Wie sicher ist das Altersvorsorgedepot?
Kann ich Geld mit dem Altersvorsorgedepot verlieren? Wie funktioniert der Zinseszinseffekt? Was passiert bei einem Börsencrash und wie werden Risiken reduziert? Hier finden Sie verständliche Antworten zu den Chancen und Risiken des Altersvorsorgedepots.
Auf einen Blick: Chancen & Risiken Altersvorsorgedepot
- Das Altersvorsorgedepot ermöglicht eine staatlich geförderte Altersvorsorge mit Fonds, ETFs und anderen zugelassenen Kapitalmarktanlagen.
- Dadurch sind höhere Renditechancen möglich, gleichzeitig können Wertschwankungen und Verluste auftreten.
- Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass nicht nur das eingezahlte Kapital, sondern auch bereits erzielte Erträge weiter für Sie arbeiten.
- Regelmäßige Einzahlungen können helfen, Kursschwankungen besser auszugleichen und das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts zu reduzieren.
- Das Geld wird breit gestreut über Fonds und ETFs angelegt, um die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen oder Märkten zu verringern.
- Auch bei einem Börsencrash bleibt das Geld investiert. Langfristig können sich Märkte wieder erholen, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.
- Die Wertpapiere im Altersvorsorgedepot gelten als Sondervermögen und sind bei einer Insolvenz der depotführenden Bank grundsätzlich geschützt.
- Wer mehr Sicherheit wünscht, kann je nach Anbieter künftig auch Garantieprodukte mit 80% oder 100% Beitragserhalt zum Beginn der Auszahlungsphase wählen.
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Altersvorsorgedepot: Chancen, Risiken und Sicherheit einfach erklärt
Welche Risiken gibt es beim Altersvorsorgedepot?
Wie bei jeder Kapitalmarktanlage sind auch beim Altersvorsorgedepot Wertschwankungen und Verluste möglich. Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen können im Wert steigen, aber auch fallen. Wie stark das Risiko ausfällt, hängt unter anderem von der gewählten Anlagestrategie und dem Anlagezeitraum ab.
Können im Altersvorsorgedepot Kursverluste auftreten?
Ja, je nach Entwicklung der Kapitalmärkte kann der Wert der Anlagen zeitweise deutlich sinken. Im ungünstigsten Fall kann zu Beginn der Auszahlungsphase sogar weniger Geld vorhanden sein als während der Ansparphase eingezahlt wurde.
Wie stark kann das Altersvorsorgedepot schwanken?
Das hängt in erster Linie von der Zusammensetzung des Depots ab. Ein hoher Aktienanteil bietet zwar größere Renditechancen, bringt aber auch stärkere Schwankungen mit sich. Bei einem höheren Anteil risikoärmerer Fonds oder Anleihen fallen die Ausschläge in der Regel geringer aus.
Sind Einzelaktien oder ETFs für die Altersvorsorge besser geeignet?
Einzelne Aktien sind meist mit einem höheren Risiko verbunden. Deshalb sind direkte Investments in Einzelaktien im Altersvorsorgedepot nicht zugelassen. Über breit gestreute Fonds und ETFs kann hingegen in viele Aktien gleichzeitig investiert werden, wodurch sich das Risiko besser verteilt.
Warum ist langfristiges Investieren bei der Altersvorsorge wichtig?
Ein langer Anlagezeitraum gibt dem Vermögen mehr Zeit zu wachsen und verstärkt den Zinseszinseffekt. Gleichzeitig besteht mehr Zeit, um zwischenzeitliche Kursrückgänge wieder aufzuholen. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.
Wie profitiere ich mit dem Altersvorsorgedepot vom Kapitalmarkt?
Über Fonds und ETFs können Sparer*innen an der Entwicklung vieler Unternehmen, Märkte und Volkswirtschaften teilhaben. Steigen die Kurse oder werden Erträge ausgeschüttet, wächst auch das Altersvorsorgevermögen.
Wie werden Risiken im Altersvorsorgedepot reduziert?
Das wichtigste Mittel zur Risikoreduzierung ist die breite Streuung. Ihr Geld wird auf viele Wertpapiere, Regionen und Anlageklassen (z.B. Anleihen und Aktien) verteilt. Dadurch wird die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen oder Märkten verringert.
Beim Standarddepot werden außerdem Fonds mit unterschiedlichem Risikoprofil kombiniert. In den Jahren vor dem Ruhestand wird der Anteil der chancenorientierten Anlagen schrittweise reduziert, sofern keine andere Aufteilung vereinbart wurde.
Was passiert mit meinem Altersvorsorgedepot bei einem Börsencrash?
Auch das Altersvorsorgedepot kann bei einem Börsencrash an Wert verlieren. Die darin enthaltenen Anlagen werden jedoch nicht automatisch verkauft. Wer weiterhin regelmäßig einzahlt, erwirbt bei niedrigeren Kursen mehr Fondsanteile (Durchschnittskosteneffekt). Ob und wie schnell sich die Märkte anschließend erholen, lässt sich jedoch nicht vorhersagen.
Gut zu wissen: Beim Standarddepot soll die automatische Umschichtung vor dem Ruhestand das Risiko verringern, kurz vor Beginn der Auszahlungsphase von einem starken Kurseinbruch betroffen zu sein. Standardmäßig dürfen fünf Jahre vor der Auszahlungsphase höchstens 50% und zwei Jahre vorher sowie zum Auszahlungsbeginn höchstens 30% des Kapitals in chancenorientierten Fonds angelegt sein.
Wer verwahrt mein Geld im Altersvorsorgedepot?
Der Altersvorsorgevertrag wird bei einem zugelassenen Anbieter, zum Beispiel einer Bank, Versicherung oder Kapitalverwaltungsgesellschaft, abgeschlossen. Die Anlageprodukte werden in einem zum Vertrag gehörenden Depot verwahrt.
Künftig soll daneben auch ein staatlich organisiertes Standarddepot möglich sein. Wichtig: Auch bei einem staatlichen Angebot wäre das Geld nicht automatisch staatlich garantiert.
Was passiert mit meinem Altersvorsorgedepot bei einer Bankeninsolvenz?
Eine Insolvenz der depotführenden Bank bedeutet nicht, dass die Anlageprodukte und Wertpapiere verloren sind. Sie gehören nicht zum Vermögen der Bank und fallen daher auch nicht in deren Insolvenzmasse. Auch das Vermögen eines OGAW-Fonds ist vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.
Im Insolvenzfall kann das Altersvorsorgedepot auf einen anderen Anbieter übertragen werden. Einfach auf das Girokonto auszahlen lassen sollte man sich das Kapital dagegen nicht: Das könnte als förderschädliche Verwendung gelten und zur Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen führen.