Altersvorsorge für Spätstarter

Jeder Schritt kann einen Unterschied machen

Älterer Mann, der in die Kamera lächelt.

Mit 40 oder 50 fragen Sie sich vielleicht, ob sich Altersvorsorge überhaupt noch lohnt. Die gute Nachricht: Ja, absolut. Auch wenn Sie bisher wenig oder gar nicht vorgesorgt haben, können Sie heute noch wichtige Weichen für Ihre finanzielle Zukunft stellen.

Vielleicht starten Sie später als andere. Aber entscheidend ist nicht, wann Sie begonnen haben, sondern dass Sie anfangen. Ob Altersvorsorgedepot, ETF-Sparplan oder andere Vorsorgelösungen: Mit der richtigen Strategie können Sie Ihre Rentenlücke verringern und Ihr Vermögen Schritt für Schritt ausbauen. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es für Spätstarter gibt und worauf Sie jetzt achten sollten.

Wie kann ich verlorene Zeit beim Vermögensaufbau aufholen?

Einen späten Start vollständig aufzuholen, ist nicht immer möglich. Schließlich bleibt dem Geld weniger Zeit, Erträge zu erwirtschaften und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Dennoch können auch die verbleibenden Jahre bis zum Ruhestand einen spürbaren Unterschied machen.

Der erste Schritt ist ein Überblick über die eigene Situation:

  • Welche Ansprüche bestehen bereits aus der gesetzlichen oder betrieblichen Altersvorsorge?
  • Wie hoch ist das vorhandene Vermögen?
  • Welcher Betrag kann regelmäßig für die Altersvorsorge zurückgelegt werden?
  • Wie groß ist die voraussichtliche Rentenlücke?

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Je näher der Ruhestand rückt, desto wichtiger wird die monatliche Sparrate. Beim Altersvorsorgedepot kann es sich lohnen, den förderfähigen Rahmen von 1.800 Euro jährlich auszuschöpfen. So lässt sich die maximale Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr nutzen.

Darüber hinaus sind Einzahlungen bis 6.840 Euro pro Jahr möglich. Diese werden zwar nicht gefördert, bieten aber den Vorteil, dass Erträge während der Ansparphase unversteuert bleiben.

Welche Altersvorsorge eignet sich für Spätstarter?

Welche Altersvorsorge für Menschen ab 40 oder 50 sinnvoll ist, hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  • dem verbleibenden Anlagehorizont,
  • der persönlichen Risikobereitschaft,
  • und der individuellen finanziellen Situation.

Wer noch rund 20 Jahre oder länger bis zur Rente hat, kann mit einem renditeorientierten Altersvorsorgedepot die Chancen des Kapitalmarkts nutzen. Die Beiträge werden dabei langfristig in Fonds und ETFs investiert.

Je näher der Ruhestand rückt, desto wichtiger wird häufig das Thema Sicherheit. Im Standarddepot wird das Kapital deshalb in den Jahren vor der Auszahlung schrittweise in einen vorsichtigeren Fonds umgeschichtet.

Wer stärker auf den Erhalt der eingezahlten Beiträge setzt, kann innerhalb des neuen geförderten Altersvorsorgeangebots auch Garantieprodukte mit einer Garantie von 80 % oder 100 % wählen.

Kann ich mit dem Altersvorsorgedepot meine Rentenlücke verkleinern?

Ja, genau dafür ist die geförderte private Altersvorsorge gedacht. Das Altersvorsorgedepot ergänzt die gesetzliche Rente und kann dabei helfen, den gewünschten Lebensstandard im Alter zu sichern. Eigene Beiträge und staatliche Zulagen werden langfristig am Kapitalmarkt investiert, beispielsweise in Fonds und ETFs. So kann über die Jahre zusätzliches Vermögen für den Ruhestand aufgebaut werden. Unterstützt wird dieser Vermögensaufbau durch:

  • eine Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr,
  • mögliche Kinderzulagen,
  • sowie steuerliche Vorteile während der Ansparphase.

Wie stark sich die persönliche Rentenlücke verringern lässt, hängt unter anderem von der Beitragshöhe, der verbleibenden Laufzeit, den Kosten und der Entwicklung der Kapitalmärkte ab. Eine bestimmte Rendite kann nicht garantiert werden.

Deshalb sollte die Sparrate nicht nur an der maximal möglichen Förderung ausgerichtet werden, sondern vor allem zu den eigenen finanziellen Möglichkeiten und Vorsorgezielen passen.

Lohnt sich ein Altersvorsorgedepot noch kurz vor dem Ruhestand?

Grundsätzlich ja. Auch wenn die Zeit bis zur Rente kürzer ist, können staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile einen spürbaren Mehrwert bieten. Selbst einige wenige Jahre Ansparzeit können deshalb sinnvoll sein.

Gleichzeitig bleibt weniger Zeit, mögliche Kursschwankungen auszugleichen. Ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie kann daher bei sehr kurzer Laufzeit weniger geeignet sein als bei einem langen Anlagehorizont.

Welche Förderung erhalte ich noch kurz vor dem Ruhestand?

Die staatliche Förderung ist grundsätzlich nicht an ein bestimmtes Alter gebunden.

Entscheidend sind:

  • die Förderberechtigung,
  • und ein Eigenbeitrag von mindestens 120 Euro pro Jahr.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann die volle Grundzulage genutzt werden:

  • 50 Cent pro Euro auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag,
  • 25 Cent pro Euro für weitere Beiträge bis 1.800 Euro.

Dadurch ist eine Förderung von bis zu 540 Euro pro Jahr möglich. Wichtig für Spätstartende: Je nach Anbieter kann das Altersvorsorgedepot unterschiedliche Mindestlaufzeiten haben.

Fazit: Für Altersvorsorge ist es nie zu spät

Ob mit 40, 50 oder kurz vor dem Ruhestand: Jeder Schritt kann Ihre finanzielle Zukunft stärken. Wichtig ist nicht, wann Sie begonnen haben. Wichtig ist, dass Sie heute starten. Mit einer passenden Strategie, regelmäßigen Beiträgen und den Möglichkeiten staatlicher Förderung können Sie Ihre Altersvorsorge gezielt ausbauen und Ihre Rentenlücke Schritt für Schritt verkleinern.

Denn auch später anzufangen, ist besser als gar nicht anzufangen. Und Ihre Zukunft ist jede Investition wert.

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