Altersvorsorge für Spätstartende
Auch wenn Sie bisher kaum oder gar nicht fürs Alter vorgesorgt haben: Jeder Euro und jeder Schritt kann heute einen Unterschied machen. Finden Sie heraus, wie Sie Ihre Rentenlücke verkleinern können und vom Altersvorsorgedepot profitieren können. Denn der beste Zeitpunkt anzufangen ist jetzt. Auch mit 40 oder 50 Jahren und darüber hinaus können Sie noch aktiv werden.
Das Wichtigste zur Altersvorsorge ab 40 oder 50
- Für Altersvorsorge ist es nicht zu spät. Auch mit 40, 50 oder kurz vor dem Ruhestand können Sie Ihre finanzielle Zukunft noch aktiv verbessern.
- Auch mit 50 Jahren bleiben oft noch 15 bis 20 Jahre bis zur Rente, in denen Vermögen wachsen kann.
- Der wichtigste Schritt zur Schließung der Rentenlücke ist die Berechnung der eigenen Versorgungslücke. Mit Hilfe eines Rentenlückenrechners lässt sich diese schnell und einfach ermitteln.
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Das Altersvorsorgedepot kann helfen, die Rentenlücke zu verkleinern. Eigene Beiträge und staatliche Zulagen werden langfristig am Kapitalmarkt investiert.
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Viele Sparer*innen können bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr erhalten. Zusätzlich können Kinderzulagen und steuerliche Vorteile möglich sein.
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Für sicherheitsorientierte Menschen können Standarddepots mit automatischer Risikoreduzierung oder Garantieprodukte interessant sein.
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Entscheidend ist nicht, wann Sie begonnen haben, sondern dass Sie heute mit der Altersvorsorge starten.
Es ist noch nicht zu spät: So holen Sie mehr aus Ihrer Rente heraus
Die Rentenkommission schlägt vor, das Renteneintrittsalter stärker an die Lebenserwartung anzupassen. Was bedeutet das für Sie und für das Altersvorsorgedepot?
Diese Empfehlung stammt aus dem Abschlussbericht der Alterssicherungskommission vom Juni 2026. Der Gedanke dahinter: Steigt die Lebenserwartung, verbringen Menschen im Schnitt mehr Jahre im Ruhestand. Damit das Verhältnis von Arbeits- zu Rentenjahren stabil bleibt (angestrebt wird ein Verhältnis von 2:1), soll die Regelaltersgrenze künftig mitwachsen – nach den Modellrechnungen ab etwa 2032 um rund ein halbes Jahr pro Jahrzehnt.
Auf das Altersvorsorgedepot hat der Vorschlag zunächst keinen direkten Einfluss. Nach aktueller Rechtslage kann die Auszahlungsphase grundsätzlich zwischen dem 65. und dem 70. Geburtstag beginnen. Wer später in Rente geht, kann das Depot länger besparen und dem Kapital mehr Zeit zur Entwicklung geben. Ob die gesetzlichen Altersgrenzen des Depots bei einer späteren Rentenreform ebenfalls angepasst werden, steht derzeit noch nicht fest.
Ist ein Altersvorsorgedepot mit 40 noch sinnvoll?
Mit 40 Jahren bleiben in der Regel noch mehr als zwei Jahrzehnte bis zum Ruhestand. Das ist ein Zeitraum, in dem der Zinseszinseffekt richtig wirken kann und in dem sich Wertschwankungen am Kapitalmarkt historisch gut ausgeglichen haben. Frühere Wertentwicklungen sind allerdings kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Hinzu kommen die Grundzulage von bis zu 540 Euro im Jahr, bei Kindern zusätzlich die Kinderzulage (wenn Sie kindergeldberechtigter Elternteil sind), sowie die Steuerbefreiung in der Ansparphase.
Altersvorsorgedepot oder private Rentenversicherung ab 40?
Beide Produkte zielen auf die Altersvorsorge ab, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Eine klassische private Rentenversicherung ohne Förderung bietet zwar oft eine vertraglich zugesicherte lebenslange Rente, ist dafür aber häufig teurer und bei der Geldanlage weniger flexibel. Ein gefördertes Altersvorsorgedepot punktet mit Zulagen und einer gedeckelten Kostenquote von maximal 1,0% beim Standarddepot. Das kann über 25 Jahre einen spürbaren Renditeunterschied ausmachen.
Entscheidend sind daher weniger das Alter als vielmehr die konkreten Vertragsbedingungen. Kosten, garantierte Leistungen, Flexibilität, Auszahlungsform und die Bereitschaft, Wertschwankungen auszuhalten, spielen eine Rolle.
Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan ab 40?
Ein privat besparter ETF-Sparplan bietet maximale Flexibilität. Das Geld bleibt jederzeit verfügbar und die Auswahl an ETFs ist kaum eingeschränkt. Es gibt jedoch keine staatlichen Zulagen und auf die Erträge fällt Abgeltungssteuer an sowie bei Wertsteigerungen die jährlichen Vorabpauschale.
