Aktien sorgfältig analysieren

Aktienanalyse: Was für Einsteiger wichtig ist

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Wer in Aktien investiert, will – logisch! – starke Renditen sehen. Doch wie können Anleger und Anlegerinnen überhaupt herausfinden, welche Wertpapiere aussichtsreich sind? DIE Lösung dafür hat niemand, dafür gibt es am Aktienmarkt zu viele Unwägbarkeiten. Bislang hat es sich in vielen Fällen bewährt, Aktien sorgfältig zu analysieren. Zu den bekanntesten Ansätzen der Aktienanalyse zählen die Fundamentalanalyse und die Chartanalyse. Daneben gibt es weitere Methoden, etwa quantitative, qualitative oder makroökonomische Analysen.

Auf an die Börse!

Aktien gibt es in großer Auswahl. Bevor Sie investieren, lohnt es sich, sich umfassend zu informieren – genauer gesagt: eine Aktienanalyse durchzuführen. So können sich Anlegende ein besseres Bild davon machen, welche Unternehmen interessant erscheinen könnten und wo Risiken bestehen.

Eine Analyse ist zwar keine Garantie für erfolgreiche Anlageentscheidungen. Sie kann aber wertvolle Orientierung bieten.

Fundamentanalyse versus Chartanalyse

In der Praxis werden häufig zwei Ansätze unterschieden: Fundamentalanalyse und Chartanalyse. Beide können auch kombiniert werden. Bei der Fundamentalanalyse betrachten Anlegerinnen und Anleger unter anderem Geschäftsmodell, Marktumfeld, Bilanz, Ertragslage, Verschuldung und verschiedene Unternehmenskennzahlen. Die Chartanalyse - auch Technische Analyse genannt - konzentriert sich dagegen auf historische Kursverläufe. Ziel ist es, daraus mögliche Muster oder Trends abzuleiten.

So funktioniert die Fundamentalanalyse

Eine zentrale Frage lautet: Wie verdient das Unternehmen sein Geld – und wie tragfähig ist das Geschäftsmodell langfristig?

„Anleger, die das Geschäftsmodell nicht verstehen, sollten die Finger von den Aktien des Unternehmens lassen“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstituts in Frankfurt am Main, Franz-Josef Leven.
Neben dem Geschäftsmodell betrachten Anlegende verschiedene Kennzahlen:

  • Rentabilität: Hier geht es darum, wie effizient ein Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, z. B. im Verhältnis zu Umsatz, Eigenkapital oder Gesamtkapital. Auch die Gewinnentwicklung über mehrere Jahre kann Hinweise geben.
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Das KGV setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Je nach Berechnung wird dafür der zuletzt erzielte oder der erwartete Gewinn verwendet. Es lässt sich mit Unternehmen derselben Branche vergleichen. „Beim Ermitteln des KGV gibt es allerdings einige Unwägbarkeiten“, sagt Leven. So kann sich der Kurs schnell ändern. Und auch der Gewinn ist in aller Regel schwankend. „Es geht immer um den erwarteten Gewinn“, ergänzt Leven.
  • Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV): Der Cashflow beschreibt die Zahlungsströme eines Unternehmens. Je nach Betrachtung wird etwa zwischen operativem Cashflow und freiem Cashflow unterschieden. Dabei wird der Cashflow je Aktie ins Verhältnis zum Aktienkurs gesetzt. KGV und KCV können Hinweise auf die Bewertung einer Aktie geben. Für eine fundierte Einschätzung sollten sie jedoch immer mit weiteren Kennzahlen, der Branche, dem Geschäftsmodell und den Wachstumsaussichten kombiniert werden. Ein niedrigeres KGV oder KCV kann auf eine niedrigere Bewertung hindeuten. Es kann aber auch Ausdruck schwächerer Erwartungen oder höherer Risiken sein.
  • Ein Beispiel: Angenommen, ein Anleger bzw. eine Anlegerin erwägt, Aktien eines Unternehmens zu erwerben – und angenommen, das KCV dieser Aktien liegt bei 20. Würde das KCV der Aktien eines konkurrierenden Unternehmens bei 23,99 liegen und das eines weiteren mitbewerbenden Unternehmens bei 25,33, dann könnte das niedrigere KCV ein Hinweis auf eine vergleichsweise niedrigere Bewertung sein. Ob die Aktie tatsächlich attraktiv erscheint, lässt sich jedoch nur anhand weiterer Kennzahlen und qualitativer Faktoren beurteilen. Aber Achtung: Das KCV ist nur eine von mehreren Kennzahlen, die Anleger und Anlegerinnen beachten sollten. Zudem handelt es sich bei den Kennzahlen um Momentaufnahmen. „Schon am nächsten Tag kann alles ganz anders aussehen“, sagt Leven.
  • Dividendenrendite: Die Dividende ist eine Ausschüttung an Aktionärinnen und Aktionäre. Sie wird häufig aus dem Gewinn gezahlt, kann aber auch aus Rücklagen stammen. Ob und in welcher Höhe eine Dividende gezahlt wird, ist nicht garantiert. Wichtige Fragen sind: Wird eine Dividende gezahlt? Wie hoch fällt sie aus? Wie nachhaltig ist sie finanziert? Auch eine stabile Dividendenhistorie ist keine Garantie für künftige Ausschüttungen.

