


Tom

26.08.2017

Bargeldabschaffung, je eher desto besser!
Die Bargeldabschaffung würde Europa stärken und hätte mehr Vorteile als Nachteile.
Es wird sicherlich viele Arbeitsplätze kosten.
Ich glaube an eine DIGITALE REVOLUTION!...
Eine Bargeldabschaffung bringt mehr Sicherheit in jeder Hinsicht!


Antonius

18.02.2017

ohne Bargeld ist das Leben sehr viel ärmer. Mit Bargeld in der Tasche ist man mehr wert. Ich bin Kartenspieler. Soll ich wieder mit Knöpfen zahlen? Bei einem höherwertigen Kauf kann ich vielleicht noch etwas herunter handeln. Mit Geld mache ich auch einer Bedienung eine zusätzliche Freude. Die Kommentare vorher kann ich alle vorbehaltlos unterstützen.


Bernd Richter

16.02.2017

Bargeld ist für mich unverzichtbar (kein Abgriff meiner Daten durch den Staat, Online-Firmen usw.). Bei bargeldlosem Geldverkehr drohen
Gebühren (-Anhebungen) der Banken die man selbst nicht mehr beeinflussen kann.


Kurt

15.02.2017

Bargeld soll abgeschafft werden, um die Bürger vollends zu überwachen. Im Falle eines Crash kann dann der Staat die Banken anweisen, z.B. 10 % von den Guthaben an den Staat zu überweisen.

Die Abschaffung des Bargeldes stellt auch eine Entmündigung des Bürgers dar.


Renate Reetz

15.02.2017

Auf der einen Seite soll das Bargeld abgeschafft werden. Bei vielen Unternehmen, z. B. Reiseunternehmen, wird beim Einsatz von Kreditkarten ein Zusatzbeitrag verlangt. Das beißt sich doch.


Hermann

14.02.2017

Bloß nicht weg damit. Allerdings wäre es schön, wenn endlich die 1 und 2 Centmünzen von der Bildfläche verschwinden würden


Erich

18.01.2017

Da vermutlich das Internet und die Digitalisierte Welt in der näheren Zukunft so unsicher bleiben,wie sie sind,sollte niemand das Bargeld abschaffen.
Darüber hinaus gibt es viele denkbare Situationen,in denen Bargeld fast alternativlos ist,Behinderungen verschiedenster Art sind nur ein Teil davon.
Am schlimmsten ist jedoch die Tatsache,dass sich mit dem bargeldlosen Geldverkehr jeder Bürger durch Staat, Internetdienstleister und Kriminelle lückenlos überwachen lässt.


Norbert

14.01.2016

Bravo Lia, außerdem werden wir dann total ausgespäht!!!


Lio

13.01.2016

Ohne Bargeld sind wir total ausgeliefert: außer dem schon Genannten können wir uns nicht gegen Negativzinsen und weitere Willkür wehren (sowohl Banken als auch Staat). Was ist, wenn jemand seinem blinden Nachbarn ein Brot mitbringt? Muß dieser Nachbar dann jemanden bezahlen, damit er dem Helfer das Geld überweist? Ich denke, im Falle einer Bargeldabschaffung wird sich dann wohl eine Zweitwährung entwickeln. Hoffentlich setzt sich dieser lebensfeindliche Gedanke bezgl. der Bargeldabschaffung nie durch.