Beim Altersvorsorgedepot fließen die staatlichen Zulagen dagegen direkt mit ins Depot und die Erträge bleiben in der Ansparphase komplett steuerbefreit, d. h., es fällt weder Abgeltungssteuer noch Vorabpauschale an. Der Preis dafür ist, dass das Kapital bis zum Ruhestand gebunden ist.
Es muss aber kein Entweder-oder-Szenario sein. Das Altersvorsorgedepot kann für den langfristig gebundenen, staatlich geförderten Teil der Vorsorge genutzt werden, während der freie ETF-Sparplan zusätzliche Flexibilität bietet.
Lohnt sich ein Altersvorsorgedepot mit 50 noch?
Auch mit 50 kann sich ein Altersvorsorgedepot noch lohnen, denn bis zum Ruhestand bleiben in der Regel noch 15 bis 17 Jahre – genug Zeit, damit sich Zulagen und Erträge aufbauen können. Besonders die Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr macht die Einzahlung attraktiv.
Vergleich zweier Sparer*innen, die mit 50 Jahren mit dem Altersvorsorgedepot beginnen.
| Grundzulage pro Jahr | Insgesamt einbezahlter Betrag + Grundzulage | Wertsteigerung bei einer jährlichen Rendite von 5 %* | Endbetrag | |
|---|---|---|---|---|
| Sparer*in 1 zahlt 15 Jahre 50 Euro pro Monat ein | 240,00 Euro | 12.600,00 Euro | 6.188,19 Euro | 18.788,19 Euro |
| Sparer*in 2 zahlt 15 Jahre 150 Euro pro Monat ein | 540,00 Euro | 35.100,00 Euro | 17.238,52 Euro | 52.338,52 Euro |
* Zur Berechnung der Wertsteigerung wurde jährlich mit einer Rendite von 5% gerechnet. In einem Standarddepot wird das Kapital vor Beginn der Auszahlungsphase schrittweise in einen risikoärmeren Fonds umgeschichtet, wodurch sich die Gesamtrendite verringern sollte.
Hinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Dadurch kann es zu Kursverlusten kommen. Die Berechnung erfolgt unter der Annahme einer vorschüssigen Einzahlung und unter Verwendung der arithmetischen Renditeberechnung.
Je kürzer der Anlagezeitraum ist, desto weniger Zeit bleibt dem Depot allerdings, um sich nach starken Kursrückgängen wieder zu erholen. Wer kurz vor dem Ruhestand steht oder besonders sicherheitsorientiert ist, kann je nach Anbieter auch ein Standarddepot mit schrittweiser Risikoreduzierung oder ein Garantieprodukt mit 80 bzw. 100% Garantie in Betracht ziehen.
Ist ein ETF-Sparplan mit 50 noch sinnvoll?
ETF-Sparpläne können zu jeder Zeit ein Baustein der Altersvorsorge sein, auch mit 50. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern der Zeitpunkt, zu dem das Geld benötigt wird. Wer einen Teil des Vermögens erst viele Jahre nach Rentenbeginn entnehmen möchte, hat für diesen Teil einen längeren Anlagehorizont als bis zum ersten Rententag.
Wichtig ist, den Aktienanteil mit näher rückendem Auszahlungsbeginn allmählich zu reduzieren, um nicht kurz davor von einem Kurseinbruch überrascht zu werden. Der große Unterschied zum Altersvorsorgedepot bleibt bestehen. Der ETF-Sparplan bietet volle Flexibilität und jederzeitige Verfügbarkeit, jedoch keine staatlichen Zulagen und Steuervorteile.
Wie hoch sollte der Aktienanteil mit 50 sein?
Dafür gibt es keine feste Formel, denn die passende Höhe hängt vom Zeithorizont, vom Sicherheitsbedürfnis und von der finanziellen Gesamtsituation ab. Als grobe Orientierung gilt: Je näher der Ruhestand rückt, desto stärker sollte das Portfolio in Richtung schwankungsärmerer Anlagen verschoben werden, damit ein Kurseinbruch kurz vor dem geplanten Auszahlungszeitpunkt nicht zu stark durchschlägt. Mit 50 und noch 15 oder mehr Jahren bis zum Ruhestand ist ein spürbarer Aktienanteil oft noch vertretbar, der dann bis zum Rentenbeginn schrittweise abgebaut wird.
Beim Standarddepot übernimmt der Anbieter diese Umschichtung automatisch. Fünf Jahre vor der Auszahlung dürfen in der Standardeinstellung höchstens 50% des Kapitals in chancenorientierten Fonds angelegt sein. Zwei Jahre vor und zu Beginn der Auszahlung sind es höchstens 30%.