Stressfaktor Geld: Wie Sie Ihre Finanzen in Ordnung bringen und halten

Kein Stress bitte, auch nicht bei Geld – 7 Tipps für geordnete Finanzen

Geldsorgen können einem stark zusetzen. In solchen Fällen kreisen häufig alle Gedanken nur um eins: Wie kriege ich meine Finanzen wieder in den Griff? Oft ist es noch unangenehmer, wenn – um aus dem Minus herauszukommen – ein Darlehen ins Spiel kommt. Ein Kredit kann finanziell wie psychisch eine echte Belastung sein.

Eine repräsentative Umfrage der ING ergab, dass ein Viertel der 1.006 Befragten (sehr) gestresst ist, wenn es darum geht, einen Kredit aufzunehmen. Wobei sie sich damit bei einer Bank oder einem Geldinstitut immer noch wohler fühlen (42%) als bei anderen. 46% der Befragten haben ein sehr ungutes Gefühl, wenn sie zum Beispiel im Freundes- oder Kollegenkreis um einen Kredit bitten. Und auch an Familienangehörige wenden sich viele (30%) nicht so gerne.

Ob es nun um einen Kredit und die damit verbundenen Schulden oder um Geldsorgen im Allgemeinen geht: Beides kann enorme Anspannung bei Betroffenen auslösen. Sieben Tipps, wie Sie Stress in Sachen Finanzen vermeiden können.

Tipp 1: Ursachen für finanzielle Schwierigkeiten ausloten

Finden Sie heraus, warum Sie von Geldsorgen geplagt sind. Neigen Sie zu Spontankäufen und erwerben unüberlegt Dinge, die Sie eigentlich gar nicht benötigen? Oder haben Sie ein Konsumverhalten, das nicht mit Ihrem Einkommen in Einklang zu bringen ist? Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung können weitere Ursachen dafür sein, dass Sie finanziell in Nöten sind. Wenn Sie alleine mit Ihren Finanzproblemen nicht klarkommen, sollten Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe suchen. Eine Schuldnerberatungsstelle finden Sie zum Beispiel hier.

Tipp 2: Schulden abbauen

Sie wollen erst einmal alleine aus der Schuldenfalle kommen? Kein Problem, oft funktioniert es. Der erste Schritt ist ein Kassensturz. „Häufig kann man Ausgaben streichen und so monatliche Zahlungen reduzieren“, sagt Max Herbst von der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main. Das eingesparte Geld ermöglicht es häufig, den Dispokredit abzubezahlen – der zumeist teuer ist. Alternativ haben Verbraucher die Option, einen Ratenkredit in Anspruch zu nehmen. Damit lassen sich Schulden zumeist schneller tilgen, da Verschuldete für diesen Kredit in der Regel nur die Hälfte der Zinsen zahlen.

Tipp 3: Monatlichen Ausgabenplan erstellen und Haushaltsbuch führen

Um Einsparpotentiale zu finden, kann es helfen, ein Haushaltsbuch zu führen. Viele finden ein solches Buch uncool. „Stimmt nicht“, sagt Mandy Turreck. Die Haushaltsberaterin kennt einige, die sich „am Ende vom Geld wundern, dass noch so viel Monat übrig ist“. Turreck, die dem Berufsverband DHB Netzwerk Haushalt Sachsen vorsitzt, sagt: „Das Haushaltsbuch ist wie ein Spiegel von uns selbst.“ Konsumverhalten, Vorlieben, Schwächen – alles ist darin aufgelistet. Oft kostet es anfangs Überwindung. „Es ist wie beim Gang auf die Waage, wenn ich ahne, dass ich ein paar Kilo zu viel habe. Hinterher weiß ich, dass ich mein Verhalten ändern sollte“, so Turreck. Ein Haushaltsbuch gibt es übrigens auch als App.

