Sparen fürs Kind: Warum das wichtig ist und welche Optionen es gibt

Für Studium, Ausbildung oder anderes: So sparen Sie für Ihr Kind

Ein kleines Mädchen oder einen kleinen Jungen großziehen – das ist nicht nur eine schöne, sondern auch kostspielige Angelegenheit. Soll das Kind mit 18 auch noch einen kräftigen Zuschuss zum Führerschein, für einen Auslandsaufenthalt oder für die erste eigene Wohnung bekommen, heißt es: Sparen. Fachleute raten, so früh wie möglich mit der Geldanlage für den Nachwuchs zu beginnen. „Grundsätzlich bei Geburt des Kindes wäre das Optimum“, sagt Honorarberaterin Stefanie Kühn aus Grafing bei München.

Wie viel Geld dafür monatlich eingeplant wird, hängt von der individuellen Finanzlage ab. Keinesfalls müssen es üppige Summen sein. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) empfiehlt, jeden Monat für das Kind beispielsweise 25 Euro in einen Aktienfonds oder ein Depot einzuzahlen. Das bietet sich aus BdB-Sicht vor allem für die langfristige Anlage an – was beim Sparen fürs Kind ja der Fall ist. Aber auch ein geringerer Betrag lohnt sich.

  • Übrigens: Sie wollen Ihrem Kind eine größere Summe überschreiben? Für den Fall sollten Sie wissen, dass die Schenkung von Kapitalvermögen bis zu 400.000 Euro steuerfrei ist. Diesen Betrag können Sie nach zehn Jahren ein weiteres Mal steuerfrei ausschöpfen.

Sparen fürs Kind – Diese Möglichkeiten gibt es

ETF: Wer zum Beispiel für die Ausbildung des Kindes über viele Jahre hinweg regelmäßig Geld auf die Seite legen möchte, kann sich etwa für einen weltweit anlegenden ETF entscheiden. Die drei Buchstaben ETF stehen für Exchange Traded Funds. Hierbei handelt es sich um Fonds, die an der Börse gehandelt werden und in der Regel einen Aktienindex abbilden. Ein Vorteil von ETFs: Es fallen hierfür weniger Gebühren an als bei einem aktiv gemanagten Fonds. Die Konditionen der ING finden Sie hier.

„Wichtig bei einem ETF ist aber, dass das Geld nicht zu einem festen Zeitpunkt bereitstehen muss“, erklärt Kühn. Denn der Wert kann schwanken.

Bevor Sie Wertpapiere kaufen, informieren Sie sich deshalb auch über die Risiken. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Viele weiterführende Informationen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

  • Tipp: Ist die Tochter oder der Sohn 14 oder 15 Jahre alt, ist es im Fall einer guten Börsenphase womöglich eine Überlegung wert, zu verkaufen und das Geld für die restliche Zeit sicher anzulegen.

Wertpapier-Sparpläne: Sie bieten ebenfalls eine gute Anlagemöglichkeit, um für die Ausbildung des Kindes später das nötige Geld zurückzulegen. Anlegerinnen und Anleger sind dabei an keine festen Laufzeiten gebunden, die Sparraten lassen sich ändern oder aussetzen. Investiert werden kann in Aktien-, Fonds-, ETF- und Zertifikate-Sparpläne. Bei der ING stehen dabei über 1.800 verschiedene Sparpläne zur Auswahl. Fachleute empfehlen breit streuende Fonds. Welche Sparpläne bei Kunden und Kundinnen der ING besonders beliebt sind, sehen Sie hier.

Wichtig zu wissen: Ob ETF oder Aktie – für diese Form der Geldanlage benötigt Ihr Kind ein eigenes Depot. Das können Sie als Eltern problemlos bei einer Bank eröffnen. Die ING zum Beispiel bietet das Direkt-Depot Junior. Übrigens: Wer bis zum 2. August ein solches Depot erstmals eröffnet, bekommt einen Wunschgutschein in Höhe von 50 Euro.

Das Depot lässt sich mit dem Zukauf weiterer Wertpapiere nach und nach ausbauen. Das Geld gehört nicht Ihnen, sondern Ihrem Kind – auf dessen Namen legen Sie es schließlich an. Bis zum 18. Lebensjahr Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter haben Sie die Konto- und Depotvollmacht. Vor der Volljährigkeit des Kindes ist über das Ersparte nur verfügbar, wenn dies zweifelsfrei zum Nutzen des Kindes erfolgt.

Ausbildungsversicherungen und Kinderschutzbriefe: „Die Ausbildungsversicherung sichert die Berufsausbildung der Kinder finanziell ab“, schreibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auf seiner Homepage. Die vereinbarte Versicherungssumme werde zu einem festgelegten Zeitpunkt gezahlt. Versichert sei das Leben der Beitragszahlenden, meist ein Eltern- oder Großelternteil des Kindes. „Stirbt diese Person, übernimmt das Versicherungsunternehmen alle weiteren Beitragszahlungen.“

Aus Sicht der Stiftung Warentest eignen sich Ausbildungsversicherungen allerdings nicht, um für das Kind Geld zurückzulegen. Gleiches gelte für Kinderschutzbriefe. Der Grund: Beide Sparformen sind den Verbraucherschutz-Fachleuten zufolge unflexibel, verursachen zu hohe Kosten und bringen kaum Rendite. Die Verbraucherzentrale NRW rät dazu, Risikoabsicherung und Kapitalaufbau zu trennen. Weitere Infos gibt es hier.