Wer investiert an der Börse?

Risiko oder Sicherheit? So sparen die Deutschen

In Deutschland wächst das Geldvermögen weiter an. Dank des boomenden Arbeitsmarktes und steigenden Löhnen können Sparer in Deutschland mehr zurücklegen. Doch wie genau sparen die Deutschen?

Bankeinlagen bleiben die beliebteste Sparform in Deutschland. Im Jahr 2018 verfügten die Bundesbürger insgesamt über fast 140 Milliarden Euro auf ihren Konten oder an Bargeld. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Anstieg um rund 33 Milliarden Euro, so der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in einer aktuellen Studie. Dabei ist diese Geldanlage bei der aktuellen Zinslage kaum mehr geeignet, um Vermögen aufzubauen. Der Grund: Durch die aktuelle Niedrigzinspolitik liegen die Sparzinsen deutlich unter der Inflationsrate.

Gute Renditen an der Börse

Finanzexperten sind sich deshalb einig, dass an der Börse kaum ein Weg vorbeiführt. Auch deshalb, weil vorerst keine steigenden Zinsen zu erwarten sind. „Wer langfristig Vermögen aufbauen will, muss am Aktienmarkt anlegen“, so Sara Zinnecker vom Verbraucherportal Finanztip.de. Sie rät bei der Geldanlage zu weltweit ausgerichteten Indexfonds (ETF), kombiniert mit den sicheren Bausteinen Fest- und Tagesgeld. Die Anlage in günstige Aktienfonds funktioniere auch in kleinen monatlichen Raten, etwa in einem Sparplan.

Langfristiger Anlagehorizont zahlt sich aus

Die bisherige Erfahrung zeigt: Je mehr Zeit Anleger haben, desto geringer ist das Verlustrisiko. Allein der Deutsche Aktienindex DAX stieg seit Ende 2008 von 4.810 Punkte bis Mitte Dezember 2018 auf 10.866 Punkte. Wer 2008 also 10.000 Euro in Aktien angelegt hätte, hätte Ende 2018 ein Vermögen von rund 22.600 Euro. Das Sparbuch hätte bei einer unterstellten Durchschnittsverzinsung von 2% im selben Zeitraum zu einem Vermögen von 12.200 Euro geführt.

Gut zu wissen: Bei kurzfristigeren Geldanlagen an der Börse kann eher ein Wertverlust drohen. Zudem haben vergangene Kursentwicklungen keine garantierte Aussagekraft für die Zukunft.

Börsen-Skepsis bleibt

Obwohl die bisherigen Kursentwicklungen langfristig tendenziell positiv waren, bleiben die Deutschen vorsichtig, wenn es um die Börse geht. Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Kantar zufolge haben in den vergangenen Jahren nur 12% eine entsprechende Anlage in Betracht gezogen. Für die restlichen 88% war diese Anlageform kein Thema, zeigt die Umfrage im Auftrag des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart. Insbesondere, was Aktien betrifft, sind die Deutschen vorsichtig: Zwei Drittel (65%) der Nicht-Aktienbesitzer gaben an, sie hielten solche Wertpapiere für zu riskant. Jeder zweite (48%) aus dieser Gruppe erklärte zudem, er halte eine Anlage in Aktien für umständlich. In einer von der Deutschen Börse in Auftrag gegebenen Erhebung kommen Wissenschaftler der Frankfurt School of Finance & Management sowie der Goethe-Universität Frankfurt zu dem Schluss: Die Deutschen haben zu wenig Informationen über den Aktienmarkt – deshalb trauen sie sich nicht. So haben der Umfrage zufolge 67% der Nicht-Aktienbesitzer Angst, an der Börse viel Geld zu verlieren. 66% glauben, dass ihr Vermögen zu klein sei, um Geld in den Aktienmarkt zu investieren. Ebenfalls gut zwei Drittel gaben an, dass ihnen ausreichende Kenntnisse fehlen und sie deshalb nicht investieren. „Eine gezielte Aufklärung über die tatsächlichen Risiken und Chancen einer Anlage in Aktien wäre sicher hilfreich“, so der Vizepräsident der Frankfurt School, Prof. Dr. Michael Grote.

Frauen noch zurückhaltender bei Aktien

Eine Studie zur Aktienkultur in Deutschland zeigt außerdem, dass junge Menschen mehr Lust auf die Börse haben als ältere: Unter den 18- bis 24-Jährigen ist der Anteil der Aktionäre von 19% im Jahr 2018 auf 26% im Jahr 2019 gestiegen. Frauen sind bei Aktien noch zurückhaltender als Männer. In einer Umfrage des Bankenverbands gaben 18% der befragten Frauen an, in Aktien zu investieren – bei den Männern waren es immerhin 27%.

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Noch ein wichtiger Hinweis: Bevor Sie Wertpapiere kaufen, informieren Sie sich auch über die Risiken. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zu Verlusten des eingesetzten Kapitals führen.

Autor: ING
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