    Die Dividendenrendite berechnet sich aus: Dividende × 100 ÷ Aktienkurs. Sie ist eine Momentaufnahme. Eine hohe Dividendenrendite kann auch dadurch entstehen, dass der Aktienkurs stark gefallen ist.

    Tipp: Statt sich Ihre Dividende auszahlen zu lassen, können Sie sie auch automatisch wiederanlegen lassen und so Renditechancen nutzen. Bei uns ist das für alle sparplanfähigen Aktien ab 10 Euro Dividende möglich.
  • Ein Beispiel: Ein Unternehmen schüttet eine nominale Dividende von 3,50 Euro aus, der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 66 Euro. Die Dividendenrendite beträgt hier 5,3 Prozent. Historische Informationen zur Dividendenrendite der DAX-Unternehmen finden Sie hier. Bitte beachten Sie, dass sich Dividendenrenditen laufend ändern.
  • Eigenkapitalquote: Diese Kennzahl kann Hinweise darauf geben, wie widerstandsfähig ein Unternehmen gegenüber wirtschaftlichen Krisen sein könnte. Eine höhere Eigenkapitalquote kann auf eine geringere Abhängigkeit von Fremdkapital hinweisen. Die Aussagekraft hängt jedoch stark von Branche, Geschäftsmodell und weiteren Finanzkennzahlen ab.

So funktioniert die Chartanalyse (Technische Analyse)

Bei der Chartanalyse stehen historische Kursverläufe und Handelsumsätze im Mittelpunkt. „Man sieht sich Kursverläufe und Börsenumsätze aus der Vergangenheit an und versucht, die nächste Zukunft aus dem bisherigen Verlauf einzuschätzen“, erklärt Leven. Bei der Analyse steht die Frage im Mittelpunkt, ob der Kursverlauf irgendwelchen Regelmäßigkeiten oder Trendwenden folgt. Die Ergebnisse werden grafisch dargestellt, etwa als

  • Balkendiagramme oder
  • Kerzen (Candlestick-Charts).

Aus solchen Mustern versuchen Analystinnen und Analysten mögliche Kursentwicklungen abzuleiten. Ob diese Einschätzungen eintreffen, ist unsicher - so Leven.

Hier finden Sie noch mehr Hintergrundinformationen zur Technischen Analyse.

Fazit

Ob Fundamentalanalyse oder Technische Analyse: Welche Methode bessere Ergebnisse liefert, wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert.

Fest steht: Beide Ansätze haben Stärken und Schwächen.

  • Kennzahlen und Annahmen der Fundamentalanalyse können sich durch neue Unternehmenszahlen, Marktbewegungen oder wirtschaftliche Entwicklungen schnell verändern.

  • Die Chartanalyse betrachtet häufig primär historische Kursmuster und bezieht nicht zwangsläufig Unternehmensdaten ein.

Wichtig: Methoden, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, garantieren auch künftig keinen Anlageerfolg.

Levens Rat: „Häufig nutzt man beide Verfahren und kombiniert die gewonnenen Informationen.“ Eine hundertprozentig sichere Prognose für die Entwicklung von Aktienkursen gibt es nicht. Eine breite Streuung über verschiedene Unternehmen, Branchen, Länder und gegebenenfalls Anlageklassen kann helfen, einzelne Risiken zu reduzieren. Das kann Verluste aus einzelnen Fehlentscheidungen abfedern. Verluste, insbesondere bei breiten Marktbewegungen, lassen sich dadurch jedoch nicht ausschließen.

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