Hochzeit, Konfirmation, Taufe

Welche Geldgeschenke sind angebracht?

Die Konfirmation des Neffen oder die Hochzeit der besten Freundin: Wenn große Feste anstehen, sind sich Gäste oft unsicher: Ist es einfallslos, einfach nur Geld zu schenken, oder ist es genau das Richtige?

Das richtige Hochzeitsgeschenk

Gerade Hochzeiten sind sehr kostspielig – für das Brautpaar, aber auch die Gäste. Wer eingeladen wurde, steht also vor der Frage: Was schenke ich am besten? 

Studien zeigen: Die meisten Gäste übergeben dem Brautpaar lieber traditionelle Geschenke, als mit ihrem Geschenk Flitterwochen und die Hochzeitsfeier mitzufinanzieren. „Da es oft Geschenkelisten gibt, lässt man sich eher dort inspirieren, als Geld zu schenken“, rät die Freiburger Knigge-Expertin Elisabeth Bonneau. Doch auch Geldgeschenke hält sie für möglich. Wie hoch der Geldbetrag sein sollte, hänge unter anderem davon ab, ob man zur Feier eingeladen und mit welchem Aufwand die Anreise verbunden sei. Wichtige Faktoren sind außerdem: Wie nah steht man dem Brautpaar und wie sieht die eigene finanzielle Situation aus?

Das deutsche Geschenkeportal geschenke.de gibt grobe Richtwerte für Hochzeits-Gäste:

  • Bekannte oder Kollegen: 30-50 Euro
  • (Enge) Freunde: 50-100 Euro
  • Familienmitglieder: 100-250 Euro

Geschenke zu Konfirmation oder Kommunion

Konfirmation, Kommunion oder Jugendweihe: Für viele Jugendliche sind diese Anlässe auch mit Geldgeschenken verbunden. Aber ist das überhaupt angebracht? Dass Verwandte und Freunde einem Kind zu diesen Festen Geld schenken, ist laut des evangelischen Pfarrers Andres Synofzik auch ein Segen: „Es hilft Heranwachsenden, sich zu entfalten und das Leben nach eigenen Vorstellungen in unverhoffter Freiheit zu gestalten. Geldgeschenke sind wichtig, um selbstständig zu werden.“ Doch das Geld solle trotzdem nicht im Vordergrund stehen.

Richtwerte gebe es bei der Konfirmation laut Knigge-Expertin Bonneau allerdings nicht. Dafür aber eine Rechen-Idee: „Orientieren Sie sich an dem Wert eines Geschenkes, das Sie gerne machen würden, und runden Sie auf die nächste runde Zahl auf.“ Das könne bei Geringverdienenden ein 20-Euro-Schein sein oder bei einem engen Verwandtschaftsverhältnis in betuchteren Kreisen auch 100 Euro oder mehr.

Da die Kinder bei der Kommunion mit etwa acht Jahren noch jünger sind, spielen die Eltern hier eine größere Rolle. „Was ich so höre, werden Geldgeschenke in den meisten Fällen von den Eltern verwahrt oder gespart, damit sich die Kinder irgendwann etwas Vernünftiges kaufen“, sagt Ralph Walta, Pastoralreferent in Coborg im Erzbistum Bamberg.

Ist Geld zur Taufe angebracht?

Bei Taufen sind Geldgeschenke laut Knigge-Expertin Bonneau weniger üblich: „Es gibt so viele brauchbare niedliche Sachen für kleine Kinder zu kaufen. Paten oder Großeltern eröffnen eher ein Konto für das Kind, das sie im Lauf der Jahre weiter auffüllen, als den Eltern einen Geldschein zu überreichen“, sagt Bonneau. Doch auch hier kommt es darauf an, wie nahe der Schenker dem Täufling steht.

Fazit: Wie viel Geld sollte ich schenken?

Egal ob Hochzeit, Konfirmation oder Taufe: Konkrete Beträge, wie viel Geld man tatsächlich schenken sollte, gibt es nicht. Das hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:

  1. Wie nah steht man dem Beschenkten?
  2. Wie sieht die eigene finanzielle Situation aus?
  3. Ist man zur Feier eingeladen?
  4. Wie aufwendig bzw. kostenintensiv ist die Anreise zur Feier?
  5. Gibt es explizite (Geld)-Wünsche, die erfüllt oder mitfinanziert werden können?

Wer all diese Fragen für sich geklärt hat, kann schließlich bestimmen, wo hoch das Geschenk ausfallen darf.

Geld schenken macht glücklich

Einen schönen Nebeneffekt haben die monetären Gaben allemal: Schenken macht glücklich – und dieser Effekt scheint auch für Geldgeschenke zu gelten. Das haben bisher mehrere Untersuchungen bestätigt, wie zum Beispiel die Studienergebnisse der beiden US-amerikanischen Forscher Ed O’Brien von der University of Chicago und Samantha Kassirer von der Northwestern University. Sie gaben ihren Probanden gleich viel Geld und teilten sie in zwei Gruppen ein: Die erste Gruppe gab das Geld für sich selbst aus und die zweite spendete es. Das Ergebnis: Wenn die Probanden Geld für sich selbst Geld ausgaben, verringerte sich ihre Freude. Diejenigen aber, die den Betrag spendeten, hatten nach fünf Tagen noch den gleichen Effekt wie am Anfang. Vor diesem Hintergrund macht es doch gleich viel mehr Spaß Geld zu schenken.