Bärenmarkt: Was das ist und wie Sie richtig anlegen

Gut informiert durch schwierige Zeiten am Aktienmarkt

Hätten Sie es gewusst? Zeichnen sich auf dem Aktienmarkt über einen längeren Zeitraum sinkende Kurse ab, bezeichnet man dies als Bärenmarkt. Ein anderer Begriff dafür ist das französische Wort „Baisse“, was übersetzt „Abnahme“ oder „Rückgang“ bedeutet. Demgegenüber spricht man von einem Bullenmarkt oder auch einer „Hausse“ (frz. für „Aufschwung“ oder „Anstieg“), wenn die Kurse steigen. Wie Thomas Kehl vom Finanzportal Finanzfluss in seinem YouTube-Finanzlexikon erklärt, werden auch die Begriffe „Crash“ und „Rally“ genutzt, um die Kursbewegungen im Bären- und Bullenmarkt zu beschreiben.

Woher stammen die Begriffe Bulle und Bär?

Die Bezeichnungen Bulle und Bär existieren schon seit dem 17. Jahrhundert. Schriftsteller Joseph de la Vega verglich die Geschehnisse an der Börse mit den Kampfgebaren der beiden Tiere: ein Bulle stößt mit den Hörnern von unten nach oben, ein Bär schlägt die Tatze von oben nach unten. Nicht nur der Markt selbst kann sich „bullish“ oder „bearish“ verhalten – auch Anleger und Anlegerinnen können sich entweder optimistisch oder pessimistisch geben und entweder dem Bullen oder dem Bären nacheifern.

Woran erkenne ich einen Bärenmarkt?

Wann der Bärenmarkt beginnt, ist nur im Nachhinein aussagekräftig zu bestimmen. Täler oder Krisen gibt es immer wieder am Aktienmarkt, auch Kurskorrekturen nach unten können in einem Bullenmarkt vorkommen. Allerdings gibt es bestimmte Merkmale, die auf einen Bärenmarkt hindeuten:

  1. Die 20-Prozent-Regel – Von einem Bärenmarkt spricht man zum Beispiel, „wenn die Märkte in den letzten beiden Monaten ca. um 20% gefallen sind“, erklärt Finanzexperte Kehl.
  2. Die 2-Prozent-Regel – Betrachtet man den Zeitraum vom letzten Kurshoch bis zum absoluten Tiefpunkt und der Kurs verliert jeden Monat mindestens 2% an Wert, gilt die Zeit als Bärenmarkt.
  3. Die Ein-Drittel/Zwei-Drittel-Regel – wenn zwei Drittel des Kursrückgangs innerhalb des letzten zeitlichen Drittels eines als Bärenmarkt bezeichneten Zeitraums geschehen sind, spricht man tatsächlich auch erst von einem Bärenmarkt

Wie kommt es zu einem Bärenmarkt?

Oft sind Auslöser für einen Bärenmarkt Kriege und Unruhen, gesellschaftliche Umwälzungen wie Pandemien oder eine Wirtschaftskrise wie zuletzt im Jahr 2008 zu beobachten. Es muss aber nicht immer eine unmittelbare Ursache bestehen, manchmal entwickeln fallende Kurse auch eine Eigendynamik und lösen unbedachte Aktionen der Anlegerinnen und Anleger aus, wodurch Krisen aus dem Nichts entstehen.

Befinden wir uns aktuell in einem Bärenmarkt?

Schon länger prophezeien Expertinnen und Experten aufgrund der Weltwirtschaft einen Bärenmarkt. Als die Aktienkurse mit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 dramatisch fielen, schien das Urteil besiegelt. Doch die schnelle Erholung der Börsen – nicht zuletzt durch die Entwicklung der Impfstoffe gegen den Virus – zeigt, dass wir uns aktuell noch im Bullenmarkt befinden, auch wenn dessen Wachstum so gering wie noch nie ist.

Wie verhalte ich mich in einem Bärenmarkt?

Die wichtigste Regel in einem Bärenmarkt lautet: Verfallen Sie nicht in Panik – denn nach einem Tief kommt oft wieder ein Aufschwung. Wer klug anlegt, denkt von vornherein langfristig. „Der Anlagehorizont sollte mindestens zehn Jahre betragen“, sagt Prof. Ingrid Größl, Vorständin des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg.

Gut zu wissen: Während der Bullenmarkt meist um die sieben Jahre lang andauert, fällt ein Bärenmarkt mit ca. 1,5 Jahren dagegen recht kurz aus.

Kann ich auch in einem Bärenmarkt neu investieren?

Gut beraten sind Sie grundsätzlich immer dann, wenn Sie in Produkte investieren, die Ihnen vertraut sind und deren Wertentwicklung Sie nachvollziehen können. Besonders wichtig ist es also, Aktien & Co. vor dem Kauf im Bärenmarkt – wie am Bullenmarkt auch – vergleichen und bewerten zu können.

Machen Sie sich am besten vorab Gedanken mit welchen Strategien Sie während eines Bärenmarkts investieren. Zum Beispiel können Sie den Durchschnittskosteneffekt nutzen und auch während fallender Kurse weiterhin einen festen Geldbetrag in einem bestimmten Intervall investieren. Damit können Sie von den Discountpreisen während des Bärenmarkts profitieren, ohne den Markt perfekt timen zu müssen. Da Aktien immer noch tiefer fallen können ist es ratsam, das Risiko zu verteilen, indem Sie den Zeitpunkt Ihrer Käufe zeitlich staffeln. Weil die Investition eines festen Betrags zu niedrigeren Preisen es Ihnen ermöglichen, mehr Aktien zu kaufen und damit Ihre durchschnittlichen Kosten zu senken, kann der Durchschnittskosteneffekt ein guter Weg sein, Ihr Portfolio während eines Bärenmarkts zu stärken. Lassen Sie sich davon aber nicht zu Risikogeschäften verleiten und investieren Sie nur, was Sie auch erübrigen können.

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