Steuersoftware

Smarte Helfer im Steuerdschungel | 15.07.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Komplizierte Paragraphen, unverständliche Formulare – die Steuererklärung ist für viele ein Gräuel. Spezielle Programme und Apps geben Hilfestellung.

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Elektronische Helfer für die eigene Steuererklärung machen sich in der Regel schnell bezahlt: Steuersoftware kostet zwischen 15 und 40 Euro und kann ein Vielfaches an Steuererstattung bringen. Ein weiterer Vorteil: „Digitale Steuererklärungen werden von den Finanzämtern mittlerweile sogar bevorzugt behandelt“, sagt Jörg Geiger vom Fachmagazin „Chip“. Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten, seine Steuererklärung digital zu erstellen:

  • Mit Elster (Elektronische Steuererklärung) gibt es eine kostenlose Lösung vom Staat. Nachteile: Für jeden verständliche Tipps zum Steuersparen liefert das Programm nicht. Details zu Elster finden Sie hier.
  • Desktop-Programme werden auf dem eigenen Rechner installiert. Sie sind bis vor Kurzem die beliebtesten elektronischen Steuerberater gewesen.
  • Online-Programme können einfach über den Browser angesteuert werden. Der Programm-Download oder der Kauf einer CD entfällt.
  • Mittels Apps kann die Steuererklärung auch mobil auf Smartphones oder Tablets erstellt werden. Vor allem für einfache Steuerfälle kann diese schlanke Lösung interessant sein. Zumindest bei der Smartphone-Variante könnte aber das kleine Display die Eingabe erschweren. 

Mit Ausnahme von Elster führen alle Programme die Anwender durch die Erklärung und geben Tipps zum Steuersparen. Beliebt ist der Prozess in Form eines Interviews, in dem der User Fragen zu seinem Steuerfall beantwortet. Das Ziel sämtlicher Anbieter, sagt Geiger, sei ein möglichst kurzer Weg durch die Erklärung. Doch Vorsicht: „In 30 Minuten wird es für die wenigsten getan sein“, betont er.

Genügend Zeit für die Einarbeitung nehmen

Bei der Wahl der passenden Steuersoftware seien mehrere Faktoren entscheidend, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. „Letztlich hängt es vom Umfang und Schwierigkeitsgrad des Falles ab. Und auch von der Affinität des Nutzers, sich mit dem Programm zu befassen. Gerade bei der ersten Nutzung sollte man etwas Zeit einplanen.“ Wer in den darauffolgenden Jahren zur selben Anwendung greift, kann Zeit sparen – weil die Einarbeitung wegfällt und weil in aller Regel die Daten des Vorjahres als Leitfaden übernommen werden können.

Programm kostenlos testen

Ob App, Web- oder Desktop-Anwendung: Steuerprogramme lassen sich fast immer kostenlos ausprobieren. Erst wenn die Erklärung tatsächlich zum Finanzamt geht, muss der Anwender zahlen. Dorothee Wiegand vom „c't“-Fachmagazin rät deshalb zum Testen unterschiedlicher Angebote: „Wer mit welchem Programm gut klarkommt, ist auch eine Frage der persönlichen Präferenzen.“

Wichtig zu wissen: Die Steuersoftware gilt immer nur für ein Jahr. Wer also 2020 ein Programm nutzt, sollte sicher gehen, dass er die Variante für die Steuererklärung 2019 hat. Vorteil bei Web- und App-Anbietern: Bei ihnen findet man in der Regel immer die aktuelle Version, Desktop-Programme müssen jedes Jahr neu installiert werden.

Auf Datenschutz achten

Auch Datenschutz ist ein wichtiger Aspekt. „Wer seine Steuererklärung über einen Online-Dienst oder per App macht, sollte sich vergewissern, dass seine Daten sicher übermittelt werden. Denn gerade die Steuererklärung enthält viele sensible Angaben, etwa zu Partnern, Kindern, Kontonummer oder Krankheiten“, sagt Klocke vom Bund der Steuerzahler. „Chip“-Experte Geiger rät grundsätzlich, auf jeden Fall die Datenschutzerklärung zu lesen und zu klären, wer der Anbieter ist und wo dieser seinen Sitz hat. Momentan gibt es laut Wiegand vom „c’t“-Magazin zufolge noch zwei Hersteller und drei Anbieter für Desktop-Versionen, allesamt heimische Unternehmen, die ihre Daten auf Servern hierzulande lagern.
 
Eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab im vergangenen Jahr: Zum einen schnitten von 14 getesteten Steuerprogrammen drei mit „Gut“ ab, zum anderen fanden die Verbraucherschützer in fast jedem Programm Rechenfehler. Anbieter wie etwa smartsteuer.de reagierten in einer gemeinsamen Erklärung darauf und kritisierten Fehler im Steuersoftware-Testdesign.

Komplizierte Fälle mit Steuerberater klären

Bei aller Hilfe, die die Programme bieten, werde es schwierig etwa bei Patchwork-Familien mit unterschiedlichen Konstellationen von Unterhalt, Betreuungs- und Kindergeld, sagt Wiegand. 

Wir wünschen viel Erfolg bei Ihrer Steuererklärung 2019 und freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps und kann eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (1)


Kommentare

Tobias

20.07.2020

Guter Impuls für neue Herausforderungen im Bereich Steuer!:)