Was kostet der Führerschein?

Alle Kosten – plus drei Spartipps

Verbrauchertipps 6 min Lesedauer 13.01.2023

Was kostet eigentlich eine Fahrerlaubnis? Wir verraten Ihnen, worauf Sie sich einstellen sollten, wenn Sie oder Ihr Kind im Jahr 2023 den Führerschein machen. 

Auch wenn der Trend weg vom Auto geht – der Führerschein ist für die allermeisten immer noch eher Pflicht als Kür. Aber bevor man den „Lappen“ in der Tasche hat, muss man einiges bezahlen. Wie viel genau, das variiert, denn: Fahrschulen unterliegen keiner Gebührenordnung. Sie können also Preise nach eigenen Vorstellungen und Kalkulationen aufrufen. „Der erste Schritt wäre, sich im Bekanntenkreis umzuhören und nach Erfahrungen zu fragen“, sagt Marcel Bieck, Fahrtrainer beim Auto Club Europa (ACE). 

Wie sich die Kosten für den Führerschein zusammensetzen

Um den Pkw-Führerschein zu bekommen, müssen Sie eine bestimmte Anzahl an Theorie- und Praxisstunden absolvieren. Dazu erheben Fahrschulen in der Regel eine Grundgebühr. Darüber hinaus kommen auf Sie noch Kosten für Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und die Anmeldungen zur theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung zu. Eine Fahrerlaubnis der Klasse B kostet zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Der Preis setzt sich wie folgt zusammen:

  • Die Grundgebühr liegt laut ADAC bei 350 bis 500 Euro, darin sind die Theoriestunden enthalten.
  • Für Lernmaterialien wie Bücher, Online-Medien sowie Apps fallen zwischen 90 und 120 Euro an.
  • „Eine Fahrstunde kostet zwischen 40 und 70 Euro“, rechnet Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV) vor. Sie benötigen mindestens zwölf Sonderfahrten (4x Autobahn, 5x Überland, 3x nachts/bei Dunkelheit fahren). Dazu kommen zwischen zehn und 35 Übungsfahrten – je nachdem, wie schnell Sie sicher im Umgang mit Fahrzeug und im Straßenverkehr werden.
  • Für die Anmeldung zur theoretischen Prüfung müssen Sie 60 bis 70 Euro veranschlagen, die Prüfung an sich kostet etwa 23 Euro.
  • Die praktische Prüfung schlägt mit 160 bis 250 Euro für die Anmeldung sowie 117 Euro der Durchführung durch TÜV oder DEKRA zu Buche.
  • Die Beantragung der Ausstellung eines Führerscheins kostet zwischen 38 und 70 Euro.
     

Weitere Kosten, die im Rahmen eines Führerscheinerwerbs auf Sie zukommen, sind ein Sehtest (zwischen 5 und 10 Euro), ein Erste-Hilfe-Kurs (bis zu 50 Euro) und Passbilder (bis zu 10 Euro)

Wenn Sie eine der beiden Prüfungen nicht bestehen, müssen Sie ein weiteres Mal in die Tasche greifen und den Betrag von 23 Euro beziehungsweise 117 Euro erneut zahlen. Sollten Sie die praktische Prüfung nicht schaffen, sollten Sie außerdem auf Anraten der Fahrschule hin weitere Fahrstunden nehmen.

Geld sparen beim Führerschein: drei Tipps

Sie scheuen die Führerschein-Kosten? Mit diesen drei Tipps können Sie etwas Geld sparen:

  1. Den Führerschein an einem anderen Ort machen. Wohnen Sie in der Stadt, könnten Sie Kosten sparen, wenn Sie Ihre Fahrerlaubnis auf dem Land erwerben. Einige Fahrschulen bieten dafür Crashkurse in den Ferien an. Allerdings: Theoretisch sind Sie verpflichtet, den Führerschein an Ihrem Hauptwohnsitz zu absolvieren. Ausnahmen wie etwa den Besuch einer Ferienfahrschule können Sie sich aber vom zuständige Straßenverkehrsamt oder der entsprechenden Führerscheinstelle genehmigen lassen. Informieren Sie sich am besten direkt beim Amt, ob ein formloser Antrag genügt oder Sie ein Formular ausfüllen müssen. 
  2. Übungsfahrstunden durch Zeit auf einem Verkehrsübungsplatz reduzieren. Auf der Website der Initiative Verkehrsübungsplatz Info finden Sie Orte in Ihrer Nähe, wo Sie in einem sicheren Rahmen üben können. Gerade, wer bei Standards wie dem Schalten, dem Abbiegen oder dem Einparken Probleme hat, kann hier üben – und spart sich möglicherweise teure Fahrstunden.
  3. Wählen Sie die solide Mittelklasse und lassen Sie sich nicht von teuren SUVs blenden. "Einige Fahrschulen setzen auf besonders prestigeträchtige oder hochwertige Fahrschulautos – und lassen sich das in der Regel auch bezahlen. Wer Geld sparen will, lernt also besser auf einem älteren VW als auf einem fabrikneuen Audi“, sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV). Denn: Viele Fahrschulen mit einer eindrucksvollen Flotte lassen sich die Anschaffungskosten und den Unterhalt der teuren Fahrzeuge durch entsprechende Preise für Fahrstunden refinanzieren.

Unser Tipp: Denken Sie frühzeitig daran, Geld für den Führerschein zurückzulegen. Wenn Sie Geld für Ihr Kind anlegen, sollten Sie die Fahrerlaubnis bedenken.

Kosten für Führerschein Klasse B, Klasse A & Co im Überblick

Nicht nur der Führerschein der Klasse B kostet eine ordentliche Summe Geld. Wenn Sie eine Kraftrad-Fahrerlaubnis erwerben wollen, einen Anhänger- oder direkt einen Lkw-Führerschein machen wollen, müssen Sie natürlich ebenfalls Geld ausgeben. Hier finden Sie einen Überblick der Kosten nach Informationen der Website bussgeldkatalog.org:

 

Führerscheinklasse Beschreibung Kosten
B Pkw, auch mit Anhänger bis 750kg bzw. mehr als 750kg Last, sofern das Gespann die Gesamtmasse von 3.500kg nicht überschreitet 1.500 bis 3.500 Euro
BE Pkw plus Anhänger mit einer Gesamtmasse von 750kg bis 3.500kg bis 1.000 Euro (sofern ein Führerschein der Klasse B vorliegt)
A

Alle Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge, ab 21 Jahren möglich

1.500 bis 3.500 Euro*
A1

Alle Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge, ab 21 Jahren möglich

Krafträder bis 125 m3, 11 kW, 15 PS, ab 16 Jahren möglich

1.400 bis 2.000 Euro*
A2 Krafträder bis 35 kW, 48 PS ab 18 Jahren möglich 1.600 bis 2.600 Euro*
C Schwere Lkw über 3.500 kg – Voraussetzung ist der Führerschein für die Klasse B 1.500 bis 1.800 Euro
* Der Führerschein für die Klassen A und A2 kann auch als Stufenführerschein erworben werden. Wer die Fahrerlaubnis A1 absolviert, kann später darauf aufbauen. So fallen pro Stufe zwischen 200 und 600 Euro an – abhängig von der Preisgestaltung der Fahrschule sowie der Zahl der Fahrstunden.

 

Alles in einer App

Immer wissen, was auf Deinem Konto los ist. Und ruckzuck reagieren können. Geht ganz bequem mit Banking to go.