Wer investiert an der Börse?

Risiko oder Sicherheit? So sparen die Deutschen | 12.02.2020

Studie: Wer investiert an der Börse?

In Deutschland wächst das Geldvermögen weiter an. Dank des boomenden Arbeitsmarktes und steigenden Löhnen können Sparer in Deutschland mehr zurücklegen. Doch wie genau sparen die Deutschen?
 
Bankeinlagen bleiben die beliebteste Sparform in Deutschland. Im Jahr 2018 verfügten die Bundesbürger insgesamt über fast 140 Milliarden Euro auf ihren Konten oder an Bargeld. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Anstieg um rund 33 Milliarden Euro, so der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in einer aktuellen Studie. Dabei ist diese Geldanlage bei der aktuellen Zinslage kaum mehr geeignet, um Vermögen aufzubauen. Der Grund: Durch die aktuelle Niedrigzinspolitik liegen die Sparzinsen deutlich unter der Inflationsrate.

Gute Renditen an der Börse

Finanzexperten sind sich deshalb einig, dass an der Börse kaum ein Weg vorbeiführt. Auch deshalb, weil vorerst keine steigenden Zinsen zu erwarten sind. „Wer langfristig Vermögen aufbauen will, muss am Aktienmarkt anlegen“, so Sara Zinnecker vom Verbraucherportal Finanztip.de. Sie rät bei der Geldanlage zu weltweit ausgerichteten Indexfonds (ETF), kombiniert mit den sicheren Bausteinen Fest- und Tagesgeld. Die Anlage in günstige Aktienfonds funktioniere auch in kleinen monatlichen Raten, etwa in einem Sparplan.

Langfristiger Anlagehorizont zahlt sich aus

Die bisherige Erfahrung zeigt: Je mehr Zeit Anleger haben, desto geringer ist das Verlustrisiko. Allein der Deutsche Aktienindex DAX stieg seit Ende 2008 von 4.810 Punkte bis Mitte Dezember 2018 auf 10.866 Punkte. Wer 2008 also 10.000 Euro in Aktien angelegt hätte, hätte Ende 2018 ein Vermögen von rund 22.600 Euro. Das Sparbuch hätte bei einer unterstellten Durchschnittsverzinsung von 2% im selben Zeitraum zu einem Vermögen von 12.200 Euro geführt.
Gut zu wissen: Bei kurzfristigeren Geldanlagen an der Börse kann eher ein Wertverlust drohen. Zudem haben vergangene Kursentwicklungen keine garantierte Aussagekraft für die Zukunft.

Börsen-Skepsis bleibt

Obwohl die bisherigen Kursentwicklungen langfristig tendenziell positiv waren, bleiben die Deutschen vorsichtig, wenn es um die Börse geht. Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Kantar zufolge haben in den vergangenen Jahren nur 12% eine entsprechende Anlage in Betracht gezogen. Für die restlichen 88% war diese Anlageform kein Thema, zeigt die Umfrage im Auftrag des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart. Insbesondere, was Aktien betrifft, sind die Deutschen vorsichtig: Zwei Drittel (65%) der Nicht-Aktienbesitzer gaben an, sie hielten solche Wertpapiere für zu riskant. Jeder zweite (48%) aus dieser Gruppe erklärte zudem, er halte eine Anlage in Aktien für umständlich. In einer von der Deutschen Börse in Auftrag gegebenen Erhebung kommen Wissenschaftler der Frankfurt School of Finance & Management sowie der Goethe-Universität Frankfurt zu dem Schluss: Die Deutschen haben zu wenig Informationen über den Aktienmarkt – deshalb trauen sie sich nicht. So haben der Umfrage zufolge 67% der Nicht-Aktienbesitzer Angst, an der Börse viel Geld zu verlieren. 66% glauben, dass ihr Vermögen zu klein sei, um Geld in den Aktienmarkt zu investieren. Ebenfalls gut zwei Drittel gaben an, dass ihnen ausreichende Kenntnisse fehlen und sie deshalb nicht investieren. „Eine gezielte Aufklärung über die tatsächlichen Risiken und Chancen einer Anlage in Aktien wäre sicher hilfreich“, so der Vizepräsident der Frankfurt School, Prof. Dr. Michael Grote.

Frauen noch zurückhaltender bei Aktien

Eine Studie zur Aktienkultur in Deutschland zeigt außerdem, dass junge Menschen mehr Lust auf die Börse haben als ältere: Unter den 18- bis 24-Jährigen ist der Anteil der Aktionäre von 19% im Jahr 2018 auf 26% im Jahr 2019 gestiegen. Frauen sind bei Aktien noch zurückhaltender als Männer. In einer Umfrage des Bankenverbands gaben 18% der befragten Frauen an, in Aktien zu investieren – bei den Männern waren es immerhin 27%.

