Ein Eigenheim für Sie allein – macht das Sinn?

Wenn sich junge Singles oder ältere Alleinlebende ihren Haustraum erfüllen

Eigener Herd ist Goldes wert, sagt der Volksmund bei uns – „My home is my castle“ heißt es bei den Briten. Und so geben 2021 nach einer Erhebung der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) rund 1,1 Millionen Menschen in Deutschland in den nächsten ein bis zwei Jahren den Bau eines Hauses in Auftrag. Sind die persönlichen Vorstellungen darüber, welchen Preis man zu zahlen bereit und in der Lage ist, geklärt, liegen die Vorteile auf der Hand. Einige Beispiele:

  • Sachwerte gelten auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten als sicher
  • Begrenzung der Wohnkosten im Alter bzw. die Möglichkeit, aus der eigenen Immobilie, zum Beispiel durch Teilverkauf, Geld zu ziehen
  • Lange Ruhe vor kostspieligen Instandhaltungen wie für Fenster, Dach und Heizung bei Neubauten
  • Individuelle Gestaltbarkeit
  • Mehr Abstand zu den Nachbarn – mehr individuelle Freiheit

Erst Hochzeit und Kinder, dann Hausbau? Es geht auch anders

Bekanntlich erfüllen sich vor allem junge Familien den Traum von den eigenen vier Wänden samt Grünflächen. Aber mehr und mehr werden auch Einzelpersonen Bauherren. Aus der Allensbach-Analyse geht hervor: In der Gruppe „18 Jahre und älter, ledig und auch keine `Ehe ohne Trauschein`“ sind mehr als 30% Haus- oder Wohnungseigentümer*innen. Darunter junge Männer und Frauen, die die klassische Reihenfolge – erst heiraten und Kinder bekommen, dann bauen – nicht einhalten. Auch Alleinstehende in mittleren Jahren und ältere Menschen beauftragen einen Architekten oder eine Architektin beziehungsweise greifen auf die Angebote von Fertighausherstellern zurück.

Auf dem Land kann es günstiger werden

Gerade auf dem Land, wo die Menschen traditionell mehr im Eigentum als zur Miete wohnen, lassen sich Projekte für Singles gut verwirklichen. Hier sind Grundstücke erschwinglicher als in Ballungsgebieten. „Wer allein wohnt, hat einen geringeren Flächenbedarf und legt meist Wert auf eine kostengünstige Bauweise“, sagt Carmen Mundorff, Geschäftsführerin Architektur und Baukultur bei der Architektenkammer Baden-Württemberg. Und auch für solche Fälle gebe es interessante Lösungen – Abstriche an Wohnqualität und Nutzbarkeit müssten keineswegs gemacht werden. Wohl der extremste Trend dabei sind Tiny Houses – ausgeklügelt strukturierte Häuschen im Grünen mit einer Wohnfläche zwischen 15 und 45 Quadratmetern. Doch soweit mag nicht jeder gehen.

Smarte Häuser nur für junge Singles?

In der Regel unterscheiden sich die Ansprüche jüngerer und älterer Personen, die ein Eigenheim besitzen. „Wichtig ist es, den Bewohnern das Leben in ihrem Heim so angenehm wie möglich zu machen“, sagt Corinna Merzyn, Hauptgeschäftsführerin beim Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Vor allem für junge Leute könne das bedeuten, dass ihr Haus smart sei – dass sich etwa Licht, Heizung und Rollläden zentral und etwa aus der Ferne steuern ließen. Es gebe zwar auch Ältere, die sich für technologische Neuerungen begeistern. Im Hinblick auf das Leben im Alter sei es jedoch wichtig, den Blick noch auf weitere Lösungen zu richten – zum Beispiel auf eine barrierefreie Nutzung ihres Heims.

An die Zukunft denken

In jedem Fall sollte sich, wer allein baut, extra viel Zeit für die Vorbereitung lassen – und seine Wünsche präzise mit Fachleuten besprechen. Denn hier ist es besonders für Singles wichtig, an die Zukunft zu denken: Will ich immer solo bleiben oder sollte das Haus später auch von einer weiteren Person oder mehr bewohnt werden können? „Gerade weil es noch nicht so viele Häuser für Singles gibt, kann der kreative Blick eines Architekten auf diese Fragestellungen hilfreich sein“, erklärt Merzyn. Am Ende müsse so ein Haus keineswegs teurer werden als eines von der Stange – sofern sich alle an das Budget halten.

Weniger Zimmer – mehr offener Wohnraum

Wer sich nicht mit einer Architektin oder einem Architekten beraten will, kann auf ein Fertighausangebot zurückgreifen. Deren Hersteller haben die Zielgruppe Singles seit einigen Jahren für sich entdeckt. „Natürlich ist ein Eigenheim auch für Alleinstehende eine attraktive Wohnform. Wir beobachten, dass kleinere Häuser zunehmend nachgefragt werden“, sagt Christoph Windscheif, Marketingleiter beim Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) in Bad Honnef. Single-Häuser unterscheiden sich nicht in erster Linie durch geringere Wohnfläche von den Gebäuden für Familien. Sondern vor allem durch den Grundriss: Gefragt sind weniger Zimmer – aber mehr offener Wohnraum. Und auch hier kommen gern elektronische Helfer bei der Steuerung von Heizung, Lüftung oder Licht zum Einsatz.

Fertighäuser können wachsen

Die Fertigbauindustrie hat Module entwickelt, mit denen sich Häuser je nach Lebenssituation verändern oder sogar nachträglich erweitern lassen. Das ist besonders praktisch, denn damit kann man quasi auf Zuwachs bauen. „Der Bauherr fängt also erst einmal mit einem kleinen Haus an und fügt dann später bei Bedarf ein weiteres Modul hinzu“, erklärt Windscheif. Somit wären Singles bestens gerüstet für den Tag, an dem sie vielleicht gar keine Singles mehr sind.

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