Lebensziele

Life Goals – und wie ich sie erreiche | 06.08.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Endlich auswandern, mit der Familienplanung beginnen oder sich mit 40 zur Ruhe setzen: Welche finanziellen Schritte sind nötig, um Lebensträume zu verwirklichen?

Was wäre das Leben ohne Träume? Unsere Lebensträume sind zahlreich und so individuell wie wir selbst. Was auch immer wir uns für unsere Zukunft wünschen: Oft muss man sich darauf gründlich vorbereiten, auch finanziell. Drei Beispiele für große Life Goals – und wie man sie erreichen kann.

1. Der Traum vom Auswandern

Ob am anderen Ende der Welt in Australien oder irgendwo am Mittelmeer: So mancher sehnt sich nach einem Zuhause in einem anderen Land. Laut Statistischem Bundesamt sind im vergangenen Jahr 270.294 Deutsche aus Deutschland fortgezogen. Doch einfach seine Siebensachen packen und los geht’s – so einfach ist es in der Regel nicht. Eine Auswanderung muss gut überlegt und vorbereitet sein. Dazu gehört natürlich der Blick in die Finanzen. „Man sollte sich vorher über die Lebenshaltungskosten des Landes informieren“, sagt Uta Koch vom Raphaelswerk, das deutsche Auswanderer berät.

Gut zu wissen: In der Schweiz etwa lag das Preisniveau der privaten Konsumausgaben nach Angaben des Statistischen Amts der Europäischen Union im vergangenen Jahr 62% über dem Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten. Günstiger lebt es sich zum Beispiel in Bulgarien, mit 47,2% unter dem EU-Durchschnitt.

Doch nicht nur die Lebenshaltungskosten sollten Auswanderer berücksichtigen: „Sehr wichtig ist die Frage nach der gegebenenfalls privat abzuschließenden Krankenversicherung. Auch Visumskosten sind je nach Land nicht zu unterschätzen“, sagt Koch. Genauso solle man die Umzugskosten für den eigenen Hausstand im Blick behalten. Wer auswandern will, brauche ein finanzielles Polster.

Tipp der Expertin: „Unsere Faustregel lautet: Auswanderer sollten am Anfang sechs Monate lang ohne ein eigenes Einkommen auskommen können.“ Das gelte auch dann, wenn man im Zielland bereits einen neuen Job habe.

Koch rät außerdem zu einer eisernen Reserve, die erst einmal nicht angetastet wird: „Für den Fall, dass ich meinen Job verliere, sollte ich genug Geld haben, um meinen Lebensalltag im Ausland weiterhin sechs Monate finanzieren zu können und auch eine Rückreise.“

2. Der Traum von finanzieller Unabhängigkeit

Mit 40 Jahren oder noch früher aufhören zu arbeiten und in Rente zu gehen, klingt für viele wie eine bloße Wunschvorstellung. Nicht so für sogenannte Frugalisten. Für sie ist es ein realistisches Ziel. Doch wie erreichen sie das? Oliver Noelting betreibt den Blog frugalisten.de, auf dem er über seine Strategien berichtet. Er rät Verbrauchern als ersten Schritt, ein Haushaltsbuch zu führen: „Dabei geht es nicht darum, sich ein Budget aufzuzwingen, sondern einfach ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wo mein verdientes Geld eigentlich hinfließt.“

Am Anfang: Da steht für Noelting außerdem eine positive Einstellung zum Leben. „Es ist wissenschaftlich nachgewiesen: Glückliche Menschen kaufen und konsumieren weniger, weil sie sich nicht ständig belohnen oder etwas kompensieren müssen“, erklärt er. Um finanziell unabhängig zu werden, spart er bis zu 70% seines Einkommens und investiert Geld in einer passiven Anlagestrategie.

Auch Florian Wagner, der den Blog geldschnurrbart.de betreibt, will finanziell unabhängig sein. Er geht dafür aber einen etwas anderen Weg und setzt auch auf riskantere Strategien: „Risiko und Rendite hängen zusammen. Wenn ich mehr Rendite möchte, habe ich immer auch mehr Risiko“, erklärt er. Die vermeintlich sichere Anlage nur auf dem Sparbuch verlängert die Zeit bis zur finanziellen Freiheit ungemein, so Wagner.

Tipp des Frugalisten: Sich erst darüber klar werden, was einen wirklich glücklich macht und dann lernen, wie man sein Erspartes vernünftig investiert. „Das ist kein Hexenwerk und mit einem ETF-Sparplan bereits ab einem kleinen Betrag pro Monat möglich“, sagt Wagner. Er empfiehlt Verbrauchern einen finanziellen Puffer von drei bis sechs Monatsausgaben. Alles, was darüber hinausgehe, würde er, je nach weiterer Lebensplanung, investieren.

3. Der Traum von einer Großfamilie

Ein, zwei, drei oder mehr Kinder: Wer eine Familie plant, sollte sich auch finanziell darauf vorbereiten. Die gute Nachricht ist: Familien mit Kindern bekommen oft verschiedene Leistungen vom Staat. Mit einem Infotool des Bundesfamilienministeriums können werdende Eltern ermitteln, auf welche Familienleistungen oder -hilfen sie voraussichtlich Anspruch haben. Diese Übersicht hilft dabei, ein passendes Familien-Budget zu erstellen.
 
Damit die Sprösslinge einen guten Start ins Leben haben, lohnt es sich außerdem, schon frühzeitig Geld für sie beiseite zu legen. Ob für Ausbildungskosten, ein eigenes Auto oder die erste Wohnung: Eltern (oder Großeltern) haben hier mehrere Möglichkeiten. Die Verbraucherzentrale etwa gibt einen Überblick über häufig genutzte Anlageprodukte, zum Beispiel Fonds- und ETF-Sparpläne. Auch die wir bieten Sparprodukte für Kinder an, beispielsweise den Sparbrief Junior, um Geld fest anzulegen, oder das Direkt-Depot Junior, mit dem man für seine Kinder investieren kann.

Hinweis: Bei Wertpapieren gibt es immer auch Risiken, alle Infos dazu finden Sie hier.

Autor: ING


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