Onlineshopping-Guide

Sicher und günstig im Internet einkaufen

Ob per Smartphone, Computer oder Tablet: Online einzukaufen ist bequem, oft günstig – aber auch mit Risiken verbunden. Worauf müssen Verbraucher achten?

Per Klick eine neue Hose oder den lang ersehnten Fernseher kaufen: Für viele gehört das zum Alltag. Der Online-Monitor des Handelsverbands zeigt: Zwei Drittel der Deutschen sind Onlineshopper (65,7 %). Dabei gaben sie 2018 durchschnittlich rund 1.350 Euro pro Kopf aus – 2016 waren es noch etwa 120 Euro weniger. Onlineshopping liegt im Trend. Doch nicht immer geht alles gut: Laut Trusted Shops hat jeder Zweite schon negative Erfahrungen im Online-Shopping gemacht. Wie schützen sich Verbraucher vor Betrügern, finden den besten Preis und bekommen das Produkt schnell in die Hände? Unser Online-Shopping-Guide verrät, wo Fallen lauern können.

Nicht auf gefälschte Shops reinfallen

Auch wenn Designer-Schuhe oder das neueste Handy zum Schnäppchen-Preis verlockend klingen, stecken nicht immer seriöse Angebote dahinter. Sogenannte Fake Shops tummeln sich im Netz und ziehen Online-Shoppern Geld aus den Taschen. „Die Shops wirken auf den ersten Blick besonders attraktiv, weil dort alles reduziert ist und zu super Preisen angeboten wird“, erklärt Eva Rohde vom E-Commerce Verband (BEVH). Dahinter stecken jedoch Betrüger, die zum Teil real existierende Online-Shops kopieren. Nach geleisteter Zahlung erhalten die Kunden das Produkt entweder gar nicht, oder in schlechter Qualität. Doch wie schützt man sich vor gefälschten Seiten?

Checkliste: So erkennen Sie Fake Shops

Die Verbraucherzentrale stellt auf ihrer Seite wichtige Prüfkriterien zur Verfügung, die Fake Shops entlarven sollen. Dazu gehören u.a.:

  • Internetadressen: Adressen, die auf „.de.com“ enden, könnten ein Warnzeichen sein. Und: „Wenn der Name der Domain nicht zum Angebot passt, sollten alle Alarmglocken läuten“, sagt Rohde.
  • Zahlungsmöglichkeiten: Kein gutes Zeichen ist es, wenn bei der Bestellung nur Vorkasse angeboten wird.
  • Günstiger Preis: Käufer sollten Vorsicht walten lassen, wenn sich auffallend günstige Preise auf der Seite häufen.
  • Gütesiegel: Siegel von Prüfinstituten sind nützlich – aber nicht immer echt. Wer auf das Siegel klickt, dem sollte angezeigt werden, seit wann der Shop zertifiziert ist. Die Initiative D21 empfiehlt u.a. die Siegel von Trusted Shops, TÜV Süd Safer Shopping oder Internet Privacy Standards.
  • Kundenbewertungen: Der Shop hat ausschließlich Fünf-Sterne-Bewertungen? Dann sollten Verbraucher lieber auch andere Bewertungen in sozialen Medien oder Foren anschauen.
  • Impressum: Ein Blick ins Impressum kann Aufschluss über die Echtheit des Shops geben. Ist es erst gar nicht vorhanden, sollten Verbraucher lieber woanders kaufen – denn in Deutschland gibt es eine Impressumspflicht, an dies sich seriöse Shops halten.

Sicher bezahlen

Auf Rechnung, Vorkasse oder via Paypal: Auf welche Zahlungsmethode sollte man sich einlassen? Laut Verbraucherzentrale Hamburg sei die Zahlung auf Rechnung am sichersten. Wenn diese Zahlungsmöglichkeit aber nicht angeboten wird, rät sie zu einer Zahlung per Lastschrift – bei der Kunden innerhalb von acht Wochen den abgebuchten Betrag von ihrer Bank zurückbuchen lassen können. Das hilft dann, wenn die Ware nicht ankommt. Bei der Option der Vorkasse geht das in der Regel jedoch nicht. Deshalb rät die Verbraucherzentrale Hamburg dazu, diese Zahlart nur zu wählen, wenn der mögliche finanzielle Verlust leicht zu verschmerzen sei.

Gut zu wissen: Seit 14. September gibt es Neuerungen nicht nur bei Bankgeschäften, sondern auch beim Onlinebezahlen. Gemäß der EU-Zahlungsrichtlinie PSD 2 erfordern Einkäufe im Netz ebenfalls eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Es gilt allerdings noch eine Übergangsfrist und bislang bieten nur wenige Händler diese doppelte Sicherheit an. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung und die Online-Geschäfte sollten aber nicht auf dem gleichen Gerät durchgeführt werden, rät Matthias Gärtner, Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Denn: „Grundsätzlich ist es immer riskanter, wenn Kriminelle nur ein Gerät unter Kontrolle bringen müssen.“

Den besten Preis finden

Wer nicht nur sicher, sondern auch günstig im Netz shoppen will, sollte außerdem ein paar Dinge beachten.

  • Schwankende Preise: Innerhalb weniger Tage können sich Preise enorm ändern – das fanden Verbraucherschützer in einer Untersuchung heraus. So kostete z.B. ein Handy innerhalb kurzer Zeit mal 580 Euro, dann 800 Euro. Für Käufer heißt das: Den Preis lieber zunächst beobachten, statt sofort zuzugreifen. Auch Preissuchmaschinen können bei der Schnäppchenjagd helfen.
  • Sparen mit Cashback: Nicht nur im Geschäft, sondern auch online kann man mit dem Geld-zurück-Modell sparen. Über sogenannte Cashback-Portale bekommen Kunden einen Teil des Kaufpreises zurück. Dabei ist im besten Fall über 10 Prozent Ersparnis drin, sagt Stiftung Warentest, die verschiedene Plattformen getestet hat. Aber Vorsicht: Der Rabatt bezieht sich dabei stets auf den Nettowarenwert.

Ware möglichst schnell bekommen

Die meisten Onlinekäufer müssten es kennen: Ausgerechnet dann, wenn die Ware angeliefert werden soll, ist man nicht zuhause. Das Paket geht zurück und die Abholung verzögert sich, weil man es nach Feierabend nicht mehr rechtzeitig zur Post schafft. Die Lösung: „Paketshops, freundliche Nachbarn, mit denen man sich vorher abgesprochen hat, oder Schließfächer der Logistikunternehmen sind gute Alternativen“, rät Eva Rohde.

Autor: ING