Unnötige Versicherungen

Welche Policen Sie sich sparen können

Versicherungen gibt es viele. Doch längst nicht alle sind ein Muss. Einige Policen, die es auf dem Markt gibt, können Verbraucher*innen getrost streichen: Sie sind schlicht unnötig.

Kurios anmutende Versicherungen gibt es etwa rund um den Tag der Eheschließung, der für viele der schönste im Leben sein soll. Anbieter locken etwa mit einer

  • Hochzeitswetter-Versicherung: Wenn zwei Menschen ganz offiziell ja zueinander sagen und heiraten, sollte bestenfalls die Sonne genauso strahlen wie das Brautpaar. Eine Garantie für gutes Wetter gibt es leider nicht. Einen zumindest monetären Trost verspricht jedoch dieser Versicherungsanbieter: „5.000 Euro bei Regen am Hochzeitstag.“
  • Hochzeits-Rücktrittsversicherung: Nein, hier gibt es kein finanzielles Trostpflästerchen, falls Braut oder Bräutigam kurzfristig einen Rückzieher machen. Vielmehr gibt es einen Ersatz der Stornokosten etwa für Caterer oder Location, falls die Hochzeitsfeierlichkeiten aufgrund eines schweren Unfalls oder einer unerwarteten und schweren Erkrankung von Braut oder Bräutigam abgesagt werden müssen.

Bedenken Sie vor dem Abschluss: Das Leben an sich ist ein einziges Risiko. Macht es da tatsächlich Sinn, gegen vergleichsweise hohe Prämien solche Risiken vor einer Hochzeit abzusichern?

Welche Versicherungen Sie ansonsten nicht brauchen

Neben kuriosen gibt es auch einige verzichtbare Versicherungen:

  • Insassenunfallversicherung: Diese Police ist aus Sicht der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten (BdV) überflüssig: Bei einem selbst verursachten Unfall mit dem eigenen Pkw komme für die möglichen Verletzungen der Mitfahrer*innen die persönliche Kfz-Haftpflichtversicherung auf; trägt ein anderer Verkehrsteilnehmer die Schuld, zahle dessen Versicherung.
  • Versicherung gegen häusliche Notfälle: Sie schließen die Wohnungs- oder Haustür hinter sich und Ihr Schlüssel ist in der Wohnung – Sie haben sich ausgesperrt und brauchen einen Schlüssel-Notdienst. Oder Ihre Heizung fällt im Winter plötzlich aus und der Klempner-Notdienst muss ran. Und selbst, wenn die Notdienstrechnungen vergleichsweise hoch ausfallen, lohnt sich unter dem Strich der Abschluss einer Versicherung gegen häusliche Notfälle nicht, hat der BdV festgestellt.
  • Sterbegeldversicherung: „Sterbegeldversicherungen rechnen sich oft nicht“, schreibt die Verbraucherzentrale NRW. Die Idee hinter der Police: Nach dem eigenen Tod sollen die Hinterbliebenen finanziell entlastet sein, schließlich kostet eine Beerdigung oft mehrere Tausend Euro. Allerdings handelt es sich bei der Sterbegeldversicherung um eine laut BdV „geldzehrende Kapitallebensversicherung“. Diejenigen, die sich dafür entscheiden, zahlen bei langer Laufzeit häufig mehr ein als die Hinterbliebenen später erhalten. Tipp: Um Angehörige zu unterstützen, bieten sich andere Geldanlagen an, zum Beispiel ein Sparplan.
  • Brillenversicherung: Achtung – diese Police kommt längst nicht für jeden Schaden vollständig auf. Sie erhalten zwar, falls Ihre Brille defekt ist, neue Gläser und ein neues Gestell. Sie müssen sich aber, wenn Sie sich für hochwertigere Varianten entscheiden, auf hohe Zuzahlungen einstellen. Ohne Schaden haben Versicherte frühestens nach zwei Jahren Anspruch auf eine neue Fassung; neue Brillengläser gibt es nur bei deutlichen Sehstärkenveränderungen. Auch hier übernimmt die Versicherung lediglich eine Grundversorgung – alles, was darüber hinausgeht, muss selbst bezahlt werden.
  • Glasbruchversicherung: Diese Police zahlt, falls eine kaputte Scheibe zu reparieren ist. Aber bedenken Sie: Die Kosten dafür halten sich in der Regel in Grenzen, so dass eine Glasbruchversicherung zumeist nicht lohnt. Allenfalls rechnet sich die Police, wenn Sie etwa einen Wintergarten oder eine hochwertige Spezialverglasung an Ihrem Haus haben.
  • Ticketversicherungen: Diese Rücktrittsversicherungen für Veranstaltungen stellen in Aussicht, den Eintrittspreis zu erstatten, wenn Verbraucher*innen diese etwa wegen Krankheit nicht besuchen können. Doch in vielen Fällen zahlen sich aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW solche Ticketpolicen nicht aus – sie seinen teuer und oft auch überflüssig.

Tipp: Wenn Sie sich mit der Frage befassen, welche Versicherungen Sie und Ihre Familie brauchen, sollten Sie sich immer fragen, wie hoch überhaupt die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses oder jenes Schadensereignis eintritt. Loten Sie das für sich genau aus. Welche Policen Sie benötigen, können Sie zudem auch mit dem Bedarfs-Check des Bundes der Versicherten herausfinden.

Deine erste App ohne „Uuups!“

Mobile Banking ist bei uns so einfach, dass es wirklich jeder kann. Darauf geben wir unser ING-Sicherheitsversprechen. Überzeugen Sie sich selbst.