Tipp 4: „Notgroschen“ in Reserve haben

Wer festgestellt hat, wo sich Ausgaben optimieren lassen und nunmehr Geld übrig hat, sollte unbedingt Rücklagen für Notfälle bilden. So sind Sie gewappnet, wenn unerwartete Ausgaben, zum Beispiel die Reparatur Ihres defekten Küchenherds, auf Sie zukommen. Für solche und andere Notfälle ist es ratsam, wenn Sie nach und nach Geld auf einem Tagesgeldkonto ansparen. Fachleute empfehlen, drei Monatsnettogehälter in der Rückhand zu haben.

Tipp 5: Geld sparen

Geld sparen ist einfacher als es auf den ersten Blick aussieht. Insbesondere, da es nicht um große Summen gehen muss. Bei der ING Deutschland ist Wertpapier-Sparen schon ab 1 Euro möglich. Kleinste Summen können Sie auf diese Weise in Aktien-, ETF-Fonds- und Zertifikats-Sparpläne investieren. Aktuell stehen Sparpläne für mehr als 1.900 Wertpapiere zur Verfügung; davon für mehr als 200 Fonds und ETFs ohne Kaufkosten. Informieren Sie sich, es lohnt sich!

Hinweis: Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können neben Erträgen auch zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Tipp 6: Nicht für alles einen Kredit aufnehmen

Ein Stück weit liegt es auch in Ihrer Hand, ob Ihnen ein Darlehen zusetzt oder nicht. Zuerst sollten Sie sorgfältig abwägen, wofür Sie einen Kredit aufnehmen. Von einer Darlehensaufnahme für kurzweilige Erlebnisse wie eine Reise raten viele Fachleute ab. In einem solchen Fall ist es ratsam, sich nicht zu verschulden, sondern für die Reise zu sparen. Anders sieht es bei einem Kredit aus, mit dem Sie sich die eigenen vier Wände finanzieren möchten. Die meisten Banken erwarten allerdings, dass Kreditnehmende Eigenkapital in Höhe von mindestens 20% der Gesamtkosten mitbringen. Wer das Geld nicht hat, sollte sich besser nicht auf einen Immobilienkredit einlassen.

Kommt ein Kreditvertrag zustande, sollte der Tilgungsplan so flexibel wie möglich gestaltet werden. Das heißt: Der Tilgungssatz – und damit die Zahlung – sollte während der Zinsbindung gratis anpassbar sein. Damit könnte bei einem finanziellen Engpass, zum Beispiel aufgrund von vorübergehender Arbeitslosigkeit, die Zahlungsrate gesenkt oder umgekehrt bei steigendem Einkommen erhöht werden.

Übrigens: Bevor Banken Ihnen ein Darlehen gewähren, holen sie sich bei Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa häufig Auskünfte über ihre Kreditwürdigkeit ein. Behalten Sie diese daher unbedingt mit einer kostenlosen Selbstauskunft bei der Schufa im Auge. Verbraucherschützer*innen raten dazu, die aktuellen Wahrscheinlichkeitswerte zur Kreditwürdigkeit anzufordern und die Namen der Firmen, denen diese gemeldet wurden. Sind Daten falsch, haben Sie ein Recht auf Korrektur. Dafür genügt ein formloses Schreiben an die Schufa.

Tipp 7: Altersvorsorge betreiben

Private Altersvorsorge wird immer wichtiger. Denn die gesetzliche Rente wird eines Tages kaum ausreichen, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Bei der Altersvorsorge gibt es mehr Optionen als viele denken. „Der Fokus liegt bei vielen Menschen oft nur darauf, was sie privat tun können, um die gesetzliche Rente aufzustocken“, sagt Alexander Siegmund, gerichtlich zugelassener Rentenberater für die betriebliche Altersvorsorge in Köln. „Dabei bietet die betriebliche Altersvorsorge mit den verschiedenen Durchführungswegen und Förderungen lukrative Alternativen.“

In jedem Fall sollten Sie sich darüber beraten lassen, was Sie tun können – damit Sie in Ihrem Lebensabend finanziell ausreichend versorgt sind und nicht in die Altersarmuts-Falle tappen. Eine mögliche Anlaufstelle kann zum Beispiel die für Sie zuständige Verbraucherzentrale sein.