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Noch ein wichtiger Hinweis: Bevor Sie Wertpapiere kaufen, informieren Sie sich auch über die Risiken. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zu Verlusten des eingesetzten Kapitals führen.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (9)


Kommentare

Güni

20.02.2020

Güni Kommentar 20.02.20
Risiko oder Sicherheit? So sparen die Deutschen | 12.02.2020
Nichts ist sensibler als die persönliche Entscheidung wie man sein Geld anlegt, an dieser Stelle sei angemerkt, Glücklich sei der, der welches hat zum Anlegen. Dabei ist mir klar, wer an dieser Stelle sich äußert kratzt nicht an Hartz4 und hat somit bereits eine gewisse Kompetenz gezeigt wie man mit seinen Einkünften Eigenverantwortlich umgehen kann.
Neben der Anlage in Wertpapieren bleibt die Überlegung in herkömmlichen Sparverträgen mit staatlicher Förderung bei geringen oder gar keinem Risiko zu überdenken.
MfG
Güni


Rita

18.02.2020

ich habe mal mein Geld von BHF Bank verwalten lassen aber mit dem Berater ein Stop vereinbart. Nichts hat die Bank getan als die Krise kam. Über die hälfte des Geldes war weg. Aber hohe Gebühren von einem Monatsgehalt haben Sie für Ihre Arbeit genommen. Jeder der diese Gewissenlosigkeit wie in einem Kasino haben sie sich verhalten, erlebt hat, weis das mit seinem Geld nur die Banken in erster Linie verdienen.
Ich habe seit 2004 Telekomaktien. Wenn das so weiter geht werde ich auch in den nächsten 15 bis 20 Jahre nicht mehr meinen Einsatz wieder haben. Auch hier wäre das Sparbuch die bessere Anlage. Man muss schon Riesenglück haben und viel Zeit investieren damit es sich unterm Strich überhaupt lohnt. Nehmt nur das Geld was nie gebraucht wird und damit spielt Ihr im Bankencasino.


Ellena

17.02.2020

Aktien sind auch schon für Kleinanleger möglich, nicht wie hier geschrieben, erst ab 50 EUR, sondern sogar schon ab 30 EUR monatlich in Aktienfonds. Dabei aber bitte die Depotgebühren im Auge behalten, damit es sich wirklich lohnt. Die ING DiBa hat niedrige Gebühren, es gibt auch Banken ohne Gebühren, aber in jedem Fall ist vorherige Information und die Beratung durch die Bank äußerst wichtig.


Mehlmüller

16.02.2020

Ich würde sehr gerne Aktien und ETF's kaufen und handeln, aber die Banken haben sich in den letzten Jahren zum Erfüllungsgehilfen des Staates betätigt.
Sie haben keinesfalls ihre Kunden im Blick, denn diese möchten nicht, daß ihnen irgend etwas zwangsweise vom Anlageergebnis durch die Bank abgezogen wird.
Die Banken haben das Bankgeheimnis für ihre Unterwürfigkeit zum Staat geopfert. D.h. alle die Sparer, die ihr Geld auf unverzinsten Girokonten und Tagesgeldkonten liegen lassen, machen es genau richtig !


Shangri-La

15.02.2020

Wie wäre der Vorschlag einem 'Neuanleger' jeweils einen Profi zur Seite zu stellen dann könnte dem Erstgenannte manche Panne erspart bleiben.


Seejörg

15.02.2020

Vor über 25 Jahren habe ich bei Quelle Bank meine ersten Aktien angelegt. Ganz selten habe ich den Kurs verfolgen können.
Als ich beim Hausbau das Geld benötigte, waren es dann Entrium Aktien mit verdoppelten Einsatz. Vom Kurs hin und her habe ich in der ganzen Zeit nicht viel gesehen.
Heute verfolgt man täglich sein Depot und lässt dabei natürlich viel Nerven. Wenn man in einen Bärenmarkt rein schlittert, kann man schon die Lust an Aktien verlieren.


Thomas

14.02.2020

Aktuell massiv in Aktien zu investieren ist aber auch riskant, muss Corona-Pandemie nur größer werden und die Chinesen überlegen sich den Konsum einzuschränken, bricht die ganze Aktienwelt zusammen. Also ja beherzigen nur Geld zu investieren, das wirklich übrig ist und nicht in drei Jahren benötigt wird um ein neues Auto zu kaufen.


Neuanleger

14.02.2020

Eine gezielte Aufklärung über die tatsächlichen Risiken und Chancen einer Anlage in Aktien wäre sicher hilfreich“, so der Vizepräsident der Frankfurt School, Prof. Dr. Michael Grote.

In der Tat wäre es sinnvoll eine Art Kursus für Neuanleger zu installieren - wäre das nicht was für die ING. Ich würde es super finden!


Sparstrumpf

13.02.2020

Die Vermögensverteilung auf die Anlageprodukte ist stets individuell. So könnte etwa ein "armer Student", dem am Monatsanfang 1200 € auf dem Girokonto stehen hat, gar keine weiteren Anlagevehikel benötigen. Einfach weil das Geld fehlt, etwa für einen Umzug oder dergleichen.
Ein Mann, 80 Jahre mit künstlichem Ausgang und 30.000€ würde ich auch nicht groß zu Aktien raten. Obwohl ich den € für nicht sicher halte.
Es muss schon ordentlich was da sein, damit man investieren kann. Konservative rechnen durchaus ein Jahreseinkommen.
Ich kenne viele, die ihr Geld angelegt hatten, und diese Anlage wegen temporärer Kursrückgänge nur mit erheblichen Verlusten realisieren konnten.