Christines erste Reifeprüfung

Bei vielen war der Jubel groß nach der Ankündigung, dass Christine Lagarde Nachfolgerin von Mario Draghi an der Spitze der EZB werden sollte. Eine großartige Kommunikatorin, die sowohl die Sprache der „normalen“ Menschen als auch die der Europäischen Regierungschefs spricht, so die häufig gehörten Kommentare. Für diese Kommentatoren war Mario Draghi zu technisch und zu akademisch. Eins konnte Mario Draghi allerdings wie kein anderer: die Finanzmärkte lesen, einschätzen und steuern. Nächste Woche wird Christine Lagarde beweisen müssen, dass die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt waren.

Panik

Der erste Monat des neuen Jahres ist kaum vorbei und es wimmelt an den Finanzmärkten nur so von sogenannten schwarzen Schwänen. Dem unwahrscheinlichen, aber nicht ganz unmöglichem Risikoereignis, das die Finanzmärkte aus dem Gleichgewicht bringen kann. Vor ein paar Wochen war es noch der Konflikt zwischen den USA und dem Iran, jetzt ist es das Coronavirus. Und während sich der Iran-USA-Konflikt schon wieder von den Radarschirmen der Märkte verabschiedet hat, werden das Coronavirus und seine Folgen die Märkte noch eine Weile beschäftigen. Grund zur Panik?

Jahresausblick 2020

Er wird ganz sicher regelmäßig zu den weltpolitischen Schlagzeilen des kommenden Jahres gehören: der US-Präsidentschaftswahlkampf. Im kommenden November wird sich Donald Trump zur Wiederwahl stellen und geht es nach dem historischen Verlaufsmuster der US-Börsen, dürfen sich Anleger auf ein unter dem Strich gutes Börsenjahr freuen. Jahre, in denen ein neuer US-Präsident gewählt wird, waren in der Vergangenheit oft von einer freundlichen Markttendenz gekennzeichnet. Auch wenn aus der historischen Entwicklung keine verlässliche Prognose für die Entwicklung in der Zukunft abgeleitet werden kann, ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf den typischen Verlauf der US-Börsen in den zurückliegenden 116 Jahren durchaus interessant: So setzten die Indizes in einem Wahljahr nach einem traditionell eher durchwachsenen Start mit Beginn des dritten Quartals zu einer Aufwärtsbewegung an, die bis zum Jahresende beibehalten wurde. Einer der Gründe für dieses saisonale Muster könnte in einer wirtschaftsfreundlichen Politik liegen, mit der der amtierende US-Präsident die Chancen auf seine Wiederwahl zu steigern versucht.