Privatkunden

In den 20ern die Weichen für die Zukunft stellen - auch finanziell

Deine Finanzen in den 20ern

Wer jung ist, hat meistens viel vor. Den ersten Job antreten, eine eigene Wohnung beziehen. Doch so manches, was für junge Menschen in den 20ern verheißungsvoll klingt, ist auch mit Kosten verbunden. Nicht nur die monatliche Miete ist fällig, auch Versicherungen zum Beispiel müssen her. Nebenbei ein bisschen Geld zu sparen, ist auch nicht schlecht - schließlich stehen irgendwann mal größere Anschaffungen oder ein Hausbau an. Wie also finanziell vorgehen, wenn Sie in Ihren 20ern sind? Tipps für Ihre To-do-Liste:

Diese Versicherungen brauchen Sie

Fangen wir mit den Versicherungen an. Okay, das Leben steckt voller Risiken. Damit Sie im Fall eines Falles nicht das Nachsehen haben, sollten Sie sich gut absichern. Eine Übersicht über wichtige Versicherungen:

  • Privathaftpflichtversicherung: Eine kleine Unachtsamkeit - und schon sind Schäden möglich, die einen in den finanziellen Ruin treiben können. Um sich zu schützen, gibt es die Privathaftpflichtversicherung. „Eine solche Police ist unverzichtbar“, sagt Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten in Hamburg.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Es kann passieren, dass man von jetzt auf gleich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr seinen Beruf ausüben kann. Tritt dieser Fall ein, gibt es vom Versicherer eine monatliche Rente.
  • Auslandsreisekrankenversicherung: Eine solche Police sollten Sie haben, falls Sie Urlaub in fernen Ländern machen. Bedenken Sie: Für Krankheitskosten im Ausland zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nur eingeschränkt oder gar nicht.
  • Tierhalter-Haftpflichtversicherung: Sie haben ein Hund oder ein Pferd? Dann benötigen Sie diese Police. Denn Sie müssen zahlen, falls Ihr Tier zum Beispiel beim Herumtoben Schäden verursacht.

Wichtig: Bevor Sie eine Versicherung abschließen, unbedingt die Angebote mehrerer Anbieter vergleichen - es kann vorkommen, dass Sie bei dem einen für den gleichen Schutz weitaus weniger zahlen müssen als bei einem anderen.

Sparen und Anlegen – auch schon in den 20ern

Denken Sie auch daran, möglichst frühzeitig zu sparen und anzulegen. Zwar ist zumeist der Verdienst nicht so üppig und der Spielraum fürs Geldanlegen eher eng. Dennoch finden sich oft Möglichkeiten. „Etwa, indem man seine laufenden Kosten reduziert und das dadurch Gewonnene sinnvoll investiert“, sagt Helena Klinger vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg.

  • Sparen lässt es sich, indem Sie die Tarife etwa für Strom regelmäßig checken und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter wechseln.
  • Gleiches gilt beispielsweise für Mobilfunktarife.

Je früher Sie anfangen, Ihr Erspartes zurück- und anzulegen, desto eher lässt sich über die Jahre ein Finanzpolster aufbauen. Beispielsweise auch für die eigenen vier Wände.

Nicht vergessen: Immer einen „Notgroschen“ parat haben

Werfen Sie aber zuerst immer einen Blick auf Ihre allgemeine Finanzlage: Haben Sie sich auch einen „Notgroschen“ für unvorhersehbare Fälle gesichert? Legen Sie sich eine Reserve von zwei bis drei Monatsnettoeinkommen auf einem Tagesgeldkonto an – so dürften Sie gut gewappnet sein.

Spar- oder Anlageziele definieren

Überlegen Sie in Ruhe, welche Spar- oder Anlageziele und welchen Zeithorizont Sie vor Augen haben. Sie wollen für zehn Jahre oder länger anlegen? Dann bieten sich beispielsweise folgende Optionen an:

  • Aktienfonds: Ein Investmentfonds sammelt das Geld von Anlegern. Dieses Kapital wird dann vom Fondsmanager in eine Vielzahl von Aktien investiert. Der Anleger investiert mit einer einmaligen Geldanlage oder durch eine monatliche Sparrate, die er individuell festlegt. Damit umgehen Anleger die mitunter schwierige Entscheidung, welche Aktiengesellschaft eine aussichtsreiche Entwicklung verspricht. Und: Sie verteilen die Risiken. Je breiter Vermögen gestreut wird, desto besser.
  • ETFs: Die drei Buchstaben stehen für Exchange traded funds, also börsengehandelte Indexfonds. ETFs sind preislich deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Mehr rund um den Indexfonds in unserem ETF-Artikel.

Förderungen durch den Arbeitgeber und den Staat nutzen

Vielen Beschäftigten winkt Monat für Monat Extra-Geld vom Arbeitgeber: Vermögenswirksame Leistungen (VL). Deren Höhe hängt von der jeweiligen Branche und Region ab. Den Betrag überweist der Arbeitgeber nicht mit dem Lohn oder Gehalt, sondern in eine vom Arbeitnehmer bestimmte Sparform. Das kann zum Beispiel ein Bausparvertrag, ein Banksparplan oder Wertpapiersparen sein.

„Oft können Beschäftigte den monatlichen Arbeitgeberzuschuss aufstocken“, erklärt Finanzexpertin Klinger. Regulär zahlt der Arbeitgeber sechs Jahre lang ein, im siebten Jahr ruht das Geld. Anschließend haben Beschäftigte die Wahl, die Sparanlage aufzulösen oder teils selbst einzuzahlen.

Achtung: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie von der sogenannten Arbeitnehmerzulage profitieren: Damit fördert der Staat Vermögenswirksame Leistungen für Angestellte, die ein geringes Jahreseinkommen erzielen. Nähere Infos gibt es beim Bundesfinanzministerium.

Tipp: Bevor Sie eine Sparentscheidung treffen, sollten Sie sich unbedingt persönlich Produktwissen aneignen. Viele Infos von unabhängiger Seite finden Sie im Netz, etwa auf den Webseiten der Stiftung Warentest.