Internetkriminalität

Lohnt sich eine Cyberversicherung? | 20.01.2020

Cyberversicherung

Internetbetrüger können hohe Schäden anrichten – auch bei Privatpersonen. Doch welche Versicherung greift in solchen Fällen? Eine Übersicht.
 
In Zeiten des Internets ist es schnell passiert: Produkte werden unter falscher Identität bestellt, Passwörter geklaut oder das ersparte Geld vom Bankkonto abgeräumt. Die Betrüger gehen dabei geschickt vor und hinterlassen bei den Opfern oft finanzielle Schäden. Laut Bundeskriminalamt wurden allein im Jahr 2018 etwa 87.000 Fälle von Cyberkriminalität polizeilich erfasst. Dabei entstand ein Schaden von über 60 Millionen Euro. Doch wie können sich Verbraucher gegen einen solchen Schaden schützen? Mittlerweile gibt es sogenannte Cyberversicherungen auf dem Markt. Aber: Was taugen diese Policen? Und wann greifen Haftpflicht und Co.?

Was beinhaltet eine Cyberversicherung?

Um sich vor Schäden, die durch Internetkriminalität entstehen, zu schützen, bieten Anbieter spezielle Cyberversicherungen an. Die gibt es nicht nur für Unternehmen, sondern mittlerweile auch für Privatpersonen. Das Angebot der Versicherer unterscheidet sich dabei je nach Anbieter. Eine Police gebe es ab etwa 40 Euro pro Jahr. Laut Bund der Versicherten (BdV) bieten solche Policen u.a. oft Schutz bei:

  1. Schäden aus Online-Einkäufen: beispielsweise, wenn die Ware nicht geliefert wurde
  2. Verletzung der Persönlichkeitsrechte: betreffende Inhalte werden gelöscht und psychologische und rechtliche Beratung bei Cybermobbing angeboten
  3. Datenrettung: etwa nach einem Virenangriff

Wichtig: Cyberversicherungen übernehmen aber nur dann den Schaden, wenn sich der Nutzer vorher um entsprechenden Schutz gekümmert hat. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Das kann etwa ein aktueller Virenscanner oder eine Firewall sein. Auch sei die Versicherungssumme oft bis beispielsweise 10.000 Euro begrenzt.

Wann springen andere Versicherungen bei Cyberrisiken ein?

Nicht immer ist das Abschließen einer separaten Cyberversicherung sinnvoll. Denn: In vielen Fällen greifen bei Onlinekriminalität auch bereits vorhandene Versicherungen ein:

  • Das übernimmt eine Haftpflichtversicherung:
    Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel Schäden, die ein Versicherungsnehmer Dritten unabsichtlich zufügt. Das gilt auch bei Cyberrisiken: „Wer etwa ausversehen einen Virus weiterleitet, kann das über seine Haftpflichtversicherung regulieren“, erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Laut BdV sei eine solche Absicherung mittlerweile Standard.
  • Das übernimmt eine Rechtsschutzversicherung:
    Auch online können Streitigkeiten entstehen, für die Verbraucher einen Rechtsbeistand benötigen. Beispielsweise bei:
  • Identitätsmissbrauch
  • Streit beim Online-Shopping
  • Problemen mit Online-Verträgen

Zum Teil bieten Privatrechtsschutzversicherungen auch einen Schutz bei Schädigung der eigenen Online-Reputation an, erklärt der BdV. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn beleidigende Kommentare oder Bilder bzw. Videos online verbreitet werden.

  • Das übernimmt eine Hausratversicherung:
    Die Hausratversicherung springt dann an, wenn Betrüger Daten stehlen und dadurch ein Schaden entsteht – etwa wenn Kriminelle durch Phishing das Bankkonto abräumen. Hier können Betrugsopfer das Geld aber ggf. auch über die eigene Bank zurückholen, erklären die Verbraucherschützer. Außerdem kann die Hausratversicherung laut BdV Kosten zur Wiederherstellung privater Daten übernehmen.

Fazit: Wann lohnt sich eine eigene Cyberversicherung?

Die Empfehlung der Experten ist eindeutig: Da die eher gängigen Versicherungen schon jede Menge Schäden durch Internetkriminalität abdecken, sollten Verbraucher Weidenbach zufolge erst einmal den bestehenden Schutz prüfen, bevor sie eine separate Cyberversicherung abschließen. Sowohl die Verbraucherschützer als auch der BdV halten solche Versicherungen im privaten Bereich meist für überflüssig: „Cyberrisiken sollten bei guten Haftpflicht- und Hausratversicherungen beinhaltet sein. Gesonderte Spezialpolicen leisten meist nicht die gewünschte Absicherung“, sagt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV.
 
Nach Ansicht der Versicherungsexperten ergeben sich für Privatpersonen keine existenzbedrohenden Risiken, die mit einer Cyberversicherung abgesichert wären. Spezielle Policen lohnen sich Weidenbach eher für Unternehmen, bei denen der Verlust von Daten dramatisch sein könnte, betont Weidenbach. Etwa dann, wenn ein Arzt Gesundheitsdaten an Kriminelle verliert.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (3)


Kommentare

ING

21.01.2020

Hallo Joe, hallo kafka, danke für die aufmerksamen Hinweise - wir werden zeitnah eine Anpassung vornehmen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Joe

21.01.2020

Da sind wohl die letzten 2 Absätze aus einem anderen Artikel hineingerutscht.


kafka

21.01.2020

Copy&Paste ist nicht schwer und geht schnell. Aber bei der ING bekommt der Praktikant das nicht immer hin ;-)
Bitte lest euch mal die Letzten Beiden Abschnitte durch... :-)