Ihre Finanzen im Dezember

Das ändert sich im letzten Monat des Jahres

Aktuelles 5 min Lesedauer 02.12.2022

Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende zu. Aber auch im Dezember gibt es noch einige wichtige Neuerungen, die Sie kennen sollten.

Inhaltsverzeichnis
  1. Energiepreispauschale für Rentner*innen
  2. Inflationsprämie: bis zu 3.000 Euro vom Arbeitgeber möglich
  3. Lohnsteuerfreibeträge beantragen
  4. Steuerbegünstigung für Autogas endet
  5. Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn
  6. Und übrigens: Der Toilettenbesuch an den meisten Autobahntankstellen wird teurer
  7. Podcast: Das Inflationsgespenst zieht sich nicht zurück – es schläft nur
  8. Starke Player im Spiel um die Innovationskraft
  9. In Innovation investieren, grüne Transformation ernten
  10. Aktuelles von den Märkten im November 2022

Energiepreispauschale für Rentner*innen

Angesichts der hohen Energiepreise will der Staat nun auch Rentner*innen entlasten. Sie sollen nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung bis zum 15. Dezember 2022 die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro brutto als gesonderte Einmalzahlung bekommen. Die Pauschale erhalten alle, die am 1. Dezember Anspruch auf eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung haben. Somit haben auch Bezieher*innen von Witwen-, Waisen- und Erwerbsminderungsrenten Anspruch auf das Geld. Wer mehrere Renten bezieht – etwa eine Alters- und eine Witwenrente – bekommt die Pauschale nur einmal. Berechtigte müssen ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Inflationsprämie: bis zu 3.000 Euro vom Arbeitgeber möglich

Als Ausgleich für die stark gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise können Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine Inflationsprämie von bis zu 3.000 Euro zahlen – und zwar steuer- und abgabenfrei. Die Auszahlung kann bis zum 31. Dezember 2024 erfolgen und ist auch gestückelt möglich. Laut Bund der Steuerzahler spielt es keine Rolle, ob der oder die Beschäftigte voll- oder teilzeitbeschäftigt ist oder ob es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt. Wichtig zu wissen:

  • Beschäftigte müssen ihre Inflationsprämie nicht in ihrer Einkommenssteuererklärung angeben – sie beeinflusst also den Steuersatz nicht.
  • Um überhaupt in den Genuss der Steuerbefreiung zu kommen, muss der Arbeitgeber die Unterstützungsleistung zahlen, um die finanziellen Folgen durch die Inflation abzumildern.

Lohnsteuerfreibeträge beantragen

Sie haben hohe Werbungskosten – etwa lange Fahrtwege zur Arbeit, Fortbildungskosten oder Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer? Diese Ausgaben lassen sich bereits im monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Dafür müssen Sie einen Freibetrag beim Finanzamt beantragen. Das Vorgehen erhöht Ihr monatliches Nettoeinkommen. Der Arbeitgeber bekommt den Freibetrag vom Finanzamt im Zuge der Lohnabrechnung mitgeteilt und berücksichtigt diesen monatlich. Den Freibetrag für Werbungskosten erhalten Beschäftigte nur, wenn die Summe über dem Arbeitnehmer-Pauschalbetrag in Höhe von 1.200 Euro liegt, der ohnehin bereits berücksichtigt wird.

  • Abgabefrist: Den Antrag können Sie noch in diesem Jahr für das Folgejahr stellen. Das ist sowohl in Papierform als auch über das Elster-Portal möglich.

Steuerbegünstigung für Autogas endet

Sie nutzen ein Fahrzeug mit Autogas (LPG)? Dann haben Sie bislang von einer Energiesteuerermäßigung für LPG als Kraftstoff profitiert. Diese Steuerbegünstigung läuft am 31. Dezember 2022 aus. Derzeit fällt auf ein Liter Autogas lediglich 19,65 Cent Steuern an. Ab 2023 müssen Sie nach ADAC-Angaben hierfür 22,09 Cent zahlen.

Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 erhöht die Deutsche Bahn die Preise im Fernverkehr. Sie steigen um durchschnittlich 4,9%. Der Konzern begründet diesen Schritt mit der hohen Inflation. Allein die Preise für die Flex-Tickets ohne Zugbindung mit der Option kostenfrei zu stornieren oder umzubuchen, werden im Schnitt um 6,9% teurer. Um durchschnittlich 4,9% steigen die Preise für die Bahncards 25, 50 und 100 sowie für die Streckenzeitkarten.

Keine Erhöhungen gibt es bei den Einstiegspreisen beim Super-Sparpreis (ab 17,90 Euro) und beim Sparpreis (ab 21,90 Euro). Der Preis für die Sitzplatzreservierung in der zweiten Klasse bleibt mit 4,50 Euro ebenfalls unverändert. Bis einschließlich zum 10. Dezember ist noch alles zum alten Preis buchbar. Bereits Anfang September war für den Regionalverkehr im Deutschland-Tarifverbund eine Preiserhöhung von durchschnittlich 4% angekündigt worden.

Und übrigens: Der Toilettenbesuch an den meisten Autobahntankstellen wird teurer

An den meisten Autobahntankstellen und Raststätten in Deutschland müssen Autofahrer*innen ab dem 18. November mehr Geld für den Toilettenbesuch zahlen. Der Toilettenbetreiber Sanifair will das Nutzungsentgelt um 30 Cent auf einen Euro erhöhen. Außerdem sollen Kund*innen nach der Zahlung des WC-Entgelts einen Wertbon in voller Höhe des gezahlten Beitrags erhalten – also in Höhe von einem Euro. Bislang hat der Bon einen Wert von 50 Cent.

Podcast: Das Inflationsgespenst zieht sich nicht zurück – es schläft nur

Zum ersten Mal seit dem Sommer kann über die deutsche Inflation etwas anderes berichtet werden, als dass sie erneut angestiegen ist. Doch an ein Aufatmen ist nicht zu denken – unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski erklärt im Gespräch mit Franziska Biehl, warum es das mit dem Preisdruck noch nicht gewesen sein dürfte. Außerdem sprechen unsere Ökonomen in Folge 183 unseres Podcasts über die Lage am Arbeitsmarkt und darüber, dass die strukturellen Schwachstellen Deutschlands in diesem Fall sogar von Vorteil sein könnten.

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